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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 9. Februar 2010 

Vaticinium ex eventu


Ein vaticinium ex eventu (lat.: Weissagung vom Ereignis her) ist theologischer bzw. historiographischer Fachausdruck. Er bezeichnet die einer Prophezeiung in einen Text nachdem der Autor dem Ereignis Kenntnis hatte. Die Prophezeiung wird im chronologischen Ablauf des Textes vor dem des Ereignis eingeführt.

Darüber in welchem Ausmaß biblische Prophetien vaticinia ex eventu zu deuten sind besteht Einigkeit.

Evangelikale und traditionalistische Theologen halten Weissagungen der Bibel in der für tatsächliche Voraussagen.

Unter historisch-kritischen Exegeten besteht Einigkeit dass die Weissagung der Jerusalems etwa in Lk 21 24 erst nach dem Ereignis ist. Für die Prophezeiungen Jesu in denen seinen Tod und seine Auferstehung vorhersagt (z.B. Mk 8 31) halten es dagegen eine von Exegeten für plausibel dass sie in Kern vor seinem Tod entstanden sind.

Im Hinduismus schafft der Prophet Madhva im 13. Jahrhundert ein vaticinium ex eventu indem er vedische Prophezeiung auf seine Person deutet und somit zur göttlichen Inkarnation deklariert.

Das Buch Mormon enthält nach Ansicht von Nichtmormonen diverse ex eventu etwa über Christoph Kolumbus oder den Mormonengründer Joseph Smith Jr.



Bücher zum Thema Vaticinium ex eventu

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