Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 21. Oktober 2019 

Varusschlacht


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.

Die Varusschlacht oder Schlacht am Teutoburger Wald fand im Jahre 9 n. Chr. statt. Die Soldaten der Römer erlitten eine vernichtende Niederlage die Germanen . Sie stellte einen Einschnitt für die später noch fortdauernden Versuche des Römischen Reiches dar Germanien zu einer römischen Provinz zu machen.

Inhaltsverzeichnis

Historischer Hintergrund und Verlauf der Schlacht

Nach der Unterwerfung Germaniens zwischen Rhein und Elbe im Jahre 12 v. Chr. errichteten die Römer eine Reihe von Legionslagern in Germanien und schlossen mit den Bundesverträge. Nach einigen Jahren der Ruhe wurde Publius Quinctilius Varus nach Germanien versetzt um dort das römische Recht und insbesondere das römische Steuerrecht einzuführen. Varus ging ein Ruf der Brutalität und Korruptheit voran: "Arm betritt er eine reiche reich verlässt er eine arme."

Sein Gegenspieler war Arminius ein Fürst der Cherusker in der deutschen Geschichtsschreibung zumeist als "Hermann" bezeichnet höchstwahrscheinlich identisch dem Siegfried der Nibelungensage. Arminius war in seiner als Geisel nach Rom gekommen und dort römischen Offizier ausgebildet worden. Er galt als Bundesgenosse und Vertrauter der Römer. Er wurde anderem in den römischen " Ritterstand " erhoben.

Mit Ankunft des Varus und der Steuererhebung gelang es Arminius die verfeindeten Stämme Cherusker Marser Chatten und Brukterer zu einem Bündnis zu bewegen. Er blieb bei Varus und veranlasste ihn auf Weg ins Winterlager einen Abstecher zu machen einen angeblichen (kleinen) Aufstand niederzuschlagen. In unwegsamem gingen Arminius und seine Verschwörer voraus angeblich um Verbündete zu bringen. weitermarschierende Varus geriet in einen Hinterhalt. Sumpf Wälder und Regen behinderten die materiell Römer. Drei Tage dauerte die Schlacht in Varus versuchte sich zum Rhein zurückzuziehen. In Nächten konnte er noch befestigte Lager errichten am dritten Tag waren die Römer besiegt. Legionen (die XVII XVIII XIX) mit zusammen 20.000 Soldaten sowie viele Hilfstruppen und Begleiter ums Leben. Varus selbst beging mit seinen Offizieren Suizid . Sein Kopf wurde abgeschnitten und gelangte Umwege nach Rom . Kaiser Augustus soll angesichts der Niederlage haben: Vare legiones redde (Varus gib die Legionen zurück).

Der Schlacht folgte ein weitgehender Rückzug Römer aus Germanien. Im Jahre 14 n. begann Germanicus Rachefeldzüge in denen erneut viele Menschen beiden Seiten das Leben verloren. Die Feldzüge weil die Kosten (an Menschen und Material) die Römer zu hoch wurden. Letztendlich sorgte Ausgang der Schlacht dafür dass Germanien weitgehend des römischen Machtbereichs blieb und eine andere erfuhr als beispielsweise das keltische Gallien eine die schließlich in die Völkerwanderung mündete die im 3. und 4. Jahrhundert zu eigenständigen germanischen Reichen auf römischem führte.

Ort der Schlacht

Fundort des möglichen Prunkgeschirrs des Varus

Vermuteter Ort der Schlacht bei Kalkriese

Es ist lange gerätselt worden wo Schlacht stattgefunden haben könnte. Da der Geschichtsschreiber Gaius Cornelius Tacitus vom "saltus teutoburgensis" schreibt hat sich Begriff von der "Schlacht im/am Teutoburger Wald" Allerdings hat der heute Teutoburger Wald genannte Höhenzug seinen Namen erst viel erhalten (er hiess früher Osning!) so dass mit Tacitus Ortsangabe vermutlich gar nichts zu hat.

Theodor Mommsen hatte aufgrund der relativ grossen Anzahl Goldmünzen mit dem Bildnis des Augustus bereits des 19. Jahrhunderts vermutet dass in dem nördlich von Osnabrück zwischen Kalkrieser Berg und Großem Moor im Wiehengebirge in augustäischer Zeit wahrscheinlich Kampfhandlungen stattgefunden Seit 1990 sind in dem Gebiet viele Funde wie Münzen militärische Ausrüstungsgegenstände und Wallanlagen worden. Daneben deuten auch umfangreiche menschliche Skelettreste mit Schwerwunden auf das Stattfinden einer oder Gefechte hin. Natürlich müssen hier auch der eines Krieger-(Prunk-)Maskenkerns mit offenbar fehlender silberner Ausprägung eine als Deichselende umfunktionierte Glocke genannt werden. wichtigsten sind aber eindeutig die Funde von

Die Lokalisierung in Kalkriese wird allerdings von allen Wissenschaftlern anerkannt. Alternative Theorien legten Ort der Schlacht z. B. an den Harz in der Nähe von Halberstadt oder nach Hildesheim weil einzelne Forscher Autogramme des Varus einigen Prunkstücken des Hildesheimer Silberfundes entdeckt haben wollen.

Das Hermannsdenkmal bei Detmold ein Symbol des erwachenden deutschen Nationalismus muss deshalb aber nicht umgesetzt werden.

Nach den neuesten Forschungsergebnissen (siehe u.a. Doktorarbeit von Ralf G. Jahn) fanden mit Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Kampfhandlungen bei Kalkriese statt. Gegend von Kalkriese bietet die Vereinigung von Hügeln Wäldern und Mooren. Sie zeigt daß ein wesentlicher Teil des Kampfgeschehens sowohl im als auch am Rande von Gräben und auch in waldreichem Gebiet abgespielt hat. Bei Varusschlacht handelt es sich um ein mehrteiliges das sich über drei Tage an völlig Orten erstreckte und aus einer Reihe von bestand. Die Kampfhandlungen verteilten sich auf eine lange Strecke von über 100 km. Diese erinnert an die Schlacht am Trasimenischen See zwischen Berg und See) wo im Jahre v. Chr. innerhalb von nur drei Stunden Römer gefallen sind. Das Gelände war seinerzeit geeignet einen Marschverband zu attakieren.

Der Weg durch die Kalkrieser-Niewedder Senke eine der zentralen West-Ost-Verbindungen in Norddeutschland. Aus Grund haben die Römer ihn auch gewählt. eine Verbindung von erstrangiger Wichtigkeit konnte durch Engen oder Schluchten führen die nur unter Voraussetzung politisch verläßlicher Verhältnisse gefahrlos passiert werden Wenn aber die Römer sich sicher fühlten zudem Kundschafter von vermeintlich verbündeten Germanenstämmen an Spitze ritten (die aber in Wirklichkeit zu Verschwörern gehörten) konnten die Germanen mit Hilfe blitzartiger Angriffe mit anschließendem sofortigen Rückzug den Heeresverband langsam aber sicher so schwächen daß Legionen innerhalb von drei Tagen vernichtet waren.

Das Gelände von Kalkriese wurde im durch ein riesiges Hochmoor („Sümpfe“) im Süden das sich schräg zulaufende Wiehengebirge begrenzt. Die verengt sich an den Ost- und den des Kalkrieser Berges auf weniger als 100 Der Weg der nicht mit einer gut Römerstraße verwechselt werden darf war natürlich noch ebenso die Brücken die über Bäche und führten. Solche Engstellen lösten bei größeren Truppenverbänden auf ihnen entlang zogen unweigerlich Rückstaueffekte aus. Breite einer Kolonne hängt immer von der Stelle des zu passierenden Weges ab. Die wird bei 3 Legionen 3 Alen und Cohorten sowie einem außergewöhnlich großen Troß und unbekannten Zahl von begleitenden Zivilisten mindestens 15-20 betragen haben. Um eine optimale Wirkung zu empfiehlt sich zuerst ein Angriff auf die Wenn diese stehen bleibt um den Angriff erwidern geht der Zusammenhalt mit der restlichen verloren. Auch ist die Reaktionsfähigkeit herabgesenkt. Die geradeaus ergibt sich zwingend um aus der Einkreisung auszubrechen. Der Oberbefehlshaber erfährt nur durch von den Vorgängen und kann so die nicht gut einschätzen geschweige denn die richtigen erteilen. Die Gerüchte über einen Feind den Legionär nicht von vorne sieht sondern der dem eigenen Rücken angreift verschlechtern die Kampfmoral durch die heftigen Regengüsse noch weiter verschlimmert Wie sollte Varus auf dem schmalen Weg vollgepfropft war mit Soldaten Wagen und Pferden vornehmen? Wie sollten Verstärkungen an bedrohte Stellen werden wo alles feststeckte und jeder sich eigene Faust mit einem Feind der kaum wurde auseinanderzusetzen hatte? Wie sollten Befehle über Strecken weitergegeben werden? Weil die Marschkolonne mit Troß und den vielen Unbewaffneten durchsetzt war die Römer außerdem nicht ohne weiteres dicht Ihre einzelnen Abteilungen waren aufgrund der Taktik „zerstreuten Gefechts“ jeweils quantitativ schwächer als die Stoßtrupps der Germanen. So erlitten die Legionäre und nach aber unaufhaltsam erhebliche Verluste ohne den Germanen ebenfalls nennenswerte Verluste zufügen zu denn diese zogen sich schon nach kurzer wieder in die bewaldeten Anhöhen zurück. Die zu einem Gegenschlag ergab sich nicht.

Germanicus besuchte im Jahre 15 n. das Schlachtfeld der clades Variana und bestattete Gefallenen. Ganz in der Nähe fand die Schlacht statt die seit Knoke auch als von Barenau“ bezeichnet wird. Beide Schlachtfelder können durchaus überlappt haben. Nur wenig später stellte den römischen General Caecina an den pontes (Bohlenweg) einer Stelle die topographische Ähnlichkeiten mit Ort der Varusschlacht aufweist. Die Caecina-Schlacht ist Tacitus bewußt als ein für die Römer ausgehendes Gegenstück zur Varusschlacht gestaltet. Tatsächlich ist Caecina-Schlacht in ihrem Verlauf der Varusschlacht ähnlich sie viele Gemeinsamkeiten mit ihr aufweist. In 10 km Luftliniendistanz zu Kalkriese haben Archäologen Bohlenweg aufgefunden der dendrochronologisch in das Jahr n. Chr. datiert werden kann und wo germanische Waffen mit Kampfspuren gefunden hat. Der vor dem Sandforde bei Kalkriese selbst ist Bohlenweg.

Aufgrund der Münzfunde ist Kalkriese strukturell als Haltern. Sowohl die Relation der Münzen auch die absolute Chronologie sprechen gegen eine Datierung von Kalkriese. Art Menge und Verbreitung Münzen lassen nur den Schluß zu daß sich bei Kalkriese um eines unter vielen der varianischen Legionen handelt. Die großräumige Streuung gesamten Fundmaterials sowie der Münz- Einzel- und macht die Interpretation als Verlustgut unwahrscheinlich. Die des Fundstranges spricht für ein unkoordiniertes und Vorgehen der Römer. Dies alles spricht speziell dieser einen Stelle nicht gerade für einen Sieg den Caecina trotz großer Schwierigkeiten schließlich noch erringen konnte. Bezüglich der Datierung des muß berücksichtigt werden daß Germanicus es zweimal und daß im Jahre 15 n. Chr. Schlachten in der näheren Umgebung geschlagen wurden sich die Schlachtfelder zum Teil überlappt haben zu den Münzen aus dem Jahre 9 haben die Römer also damals schon quasi Münzen aus dem Jahre 16 n. Chr. um unsere heutigen Ausgräber zu verwirren. In Zusammenhang ergab sich die Möglichkeit des Münzverlustes. wenn die Lugdunum-Asse erst 12 oder 14 Chr. geprägt worden wären wäre dies also Gegenbeweis.

Neueste Forschungsergebnisse

In der Arbeit von Ralf G. wurde der Versuch unternommen bei dem jetzigen der Forschung die schriftlichen Quellen und die Überreste (Kalkriese) aneinander zu überprüfen. Der Schlachtbericht Cassius Dio trifft im wesentlichen zu. Seine wurde so gestärkt während zugleich die (schon äußerst geringe) des Florus in das Bodenlose . Einzelheiten wie die Gabelung der römischen westlich von Kalkriese und die Anlage von konnten neu gewonnen werden. Besonders wichtig ist der römische Einfluß auf die kämpfenden Germanen war als bisher angenommen. Die Erhebung erfolgte dem römischen Herrschaftsapparat selbst heraus und ohne Rückhalt wäre weder die Logistik des Anschlages die Reichweite der Verschwörung zu erklären. Die der Streitkräfte des Arminius dürfte sich in Größenordnung von etwa 50.000 Mann bewegt haben Schätzung).

Das strategische Ziel des Arminius war Sturz der römischen Herrschaft im heutigen Nordwestdeutschland operationale die Vernichtung der römischen Besatzungstruppen und taktische das Locken der römischen Marschsäule in Hinterhalt. Der Sieg bei Kalkriese war das einer geschickten Planung die sämtliche Schritte der mit einkalkulierte. Ein besonderer Erfolg war aber Schmieden einer standfesten Koalition aus mindestens 11 sowie das Einbinden des selbstbewußten und stets seine Unabhängigkeit bedachten germanischen Adels in dieser viele Jahre hindurch! Selbst einige militärische Rückschläge Germanicus konnten diese Arminius-Koalition nicht ernsthaft erschüttern.

Die katastrophale Niederlage des Jahres 9 Chr. hatte fast den völligen Rückzug Roms die Ausgangspositionen vor der Offensive von 12 Chr. zur Folge. Die Vernichtung der 3 6 Cohorten und 3 Alen war identisch dem Verlust aller römischen Stützpunkte zwischen Rhein Weser sowie gleichbedeutend mit der (faktischen) Preisgabe darüber hinausgehenden Ambitionen. Das Konzept zum Schutze Reichsgrenze durch vorgelagerte Stützpunkte und Einflußnahme auf Führer erwies sich trotzdem nicht als als Die römische Herrschaft rechts des Rheines war natürlich nicht ausgelöscht.

Die germanische Kampfkraft ist zwischen der (16 v. Chr.) und der Varusschlacht (9 Chr.) gewaltig gesteigert worden. Da dies nicht war fühlte sich Varus mit seinen 3 sehr sicher und konnte keineswegs erahnen daß germanischer Aufstand gerade seiner Armee eine so Niederlage bereiten konnte.

Rom hatte Glück daß die Gallier für sie günstige Situation nicht zu einem nutzten. Aber diese sahen richtig daß die des Varus keine erfolgversprechende Basis für einen war.

Literatur

  • Schlüter Wolfgang Römer im Osnabrücker Land 1991

  • Berger Frank Kalkriese 1. Die römischen Mainz 1996.

  • Schlüter Wolfgang/ Wiegels Rainer Rom Germanien die Ausgrabungen von Kalkriese Osnabrück 1999.

  • Ralf G. Jahn: Der Römisch - Krieg (9-16 n. Chr.). Inaugural-Dissertation zur Erlangung Doktorwürde der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Bonn 2001.

  • Gisela Graichen. "Wo Arminius die Römer in Gisela Graichen und Hans Helmut Hillrichs C14 - Vorstoß in die Vergangenheit. Archäologische in Deutschland (1992).

siehe auch: Aliso

Weblinks

http://www.kalkriese-varusschlacht.de - Museum und Park Kalkriese
http://www.varusschlacht-am-harz.de - Halberstadt als Ort der Schlacht



Bücher zum Thema Varusschlacht

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Varusschlacht.html">Varusschlacht </a>