Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 19. November 2019 

Vadersdorf


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.

Vadersdorf auf Fehmarn

Vadersdorf ist ein Dorf auf der Insel Fehmarn und damit ein Stadtteil der Stadt Fehmarn im Landkreis Ostholstein in Schleswig-Holstein . In der Mitte des Dorfes befindet der Ende des 19. Jahrhunderts erweiterte Dorfteich etwas südlich davon befand sich der die gleiche Zeit verschwundene Thingplatz . Vadersdorf wurde im Jahr 1997 zum zweitschönsten Dorf im Kreis Ostholstein

  • Fläche der Dorfflur: ca. 720 ha.
  • Einwohner: ca. 130 (2003)
  • KFZ-Kennzeichen: OH (Ost-Holstein)
  • Telefonvorwahl: 04371
  • Lage: Vadersdorf liegt etwa in der der Insel Fehmarn in der Ostsee knapp fünf km. vom nördlich gelegenen Grüner Brink entfernt. Am besten zu erreichen ist vom Festland über die E 47. Nach Fehmarnsundbrücke die erste Abfahrt Landkirchen nehmen dann Landkirchen hindurch in Richtung Gammendorf durch Bisdorf hindurch und an der 1. Windmühle einbiegen

Inhaltsverzeichnis

Dorfgeschichte

Das langgestreckte Nord-Süd-Straßendorf (800 Meter) weist lang die gleichbleibende Zahl von etwa 30 auf. Zwei weit auseinander liegende Gebäudezeilen - mit geräumigen Dorfplatz und einer Thingstätte - von einer Dorfumwallung und zwei Toren begrenzt. existieren heute nicht mehr eine Umwallung ist noch in Resten vorhanden.
Das Waldemar-Erdbuch von 1231 verzeichnet Fathaerstorppe mit 20 mansi das sind etwa Hektar. Als älteste Bewohner werden 1280 ein Yerre Riquartsen und 1329 Hinrik Riquartsen Janecke Wimer und Claus Wimer genannt. In der Liste der Settinghe von 1552 werden in Vaderstorppe 32 Abgabepflichtige mit zusammen 78 Mark 4 Schilling aufgeführt.

Bis Ende des 17. Jhd. hat eine ausschließlich bäuerliche Dorfbevölkerung. Einen dörflichen Handwerkerstand es damals noch nicht. Allerdings gab es nachbarschaftlicher Selbsthilfe darunter Buerknechts- Toten- und Brandgilden.

Eine Steuerliste von 1744 zählt auf:

  • 10 Hofstellen ohne Landbesitz.
  • 8 Hofstellen mit Ackerland aber ohne
  • 6 Hofstellen mit Ackerland und je Pferden.
  • 11 Hofstellen mit Ackerland und sechs zwölf Pferden.
Die teilweise hohe Zahl von Pferden bedingt durch die damals übliche Bespannung mit Pferden je Pflug. Der selbstgefertigte Holzpflug mit (Scheibenrädern) eisenbewehrtem Sech und Streichbrett war klobig schwer. Auf größeren Höfen war je ein vorhanden der gegen Gespannstellung oder Lohn die für die kleineren Betrieb mit übernahm.

Für das Jahr 1713 existiert eine Liste über die Nutzung der Dorfländereien . Auf 358 Hektar Ackerfläche wurden angebaut:

Der Viehbestand in Vadersdorf zählt laut dem Verzeichns 1713 folgende Tiere auf:


Vadersdorf - Dorfstraße
größeres Photo

Für das gesamte Dorf sind das - 520 Tiere die ihre Nahrung auf Futterflächen des Dorfes suchen mussten gemeinsam gehütet Dorfhirten und im Winter bei den Einzelbesitzern Gemeinweidefläche beträgt 1713 ungefähr 350 Hektar das etwa die Häfte der Dorfflur.

Die Entwicklung der Einwohnerzahlen :

  • 1730 : Vadersdorf: 165 Einwohner - Insel Fehmarn Einwohner
  • 1803 : Vadersdorf: 164 Einwohner - Insel Fehmarn Einwohner
  • 1845 : Vadersdorf: 215 Einwohner - Insel Fehmarn Einwohner
  • 1885 : Vadersdorf: 217 Einwohner - Insel Fehmarn Einwohner
  • 1925 : Vadersdorf: 178 Einwohner - Insel Fehmarn Einwohner
  • 1961 : Vadersdorf: 132 Einwohner - Insel Fehmarn Einwohner
Gebäudestatistik       Wohnhäuser    Scheunen    Viehhäuser   
1730 35 3 11
1784 33 12 5
1793 31 12 4
1803 31 12 3
1813 31 11 2
1833 35 13 3
1950 35 15 2

1813 hatten 80% der Gebäude ein Strohdach 55% einen Brettergiebel. Die ansteigende Zahl von entspricht der Ausdehnung des Ackerbaus in Vadersdorf. der Viehhäuser wurden ab dem 19. Jhd. gebaut die auch Viehstallungen aufnahmen.

Besondere Beachtung verdient die 400 m. von Vadersdorf auf einer kleinen Anhöhe gelegene der Dorfgeschichte seit Jahrhunderten erwähnte Herrschafts- Mühle . Sie besitzt eine 3 ha. große und vermutlich auch eine Schankkonzession. Sechs Nachbardörfer ihr als Zwangsgäste zugeteilt. Diese Vadersdorfer Regierungsmühle wahrscheinlich eine der beiden ältesten Wyntmölen Fehmarns von 1456 ist brennt 1680 ab und wird nicht wieder aufgebaut.

Der Dorfnachtwächter war dem Gemeindevorsteher und der Kirchspielbehörde unterstellt und musste

das Revier mit jeweils halbstündiger Pause Lärmende zur Ruhe verweisen Fremde anrufen und Weg und Ziel befragen Diebe ergreifen und Gewahrsam nehmen bestohlene Einwohner wecken bei Feuer blasen und Feuerlöschmannschaften mobilisieren. Für das Stunden-Blasen dem Kuhhorn gab es überlieferte Verse:

Tuuut ... Dee Klock hett tein schlagen. is de Klock ... tuuut
Ick wünsch in uns Dörp för Mann Fru
Gesundheit jo un goode Ruh.
Too Eeten un too Drinken ümmer nuch
Schlap good un maak keen Striet in
tuuuuuut

Schule

Eine Schule ist in Vadersdorf früh nachweisbar. Schon 1693 wird ein Görges Kohlhoff als Schulhalter Danach gibt es eine Nebenschule und ab 1815 eine eigene Dorfschule. Im Jahre 1879 wird ein neues Schulhaus gebaut. Von 1950 bis 1953 ist die Schule zweiklassig davor und einklassig. 1968 wird die Schule aufgelöst und der in Landkirchen auf Fehmarn angeschlossen. Der Heimatdichter Hans Hansen Palmus ist zwischen 1926 und 1963 einziger Lehrer der Vadersdorfer Volksschule. Viele seiner humoristischen plattdeutschen Verse streifen das Vadersdorfer Schulleben.

Letzter Lehrer in Vadersdorf ist von 1963 bis 1968 Hans-Hermann Götzel.

Liste der Vadersdorfer Lehrer von 1750 bis 1968:

  • vor 1750: Michael Maas
  • 1753 1765: Joachim Meyer † 1777
  • 1760: Claus Uppensieck
  • 1766: Heinrich Lafrentz † 1789
  • 1767 - 1786: Hinrich Christian Kagel 1737 † 1786
  • 1786 - 1789: Heinrich Lafrentz †
  • 1797 1801: Jürgen Sievert * 1757 1836
  • 1803 1813: Hans Christian Stahl
  • 1814: Joachim Mundt * 1780 in † 1857
  • 1815 - 1831: Claus Friedrich Osterkamp 1786 in Kopendorf † 1831
  • 1831 - 1865: Hans Mildenstein * in Orth
  • 1865 - 1881: Heinrich Bliesemann * in Dänschendorf † 1881
  • 1879 - 1880: interim Emil Christian Ferdinand Henning * 1861 in Grube
  • 1881: Johann Cloppenburg * 1862 in † 1930
  • 1881 - 1889: Peter Björnsen * in Flensburg † 1939
  • 1889: Lohse
  • 1889 - 1891: Paul Adolf Heinrich Mirau * 1864 in Matzwitz † 1921
  • 1891 - 1892: Scheel
  • 1892 - 1926: Friedrich Gustav Max * in Schraplau
  • 1926 - 1963: Hans Hansen Palmus 1901 in Sonderborg
  • 1946 - 1947: Annemarie Beck
  • 1950 - 1953: Martha Thomsen
  • 1963 - 1968: Hans Hermann Götzel

Heute

Heute gibt es noch drei landwirtschaftliche in Vadersdorf. Die touristische Infrastruktur des Ortes gut: elf Vermieter bieten ein reichhaltiges Programm. Vadersdorf gibt es eine krankengymnastische Praxis einen und eine Antikscheune.

Seit 1868 ist Vadersdorf Standort einer Feuerlöschspritze. Diese Vadersdorfer Spritze wurde durch Auffüllen mit Ledereimern Zu diesem Zweck war im Dorf ein zwei Pferden bespannter auf Schlittenkufen befestigter Wasserkübel sog. Notküben ) vorhanden. Im Jahre 1890 kam eine Saug- und Druckspritze nach Seit 1934 gibt es zusammen mit Gammendorf eine Feuerwehr mit etwa 25 Mitgliedern. Die freiwillige erfüllt in Vadersdorf auch vielfältige soziale Funktionen.

Der ehem. regierende Bürgermeister von Berlin Eberhard Diepgen hat hier vor und während seiner insgesamt 14 Jahre Urlaub gemacht.

Weblinks:



Bücher zum Thema Vadersdorf

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Vadersdorf.html">Vadersdorf </a>