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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 24. Oktober 2014 

Umlaut


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Der Umlaut plural: Umlaute ist eine Veränderung derjenigen Vokale auf die eine Beugungs- oder Ableitungssilbe oder früher folgte die den Vokal i oder den Halbvokal j enthält. Diese Vokaländerung ist typisch für jüngeren germanischen Sprachen . Umlaute werden in der Schriftkunde von diakritischen Zeichen mit Trema unterschieden die identisch aussehen aber eine Bedeutung haben. Zu unterscheiden sind die Umlaute von den Ablauten .

Inhaltsverzeichnis

Ursache der Vokaländerung

Der helle Vokal i übt eine assimilierende Wirkung aus indem den Vokal der vorausgehenden Silbe sich selbst also heller macht. Im Althochdeutschen tritt diese Wirkung nur beim a das durch den Einfluss eines i in der darauf folgenden Silbe zum Vokal wird. Im Mittelhochdeutschen dagegen beeinflusst ein folgendes i alle Vokale der vorausgehenden Silbe die i-ähnlich sind (die dunklen Vokale). So werden kurzen Vokale a o u zu e ö ü die langen a o u zu ae oe iu die Diphthonge uo und ou zu üe und öu . Der Umlaut bleibt auch wenn das oder j ausgefallen ist.

Umlaute werden gegenüber dem dazugehörigen Vokal spitzerem Mund bzw. weiter vorne im Mund

So heißt es im Mittelhochdeutschen ich valle aber du vellest (fällst) weil die zweite Person ursprünglich i hatte (althochdeutsch vellis); von ruom (Ruhm) wird gebildet ruemen (rühmen) weil es im Althochdeutschen ruomjen hieß. Doch kommt es auch anderseits selten vor dass mit dem Verlust des oder j auch seine Wirkung der Umlaut wie z. B. im Mittelhochdeutschen und Neuhochdeutschen Infinitiv für gotisch brannjan brennen gesagt wird aber im Imperfekt brante (jetzt brannte) obwohl die entsprechende gotische brannida lautet.

Umlautvokale im Neuhochdeutschen

Im Neuhochdeutschen gelten als Umlautvokale und Diphthonge in der Regel ä ö ü äu ; ä äu werden im allgemeinen da geschrieben wo verwandtes Wort oder eine verwandte Form mit a vorhanden oder auch ohne historische Sprachkenntnis zu vermuten ist z. B. Mann - Männer Haus - Häuser .

Der Umlaut ist auch für die Flexion von immer größerer Bedeutung geworden; so er jetzt zur Bezeichnung der Mehrzahl z. in Männer zum Ausdruck von Verkleinerungsformen z. B. Häuschen . Übrigens ist er keineswegs konsequent durchgeführt einzelne Mundarten haben ihn fast gar nicht z. B. die bairische Form i war für ich wäre .

Der Name Umlaut rührt von Jacob Grimm her der auch den Ausdruck Brechung erfand. In den skandinavischen Sprachen hat das u die gleiche assimilierende Kraft. Auch andere haben dem Umlaut verwandte Erscheinungen dahin gehört die im Griechischen und der Zendsprache häufige Epenthese des i .

Vorlage: Meyers Konversationslexkion 4. Auflage 1888/89

Weitere Beispiele:

  • arm - ärmlich
  • Hof - höfisch auch Höfe
  • barfuß - barfüßig

Darstellung von Umlauten

Die Konvention Umlaute mit zwei Punkten dem Buchstaben auszuzeichnen entwickelte sich im Deutschen einer vertikalen Ligatur von Vokal und einem darüber angedeuteten Sütterlin - Schreibschrift - e das wie zwei verbundenen Aufstrichen (etwa 11) geschrieben wurde. Die Darstellung eines Umlauts e ist inzwischen bis auf wenige Ausnahmen noch üblich wenn der verwendete Zeichensatz keine entsprechenden Buchstaben zur Verfügung stellt.

HTML

Weil man im normalen HTML-Flusstext ursprünglich die Zeichenkodierung festlegen konnte musste man Umlaute mittels genannter benannter Zeichen ( named entities ) verwenden die aus einem einleitenden & symbolischen Namen und einem schließenden ; bestehen. ist es möglich jedes beliebige Unicode -Zeichen darzustellen indem man die dezimale Nummer &# und ; bzw. die hexadezimale Nummer &#x und ; umschließt. Ferner gibt es die Möglichkeit den Zeichensatz per <meta> im festzulegen wodurch die Darstellung der Umlaute mittels Zeichen meist nicht nötig ist.

Umlaut Unicode (dezimal) Benanntes Zeichen
Ä &#196; &Auml;
Ö &#214; &Ouml;
Ü &#220; &Uuml;
ä &#228; &auml;
ö &#246; &ouml;
ü &#252; &uuml;

Einige weitere Zeichen die zwar keine sind aber auch aus zwei Punkten über lateinischen Buchstaben bestehen werden in HTML ebenfalls Umlaut z. B. Ë (&Euml;) oder ÿ (&yuml;).

Andere Bereiche

In Domainnamen können Umlaute mittels des Kodierungsverfahrens IDNA genutzt werden. In URLs werden sie ebenfalls kodiert dort erkennbar %.

Die Bezeichnung der deutschen Umlaut-Buchstaben lautet den Unicode Spezifikationen:

  • Ä/ä nennt sich "A With Diaresis"
  • Ö/ö nennt sich "O With Diaresis"
  • Ü/ü nennt sich "U With Diaresis"
Linguistisch gesehen ist diese Benennung jedoch korrekt da eine Diärese das getrennt sprechen von Vokalen bezeichnet.

Siehe auch: Wikipedia:Sonderzeichen



Bücher zum Thema Umlaut

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