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Universalienproblem


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Der Begriff Universalien (von lat. universalis : allumfassend) wurde in der mittelalterlichen Logik Bezeichnung von Allgemeinbegriffen und allgemeinen Ideen verwendet. In ihnen gemeinsame Merkmale einer Menge materieller oder immaterieller Einzeldinge Individuen) zusammengefasst. Dabei ist ein seit der geltendes philosophisches Problem ob den Begriffen ein reales Sein zusteht oder ob sie bloße Bezeichnungen sind.

Inhaltsverzeichnis

Einführung: Linien und Entwicklungen des "Universalienstreits"

Im "Universalienstreit" der mittelalterlichen Scholastik erreichte die Debatte um dieses Problem Höhepunkt. Folgende zwei Richtungen wurden dabei vertreten:

  • Der "Begriffs-" oder "Universalienrealismus": Nur die Ideen sind wirklich sie kommen in den allenfalls zur Erscheinung . Diese ältere Position (" via antiqua ") wurde vor allem von Platonikern in gemäßtigter Form auch von Aristotelikern

  • Der Nominalismus oder "Konzeptualismus" (lateinisch nomen = Name; conceptus = Begriff) vertrat die neuere Position(" via moderna "): Nur die Einzeldinge (mögliche Träger von Eigennamen ) sind wirklich; sie werden mit Begriffen abstrakt-allgemein benannt. Der wirkungsvollste Vertreter dieser neueren ("via moderna") war Wilhelm von Ockham .

Noch im 20. Jahrhundert sorgte das für Diskussionsstoff besonders in der Philosophie der Mathematik .

Zur Ideengeschichte: Die Entwicklung in der

Der Sache nach ist das Problem den Auseinandersetzungen zugrunde liegt also das Problem Deutungen der Universalien bereits vorgegeben in der und Umdeutung der Ideenlehre Platons (d.h. Ideen sind das Wahrhaft-Wirkliche die die Transzendenz der Ideen) durch Aristoteles (d.h. Ideen sind unnötige Verdopplung der Dinge die Transzendenz ist eine überflüssige Hypothese). Ohne Zweifel sich die problemgeschichtliche Herkunft des Universalienstreits auf diese beiden Ideenlehren in ihrer zurückführen.

Die Frage nach der Realität der war der Frühscholastik vor allem bereits gestellt durch die von Anicius Manlius Severinus Boëthius ins Lateinische übersetzte Einführung von Porphyrios von Tyros in die Kategorienlehre des Aristoteles einer Mittelalter weit verbreiteten Schrift.

Porphyrios lehrte zwar nach Aristoteles die Prädikabilien als notwendig und vollständig erklärte das ihrer Realität jedoch ausdrücklich zu einer "Aufgabe" "einer eingehenden Untersuchung" bedarf besonders im Hinblick die Gattungen und Arten. Pophyrios drückte es aus: "Was nun die genera und species so werde ich über die Frage ob subsistieren oder ob sie bloß allein im existieren ferner falls sie subsistieren ob sie oder unkörperlich sind und ob sie getrennt den Sinnendingen oder nur in den Sinnendingen an diesen bestehend sind es vermeiden mich äußern; denn eine Aufgabe wie diese ist hoch und bedarf einer eingehenden Untersuchung." Mit Formulierung stellt Porphyrios wenn auch unausgesprochen den der Auseinandersetzung mit der Ideenlehre Platons gewonnenen des Aristoteles in Frage und zwar was die gesamte Entwicklung der Scholastik folgenreich wurde unter platonischen Vorzeichen.

Denn indem er die aristotelische Lösung Problems unausgeführt lässt und selbst unentschieden bleibt er all jene die von ihm ausgehen auf Grund der Literatur in der Frühscholastik ihm ausgehen mussten von Aristoteles zurück auf

Zur Auseinandersetzung in der Scholastik: das und theologische Umfeld

Die Frühscholastik hat die Aufgabenstellung des als ein zu lösendes Problem von erstrangiger mit Eifer aufgegriffen. In ihrer Nachfolge hat gesamte spätere Scholastik das Universalienproblem in einer Breite und mit einem ohnegleichen immer wieder ins Zentrum der Auseinandersetzungen so dass die Entwicklung der Scholastik über Strecken mit der Geschichte dieser Diskussion um Universalienproblem im Mittelalter zusammenfällt.

Die Realisten

Der Universalienstreit erstreckte sich über einen Zeitraum vom bis 14. Jahrhundert ob reale Urbilder von und von allgemeinen Ideen existieren. Die konsequentesten die man als extreme Realisten bezeichnet erklärten die Universalien real existieren als geistige Wesenheiten Urbilder und der Entstehung der Einzeldinge vorausgehen. Quelle dieser Vorstellung war der Platonismus . Der Begründer des extremen Realismus war Johannes Scotus Eriugena . Der gemäßigte Realismus wonach die Universalien real vor sondern in den Einzeldingen existieren auf Aristoteles zurück. Hauptsächlich bestand ihre Ansicht dass es drei Arten der Universalien gibt:

  1. Universalien die sich in der göttlichen bilden und vor den Einzeldingen existieren
  2. Universalien die als Allgemeines in den selbst existieren
  3. Universalien die im Verstand des Menschen d.h. nach den Dingen

Indem das Allgemeine im Einzelnen als konstititutive Element erklärt wird wird auch hier extreme Realismus akzeptiert. Damit kann als 'realistische konstatiert werden: Das Allgemeine als wahre Wirklichkeit(Wahrhaft-Wirkliches) vor dem Einzelnen(universalia sunt realia ante rem). des gemäßigten Realismus waren Avicenna (auch Ibn Sina ) und Averroes (auch Ibn Rushd . Ihnen folgte Thomas von Aquino .

Die Nominalisten

Im Gegensatz zu den Realisten lehnten Nominalisten die Existenz von Universalien vor und der Dinge ab. Sie behaupteten dass in Welt nur einzelne inviduelle Dinge real existieren auch eine individuelle Qualität haben. Die Universalien sie als bloße Benennungen oder Namen(nomina) die Menschen den Einzeldingen beilegen. Dem Allgemeinen komme Realität zu. Genau wie unter den Realisten es auch unter den Nominalisten verschiedene Richtungen. extremer Nominalismus wurde von dem französischem Scholastiker von Compiègne vertreten der schrieb dass die nur leerer Schall sind.

Andere Vertreter des Nominalismus sind Duns und Wilhelm von Ockam . Die zweite Richtung im Nominalismus wurde von Pierre Abaelard De La Porée und Johann von die bei Negierung der realen Existenz von vor und nach den Einzeldingen annahmen dass im Verstand vor jeglicher Erfahrung entstandene Allgemeinbegriffe sind die die Rolle einer besonderen Form Erkenntnis spielen. Diese Richtung des Nominalismus ist die Geschichte der Logik unter dem Namen eingegangen.

Somit kann als nominalistische Formel konstatiert Das Allgemeine steht bloß als Name(Wort Zeichen) dem Einzelnen (universalia sunt nomiona post rem).

Carl Prantl hat in seiner 'Geschichte Logik' nicht weniger als 13 Varianten in Scholastik vermerkt das Universalienproblem in der Scholastik lösen.

Die Konfrontation gegen die theologische Lehre Roscellin

Die nominalistische Formel kam einer Unterhöhlung ideellen Grundlagen der herrschenden theologischen Lehre gleich. tritt mit und nach Roscellin mit der ihm entwickelten Form des Nominalimus in ihrer auf die Trinität ein. Hiermit kann auch erst vom des Univeralienstreits in den letzten Jahrzehnten des 11. den ersten Jahrzehnten des 12. Jahrhunderts gesprochen

Erst durch Roscellins Lehre die im Ergebnis auf einen Tritheismus mündete wurde die Bedeutung des Universalienproblems offensichtlich und allgemein erkannt. Stellungnahme zum Universalienproblem war von diesem Zeitpunkt für die kirchliche Lehre eine Entscheidung für gegen sie.

Alle vom Realismus abweichenden Versuche einer des Universalienproblems wurden denn auch von nun durch sie öffentlich verurteilt und ihre Schöpfer Widderruf gezwungen.

Der Kern der nominalistischen Deutung: das steht über dem Allgemeinen

Das entscheidende Neue und wirklich Vorwärtsweisende Nominalismus war seine uneingeschränkte Betonung des Einzelnen (heute: des Sinnlichen Anschaulichen; des Individuums) dem Realität zugesprochen wurde. Diese Grundthese des Nominalismus - mit mehr oder weniger Entschiedenheit - allen seinen Vertretern ausgesprochen. Durch sie ist Nominalimus in erster Linie historisch bahnbrechend geworden und das auf mannigfaltige Weise.

Durch die ausnehmende Hervorkehrung des Einzelnen gleichzeitiger Abwertung des Allgemeinen hat der Nominalismus den Bestand der mittelalterlichen kirchlichen Lehre untergraben. aus der Verneinung der Realität des Allgemeinen zwangsläufig in der damaligen Denkweise dass nicht Instanz auf der Welt als allumfassender Verband(d.h. Institution die allein legitimiert ist in Sachen auf Erden zu sprechen und für den Menschen die einzige Vermittlung darstellt durch die sich Gott nähern kann - nach offizieller darf) ihre Hierarchie und ihre metaphysischen Dogmen ja alle hochgradig Allgemeines beinhalten eigentlich maßgebend sondern primär ihre einzelnen Mitglieder als 'einzelne' Die Institution insgesamt war ob der nominalistischen lediglich der (Sammel-)Name ihrer einzelnen Mitglieder(oder Glieder). aber die einzelnen Mitglieder der Institution das Entscheidende dann war vor allem die Hierarchie Vermittlungsträger zwischen Gott und dem einzelnen Mitglied

Die nominalistische Einstellung zum Allgemeinen implizierte Hierarchiegegnerschaft. Die Mystik des 16. Jahrhunderts wird sich in Vorstellungen auf diese nominalistischen Argumente stützen. Weiterhin aus der nomonalistischen Bewertung des Allgemeinen dass Dogmen dem einzelnen Menschen nur als Glaubenssache nicht aber Gegenstand des Denkens des Wissens Wissenschaft sein können.

Der Nominalismus als Wegbereiter eines neuen

In den bestehenden Gesellschaftsordungen des Mittelalters dem einzelnen Menschen im Zeitgeschehen einen von Willen völlig unabhängigen Platz zugewiesen d.h. er nur die Rolle eines Objektes. In dem streng hierarchisch geordneten Beziehungen als Unter - Überordnungsverhältnisse der Feudalgesellchaft war für den Menschen Einzelwesen als Individuum kein Raum. Indem der das Einzelne betont hebt er den einzelnen hervor unterstreicht seine Individualität weist er auf selbständige Aktivität hin. Man kann durchaus feststellen im Nominalismus erstmals in der mittelalterlichen Philosophie Mensch sich seiner selbst bewusst wird. Das Menschenbild des Nominalismus involviert eine veränderte Naturauffassung. Nominalismus steht die Natur dem Menschen nicht als schicksalhaft gegeben gegenüber sondern wird als Willenshandlungen durchaus zugänglich gesehen. Es ist somit Zufall dass die Mehrzahl der bedeutenden Naturphilosophen ausgehenden Mittelalters und der beginnenden Neuzeit Nominalisten sind oder zumindest stark beeinflusst wurden.

Die Wirkungen des Nominalismus in den

Ideengeschichtlich wuchs der Nominalimus nicht nur dem Universalienstreit heraus sondern auch aus dem Averroismus von dem er starke materialistische Impulse Seine Hauptwirkungsstätte war Paris. In Deutschland wurde besonders in Heidelberg aber auch in Erfurt Weitere nominalistische Zentren waren Wien und Prag. Verbreitung fand der Nominalismus außerdem in England Italien.

Als Vertreter des Nominalismus im Spätmittelalter neben Wilhelm von Ockham zu nennen: Nicolaus Autrecourt D'Ailly Wodham J. von Mirecourt Gregor Rimini Marsilius von Inghen (der erste Rektor der Universität Heidelberg) und Biel (Professor in Tübingen) Buridan und Albert Sachsen die sich vornehmlich mit naturwissenschaftlichen Fragen

Auch Nicolaus von Oresme der bedeutendste des 14. Jahrhunderts ist aufzuführen und ebenso "Verteidiger des Friedens" Marsilius von Padua und Johannes von Jandun.

Zum Bedeutungswandel der Bezeichnung des Realismus


Zu beachten ist dass die Bezeichnung Realismus einen Bedeutungswandel durchlaufen hat so dass Begriffs- oder "Universalien"-Realismus insbesondere vom erkenntnistheoretischen Realismus unterschieden werden muss.



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