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Vertreibung


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Vertreibung bezeichnet das gewaltsame Aussiedeln von Bevölkerungsgruppen von ihnen besiedelten Gebieten durch machtpolitische und/oder Maßnahmen.

Auch die Völkerwanderungsbewegungen zu Beginn der christlichen Zeitrechnung waren möglichen klimatischen Veränderungen in den früheren Siedlungsgebieten durch den Druck der einen Menschengruppe ( Stamm Population) auf die benachbarte Population verursacht können im Sinne des Wortes als Vertreibung werden.

Inhaltsverzeichnis

Vertreibungen im 20. Jahrhundert

Zu den bekanntesten Vertreibungskomplexen des 20. Jahrhunderts zählen:
  • Afrika: Bereits vor der europäischen Kolonialherrschaft sich Völker in Afrika gegenseitig bekriegt wobei auch zu Vertreibungen kam; dies setzte sich und nach der Zeit der Kolonialherrschaften fort zum Beispiel in Ruanda in den 1990er Jahren
  • Deutschland: Vertreibung slawischer Völker aus Teilen der von Deutschland Länder und der ehemals deutschen Ostgebiete.
  • Griechenland und Türkei : Vertreibung der gegenseitigen Minderheiten in der des Ersten Weltkriegs und der Etablierung der Türkischen Republik
  • Indien : Bei Erreichen der Unabhängigkeit von Großbritannien und der Etablierung von Pakistan und der Indischen Union wurden teilweise Hindus und Moslems aus den mehrheitlich von Angehörigen der Religionsgemeinschaft besiedelten Gebieten vertrieben.
  • Jugoslawien : Die als 'ethnische Säuberungen' bekannt gewordenen innerhalb des ehemaligen Jugoslawiens in den 1990er
  • Maßnahmen unterschiedlicher Härte mit denen Minderheiten dem Ersten Weltkrieg die Aussiedlung nahegelegt wurde zum Beispiel Deutschen aus den nach Versailles polnisch gewordenen Gebieten
  • Sowjetunion : Erzwungene Umsiedlung von Völkern die als unzuverlässig angesehen wurden durch Stalins Regierung
  • Zweiter Weltkrieg : Vertreibung von Deutschen aus Teilen Osteuropa aus Polen

Die Vertreibungen nach dem Zweiten Weltkrieg

Im europäischen und vor allem deutschen wird unter dem Stichwort "Vertreibung" vor allem Vertreibung der Deutschen aus Ost- und Mitteleuropa dem Zweiten Weltkrieg verstanden. Der gesamte Komplex muss aber im größeren Zusammenhang der Diktaturen von Hitler und Stalin gesehen werden:
  • die oben erwähnten Deportationen unter sowjetischer unter anderem im Baltikum 1940 oder die Auflösung der Wolgarepublik 1941 ;
  • die Vertreibung eines Teils der Juden aus Deutschland durch immer weitergehende Formen Ausgrenzung seit 1933 bis etwa 1938 ; danach wurden die Juden ermordet;
  • die durch Hitler und Stalin 1939 vereinbarte Aussiedlung von Deutschen aus Gebieten sowjetischer Herrschaft sowie dem Balkan ;
  • die deutsche Besiedlung von zuvor polnischen im Zweiten Weltkrieg (" Warthegau ");
  • die Umsiedlung der polnischen Bevölkerung aus von der Sowjetunion im Zuge der Regelungen dem Zweiten Weltkrieg beanspruchten polnischen Ostprovinzen in ehemaligen Ostgebiete des Deutschen Reiches
  • schließlich die genannte Flucht und Vertreibung Deutschen.

Nach dem Potsdamer Abkommen 1945 setzte Stalin mit Zustimmung der Alliierten einige neue Staatsgrenzen in Europa durch die zur künftigen Kriegsvermeidung auch zu ethnischen Grenzen machen wollte da Hitler seiner Überfälle und Kriege mit "Unterdrückung von gerechtfertigt hatte. Obgleich offiziell noch keine endgültige gezogen war billigten die westlichen Alliierten pauschal diese Umsiedlungen die in einer Art geschehen sollten (was der bereits angelaufenen keineswegs entsprach) mit der Begründung dass die und Kulturen im Osten "jünger" und "weniger gefügt" seien als in Westeuropa und man ethnisch homogene Staaten in Zukunft Konflikten wie Zweiten Weltkrieg aus dem Weg ginge.

Bei den Vertreibungsgebieten handelte es sich

  • an Polen durch die Alliierten zuerkannte des ehemaligen Deutschen Reiches und Danzigs wie südliche) Ostpreußen Westpreußen Pommern der Neumark Brandenburg Schlesien ;
  • den nördlichen Teil Ostpreußens von Stalin der Russischen Teilrepublik zugesprochen;
  • das so genannte Sudetenland also die nördlichen und westlichen Ränder Tschechoslowakei ;
  • Gebiete der damaligen Sowjetunion neben einer Streubesiedlung vor allem die deutsche " Wolga -Republik";
  • die Länder Südosteuropas wie Ungarn und Jugoslawien .

Es gab ungefähr 15 Millionen deutsche und Vertriebene. Ihre Aufnahme verlangte von Deutschland der DDR (sowohl im Westen als auch im in den 1940er 1950er und 1960er Jahren eine große Integrationsleistung. Durch die im großen Maßstab verdoppelten einige Länder zum Mecklenburg ihre Einwohnerzahl vormals konfessionell homogene Regionen starken eigenen Traditionen zum Beispiel Oberbayern und die Lüneburger Heide besaßen nun große Bevölkerungsgruppen mit einem Lebensstil und konfessioneller Prägung. Zum Teil kam zu ganzen Stadt- und Ortsneugründungen wie Espelkamp Waldkraiburg Traunreuth Geretsried oder Pentenried bei München .

In den von Deutschen verlassenen Gebieten Polens wurden unter anderem ebenfalls umgesiedelte Polen dem ehemaligen Ostpolen (der Region Wilna der westlichen Hälfte des heutigen Weißrussland Wolhynien und Galizien ) angesiedelt. Hinzu kamen unzählige polnische Zwangsarbeiter nun mit der Westverschiebung ihres Heimatlandes heimatlos waren und nun in für sie fremden sesshaft werden mussten. Die von den Polen Osten verlassenen Gebiete waren vor dem Krieg besiedelt und wurden von einem Völkergemisch bewohnt. wohnen in diesen nun dünn besiedelten Gebieten dem Völkermord an der jüdischen Bevölkerung und der Vertreibung der Polen dort meistens die Oberschicht stellten fast nur Weißrussen Litauer Ukrainer und Russen .

Im an die Sowjetunion gefallenen Kaliningrader Oblast wurden ebenfalls umgesiedelte Russen Weißrussen und Ukrainer angesiedelt. Vielfach strandeten auch ehemalige sowjetische Zwangsarbeiter auf dem Weg aus Deutschland nach im ehemaligen Nordostpreußen da sie unter Umständen Hause ein Prozess wegen Landesverrats erwartete.

Im Sudetenland wurden vor allem Tschechen aus dem Landesinneren Slowaken und Sinti und Roma angesiedelt. Hinzu kamen viele als "Repatrianten" Tschechen die aus Familien stammten die früher nach Frankreich Polen oder die USA ausgewandert waren.

Die Motive für die Vertreibungen

Hinter den Vertreibungen der Deutschen aus Osten standen mindestens zwei Hauptursachen:

1. Die nationalsozialistische Expansions- und Ausrottungspolitik des Zweiten Weltkriegs hat die bereits belasteten immer noch tragfähigen Beziehungen zwischen Deutschen und Volksgruppen in Mittel- und Osteuropa von Grund zerstört. Die als "Untermenschen" angesehenen und behandelten wurden durch diese Politik in eine Position in der nur noch der bewaffnete Partisanenkampf gegen die deutschen Aggressoren als Mittel Selbstverteidigung blieb. Mit der sich abzeichnenden militärischen des nationalsozialistischen Deutschlands bekamen die mit Ausrottung Völker die Gelegenheit sich für die ihnen Verbrechen zu rächen. Der Besitz der Vertriebenen dabei enteignet konfisziert oder geplündert so dass diese ökonomische Seite der Vertreibung der Raubzug und Bereicherungsabsicht zu den eigentlichen Vertreibungsmotiven gezählt werden

2. Für einige der osteuropäischen kommunistischen waren die Vertreibungen der Deutschen eine Gelegenheit Macht zu festigen. Es sollte aber auch Kriegsvermeidung dienen. Mit der Vertreibung der Deutschen einige der kommunistischen Nachkriegsregierungen außerdem national homogene und wollten sich so vieler Konflikte der die auf dem multinationalen Charakter dieser Staaten Vielvölkerstaaten beruhten entledigen.

3. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden deutschen Bevölkerungsteile in diesen Staaten häufig zur instrumentalisiert und ließen sich instrumentalisieren (wie etwa Sudetendeutsche Partei Konrad Henleins ). In der Logik der Zeit wollte künftige solche Gefährdungen ausschliessen.

Insgesamt rechnet man dass im 20. weltweit ungefähr 50 Millionen Menschen vertrieben worden manche sogar mehrmals innerhalb nur einer Generation.

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