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Versicherung


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Der Begriff Versicherung wird allgemein mehrdeutig verwendet. Man versteht

  1. Eine Gesellschaft die Versicherungsverträge anbietet.
  2. Den Versicherungsvertrag selbst.
  3. Das Grundprinzip der kollektiven Risikoübernahme.

Inhaltsverzeichnis

Grundprinzip der Versicherung

Das Prinzip einer Versicherung besteht darin eine größere Anzahl von Versicherungsteilnehmern ( Versicherungsnehmer ) einen Beitrag (die Versicherungsprämie ) an ein Versicherungsunternehmen entrichten um ein schwerwiegendes Risiko (z.B. ein Schadensereignis ) abzusichern das jeden treffen kann aber zwingend treffen muss. Wird das Risiko für einzelnen Versicherungsnehmer nicht realisiert geht die geleistete für den Versicherungsnehmer in den meisten Versicherungssparten Wird das Risiko realisiert (tritt das versicherte ein) werden die versicherten Leistungen durch das erbracht. Für das Versicherungsunternehmen ist das Geschäft rentabel weil die Versicherungsprämien mit mathematischen/statistischen Methoden kalkuliert werden dass sie insgesamt den Aufwand den erbrachten Leistungen decken. Dies funktioniert allerdings dann zuverlässig wenn genügend Versicherungsverträge zum Risikoausgleich gleichen Versicherungsunternehmen bestehen (siehe auch das Gesetz der großen Zahl ).

Die versicherbaren Risiken sind sehr vielfältig sich aber auf wenige Risikogruppen reduzieren:

  • biometrische Risiken (z.B. Todesfall Langlebigkeit Berufs- Erwerbsunfähigkeit) werden in Lebensversicherungsprodukten abgedeckt
  • Kostenrisiken (z.B. Gerichtskosten Krankheitskosten) werden beispielsweise die Rechtsschutzversicherung und die Krankenversicherung gedeckt
  • Schadensrisiken (z.B. Feuer Unfall Diebstahl) werden zahlreiche Schadensversicherungsarten gedeckt (z.B. Wohngebäudeversicherung Unfallversicherung Hausratversicherung)
  • Haftungsrisiken werden durch zahlreiche Formen der Haftpflichtversicherung gedeckt

Die Zweige der Sozialversicherungen können nur eingeschränkt zu den Versicherungen werden da es sich um umlagefinanzierte staatlich Pflichtversicherungen handelt. Sie werden an dieser Stelle weiter behandelt.

Keine Versicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung begann zwar als echte Invaliditätsversicherung (wobei Invalidität ab einem bestimmten Alter als gegeben wurde und nicht mehr nachgewiesen werden musste) Versicherungscharakter ging jedoch mit der zunehmenden Lebenserwartung 20. Jahrhundert und der Wandlung zu einer Altersrente immer mehr verloren.

Eine Lotterie ist einer Versicherung in manchen Aspekten ähnlich nicht zuletzt auch deshalb weil Versicherungen vielfach Wett- oder Lotteriecharakter hatten.

Untypische Versicherungen

Eine besondere Form der Lotterie ist Tontinenversicherung bei der eine Gesamtheit von Anlegern Betrag aufbringt der nach dem Ablauf einer Laufzeit verzinst an die Überlebenden der Gesamtheit wird. Hier steht die Beitragszahlung nicht unter Für die Leistung wird das biometrische Risiko Erhöhung der Rendite für die Überlebenden genutzt.

Der Versicherungsvertrag

Rechtsquellen

Der Versicherungsvertrag ist ein privatrechtlicher Vertrag. der hervorgehobenen volkswirtschaftlichen Bedeutung der Versicherungen und zahlreichen Spezialitäten des Versicherungsrechts wurde 1908 das über den Versicherungsvertrag ( Versicherungsvertragsgesetz - VVG ) in Kraft gesetzt. Als Spezialnorm des hat es Vorrang vor den Normen des Gesetzbuchs (BGB) von dem nur die allgemeinen und der spezifische Sprachgebrauch in der Auslegung das VVG maßgeblich sind.

Neben dem BGB haben das Gesetz der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBG) und das Handelsgesetzbuch Einfluss auf den Versicherungsvertrag.

Das VVG findet keine Anwendung auf Zweige der Sozialversicherung die Seeversicherung und die Rückversicherung .

Neben den gesetzlichen Normen sind die den jeweiligen Versicherungsvertrag geltenden Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) von zentraler Bedeutung. In den AVB der Versicherungsfall die Leistungsmodalitäten und andere wichtige Details zum Versicherungsvertrag geregelt. Vereinbarungen die nur den konkreten Versicherungsvertrag gelten und nicht mit Inhalt der für den Vertrag massgeblichen AVB sind werden in so genannten Besonderen Vereinbarungen (BV) festgehalten. Diese haben in ihrer Wirkung vor den AVB.

Bis 1994 war der deutsche Versicherungsmarkt reguliert. Dies dass jeder Versicherungstarif inklusive der AVB und versicherungsmathematischen Kalkulation explizit durch die damals zuständige (Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen) genehmigt werden musste. für das einzelne Versicherungsunternehmen das Genehmigungsverfahren zu wurden daher einheitliche AVB in den verschiedenen verwendet. So waren beispielsweise die privaten Haftpflichtversicherungen Anbieter hinsichtlich ihrer AVB identisch der Wettbewerb sich fast ausschließlich auf der Preisebene. Mit Deregulierung des deutschen Versicherungsmarktes 1994 entfiel die Genehmigungspflicht für neue Tarife ihre AVB so dass sich schon nach Zeit in einigen Sparten (z.B. Berufsunfähigkeitsversicherung ) ein heftiger Wettbewerb bei den AVB Soll heute ein Versicherungsvertrag neu abgeschlossen werden ein Bedingungsvergleich unverzichtbar.

Der einzelne Versicherungsvertrag wird im so Versicherungsschein (oder auch Police) dokumentiert. Im Versicherungsschein alle vertragsindividuellen Inhalte festgehalten (z.B. Versicherungsbeginn und Prämie Versicherungssummen versicherte Risiko Tarif).

Am Versicherungsvertrag Beteiligte

Die Vertragsparteien eines Versicherungsvertrags sind die auf der einen und der Versicherungsnehmer auf der anderen Seite. Als Versicherungsnehmer natürliche wie juristische Personen in Frage. Auf Vertragsseiten können auch mehrere Parteien beteiligt sein. ist es beispielsweise möglich dass es zwei gibt (z.B. Ehepaar) genauso wie mehrere Versicherer an einem Versicherungsvertrag beteiligt sind.

Bei Personenversicherungen gibt es darüber hinaus eine oder mehrere versicherte Personen auf die das versicherte Risiko abgestellt Die bezugsberechtigten Personen in der Lebensversicherung gehören engeren Sinn nicht zu den Beteiligten.

Indirekt gilt auch der Versicherungsvermittler als Beteiligter da er als Handelsvertreter Makler den Versicherungsvertrag zwischen den Vertragsparteien vermittelt.

Rechtspflichten und Obliegenheiten der Beteiligten

Der Versicherungsnehmer hat die vom Versicherer Pflicht die Versicherungsprämie zu zahlen. Obliegenheiten sind nicht einklagbar werden sie jedoch vom Versicherungsnehmer verletzt kann es sein dass der Versicherer Versicherungsleistung erbringen muss. Die Obliegenheiten unterscheiden sich nach Art der Versicherung erheblich. Sie können bestehen dass der Versicherungsnehmer nach Eintritt des zumutbare Maßnahmen zur Vermeidung von Folgeschäden ergreifen können aber auch nur darin bestehen den innerhalb einer bestimmten Frist über den eingetretenen zu informieren.

Die vertragliche Hauptleistung des Versicherers ist so genannte Gefahr- oder Risikotragung dass heißt Schadensfall die vereinbarte Leistung zu erbringen. Der hat keine Obliegenheiten zu erfüllen sondern je Art der Versicherung Nebenleistungen zu erbringen. So beispielsweise in der Haftpflichtversicherung der Versicherer die unberechtigter Schadensersatzforderungen übernehmen.

Wichtige Arten von Versicherung

Allgemein werden Versicherungen an Hand von Kriterien in Gruppen eingeteilt:

1. Personen- und Nichtpersonenversicherungen

  • Die Personenversicherung gliedert sich in die Lebens- die Kranken- und die Unfallversicherung .
  • Zur Nichtpersonenversicherungen werden alle Sach- Haftpflicht- und Vermögensversicherungen gerechnet.

2. Schadens- und Summenversicherungen

  • Die Schadensversicherung deckt im Versicherungsfall den konkreten Eine vereinbarte Versicherungssumme beschreibt bei dieser Versicherungsart die maximale Versicherungsleistung. Typische Schadensversicherungen sind die die Hausrat- die Haftpflicht- und die Rückversicherung
  • Die Summenversicherung leistet im Versicherungsfall eine vorbestimmte Summenversicherungen sind immer Personenversicherungen bekanntestes Beispiel ist Lebensversicherung.

Weblinks




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