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Völkerwanderung


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  1. Eine Völkerwanderung bezeichnet im Allgemeinen eine Wanderbewegung bei eine große Zahl Menschen aus einem Volk oder eine ganze Volksgruppe in ein Gebiet umsiedelt. Grund dafür sind gewöhnlich verschlechterte
    • Klimatisch bedingt: Dürren Überschwemmungen Stürme Frost die Folgen
    • Politisch bedingt: Kriege Einfall anderer Volksgruppen von Minderheiten
    • Krankeiten Überbevölkerung

  2. Im Speziellen versteht man unter "der Völkerwanderung" Wanderbewegungen der germanischen Völker beginnend im 2. Jahrhundert bis ins 6. Jahrhundert .

  3. Als Völkerwanderungszeit im engeren Sinne wird der Zeitraum 375 ( Hunneneinfall ) bis 568 (Einfall der Langobarden in Norditalien ) bezeichnet. Mit ihr endet die Spätantike bzw. Römische Kaiserzeit es beginnt das europäische Frühmittelalter . Die in Mitteleuropa nachfolgende Epoche ist Merowingerzeit . Da die begriffliche Abgrenzung über den der Auflösung römischer Gesellschaftsstrukturen vorwiegend kulturell definiert kann die Begriffsverwendung und ihr zeitlicher Beginn nach Region stark differieren.

Karte Europas Völkerwanderung mittels Pfeilen eingezeichnet

Inhaltsverzeichnis
1 Literatur
2 Weblinks

Die germanische Völkerwanderung

Die Gründe für die germanische Völkerwanderung vielfältig und auch ortsabhängig. Unter anderem sind

  • Landnot in Nordosteuropa
  • ungünstige klimatische Bedingungen
  • Wanderbewegungen anderer Stämme (insbesondere der Hunnen)
  • Der Rückzug des römischen Reiches und damit einhergehende Verlust Macht- und Verwaltungsstrukturen

150-250 n.Chr.

Die Goten stammten vermutlich ursprünglich aus Skandinavien und begannen nach der Jahrtausendwende sich Gebiet der Weichsel (heute Polen ) anzusiedeln. Etwa 150/200 teilen sich die Goten in Wisigoten Westgoten und Ostrogoten Ostgoten . Die Ostgoten siedeln im Schwarzmeerraum (heute Russland und Ukraine ) und verursachten damit die erste größere sie verdrängten die Wandalen und Markomannen nach Süden und die Burgunder nach Westen . Die Westgoten lassen sich vorerst im Norden der Balkanhalbinsel nieder.

Etwa zur gleichen Zeit wie die wanderten die Langobarden von der Unterelbe nach Mähren (heute Tschechien ) und Pannonien (heute östl. Österreich ).

250-350 n.Chr.

Bis zum Einfall der Hunnen kam es zu keinen größeren Bevölkerungsverschiebungen. römische Reich zog sich im Laufe der Jahrzehnte weiter zurück und hatte zunehmend mit innenpolitischen zu kämpfen bis es 395 n. Chr. das west- und oströmische Reich geteilt wurde.

In dieser Zeit kam es nur kleineren Einfällen in römisches Herrschaftsgebiet die entweder wurden oder mit kleineren Grenzkorrekturen endeten. Viele wurden auch als Bundesgenossen gezielt an den des römischen Reiches angesiedelt und bildeten Puffer den wilderen Stämmen.

350-410 n.Chr.

Ab etwa 350 drangen die Hunnen aus den mongolischen Steppen nach Südrussland vor und verursachten damit wellenartige Fluchtbewegungen Stämme nach Süd- und Westeuropa .

375 besiegten die Hunnen die Ostgoten und verdrängten die Westgoten .

Die geschlagenen Ostrogoten (verballhornisiert zu Ostgoten ) wanderten daraufhin nach Westen und drangen Italien ein die Visigoten (verballhornisiert zu Westgoten ) fielen ins Oströmische Reich ein zogen den Balkan Peloponnes (heute Griechenland ) und Ende des 4. Jahrhunderts nach Italien . 410 eroberten die Westgoten unter König Alarich I. Rom . Sie wanderten weiter in den Südwesten Galliens wo sie das so genannte Tolosanische Reich bei Toulouse errichteten. 507 wurden sie von den Franken besiegt und auf die iberische Halbinsel Spanien) verdrängt. 711 brach das Westgotenreich durch den Sieg Araber zusammen.

410-450 n.Chr.

Die Goten hatten die Wandalen ursprünglich in das Gebiet zwischen Weichsel Oder abgedrängt. Zu Beginn des 4. Jahrhunderts zogen sie nach Gallien und erreichten 409 die Iberische Halbinsel . Von den Westgoten bedrängt führte sie ihr Weg nach Nordafrika und 439 eroberten sie unter König Geiserich Karthago wo sie das Wandalenreich gründeten. Von aus zogen sie nach Italien und plünderten 455 Rom später Korsika und Sardinien . Erst 534 zerschlug der byzantinische Feldherr Belisar das Wandalenreich.

Das Reich der Hunnen reichte mittlerweile vom Kaukasus bis an die Donau und den Die Hunnen fielen unter Attila in Gallien ein. Erst eine gemeinsame Streitmacht der Römer Franken Burgunder und Westgoten konnte sie 451 schlagen ( Schlacht auf den Katalaunischen Feldern ). Nach Attilas Tod 453 zerfiel das Hunnenreich.

450-500 n.Chr.

486 besiegten die Franken unter König Chlodwig vom Niederrhein aus die Römer in Gallien . In den Jahren bis 534 besiegten sie die Alemannen Westgoten Thüringer und Burgunder und beherrschten schließlich einen weiten Teil Zentraleuropas .

Etwa zur selben Zeit drangen die Jüten Friesen Angeln und Sachsen aus Norddeutschland und dem heutigen Dänemark in Britannien ein und besetzten weite des Landes.

476 wurde der letzte der weströmischen Caesaren Romulus Augustus von dem germanischen Heerführer Odowaker abgesetzt der selbst allerdings 493 vom Ostgotenkönig Theoderich in Ravenna nach der so genannten Rabenschlacht ermordet wird. Die Ostgoten unter Theoderich errichten in Italien ein Reich das bis zur Niederlage Byzanz 552 Bestand hatte. Die Hauptstadt Ravenna erlebt eine kulturelle Blütezeit. 568 fielen die Langobarden von Pannonien aus unter König Alboin in Norditalien ein und errichteten das Langobardenreich das bis zur Eroberung durch Karl den Großen bestand.

Erst die neu entstandenen Staatswesen der Langobarden und Angelsachsen hatten Bestand und stabilisierten Verhältnisse in Mitteleuropa wieder.

Literatur

  • Ahrens Peter: Die Völkerwanderung . München 2003. (Populärwissenschaftliches Begleitbuch zur vierteiligen
  • Todd Malcom: Die Zeit der Völkerwanderung . Stuttgart 2002.
  • Pohl Walter: Die Völkerwanderung . Stuttgart u.a. 2002. (Wissenschaftlich fundierte Einführung der Kohlhammer Reihe)
  • Rosen Klaus: Die Völkerwanderung . München 2002. (Ansprechende Überblicksdarstellung aus der Beck-Wissen-Reihe mit annotierter Kurzbibliographie)
  • Martin Jochen: Spätantike und Völkerwanderung . München 2001. (4. Band in der mit Darstellung Forschungstendenzen und Bibliographien zu Quellen Literatur Ausgangspunkt für die wissenschaftliche Arbeit)

Weblinks

Siehe auch:



Bücher zum Thema Völkerwanderung

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