Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Vinzenz von Lérins (auch Vincenz Vincent Vincentius; Lerin Lerinum; Vincentius Lerinensis) (* unbekannt; † zwischen 434 und 450 vermutlich in Lérins) Heiliger war Mönch Kirchenvater .
Vinzenz ist berühmt wegen seines sogenannten daß das "was überall immer von allen worden ist" wirklich katholisch sei. Im Vaticanum fand sein "zweiter Kanon" über den Anwendung.
Über das Leben des Vinzenz von ist nur wenig bekannt das meiste basiert vagen Schlüssen. Sicher ist nur daß er Jahre 434 unter dem Pseudonym Peregrinus (Pilger) ein Werk mit dem Titel Commonitorium geschrieben hat. Dies überliefert uns Gennadius seinem Schriftstellerkatalog. Ferner bezeichnet er Vinzenz als profan als auch religiös gut gebildeten Mann Priester "beim Kloster Lérins" gewesen sei. Sein gibt er mit den Regierungszeiten der Kaiser Theodosius II. und Valentinian III. an d.h. zwischen 425 und 450 . Im Commonitorium findet sich zudem ein auf das Konzil von Ephesus das "vor drei Jahren" stattgefunden habe. muß die Zeit der Abfassung um 434 und Vinzenz noch am Leben gewesen Aus einigen Stellen bei seinem Mitbruder Eucherius Lyon wollte Adolf Jülicher schließen Vinzenz müsse im Jahre 445 noch am Leben gewesen sein. Diese wird aber nur von wenigen Autoren geteilt.
Im Commonitorium selbst finden sich einige Angaben im ersten Kapitel. Aufgrund der sehr Sprache sind diese aber schwer zu deuten. wahrscheinlichste Deutung der Stellen ist daß Vinzenz ein sehr weltliches Leben führte bevor er Bekehrungserlebnis hatte und Mönch wurde. Es ist unwahrscheinlich daß er Soldat war wie der zunächst annehmen ließe. Konkrete Details lassen sich nicht erschließen.
Aus den bereits angeführten Stellen bei läßt sich allerdings mit einiger Sicherheit schließen Vinzenz ein "leiblicher Bruder" ( germanus ) des Lupus von Troyes war. Wäre der Fall stammte Vinzenz aus einer adeligen Nordgalliens genauer des heutigen Lothringens oder dessen Gebieten. Friedrich Prinz hat die These aufgestellt das Kloster Lérins ein "Flüchtlingskloster" war. Aufgrund Barbareneinfällen die ihrerseits durch die Hunnen verursacht sei das römische Reich an den Außengrenzen unsicher geworden was auch zur Verlegung der Residenz von Trier in die heutige Provence Viele Adelige folgten dem Kaiser und kamen nach Südgallien. Dort hatte Honoratus selbst aus das Kloster Lérins gegründet das in der vielen Flüchtlingen eine neue Heimat bot. Diese kann auf Vinzenz auch insofern zutreffen als im Commonitorium deutlich eine klassische Bildung erkennen Unter anderem finden sich bei ihm Reminiszensen antike Autoren wie Cicero in einer Anzahl Deutlichkeit wie bei kaum einem seiner Zeitgenossen.
Ob Vinzenz bis zu seinem Lebensende Lérins blieb ist zwar unklar aber zumindest Im Gegensatz zu vielen seiner berühmten Mitbrüder er jedenfalls nie Bischof.
In der Zeit vom 17. bis die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde angenommen Vinzenz zu den Semipelagianern gehörte. Einige Stellen Commonitorium scheinen eine solche Deutung nahezulegen. Zudem Vinzenz die eindeutig semipelagianischen Obiectiones Vincentianae zugeschrieben. Je länger diese These existierte überzeugender wurde sie auch begründet. 1963 erschien aber eine Dissertation von William die sich ausschließlich mit diesen Begründungen auseinandersetzte der Reihe nach widerlegte. Manchen Argumenten könnte im Detail widersprochen werden. Dennoch zeigt diese daß es nicht als sicher gelten kann Vinzenz Semipelagianer war. Hauptargument O'Connors ist dabei 1940 aufgefundenes Werk das mit an Sicherheit Wahrscheinlichkeit Vinzenz zugeschrieben werden muß. Die Excerpta bestehen ihrem Titel entsprechend vor allem Exzerpten aus den Schriften Augustins . Da die Semipelagianer sich vor allem die augustinische Gnadenlehre richteten könne Vinzenz Augustinus als Referenz anführen auch wenn er die in den Excerpta nur streift ohne seine im Commonitorium aufgestellten Regeln zu verletzen. Die These daß Vinzenz tatsächlich Augustinianer war überzeugt aber annähernd so gut. Die Frage muß als wie vor ungelöst gelten.
Vinzenz wurde schon bald nach seinem in Lérins und später auch in Rom Heiliger verehrt. Sein Gedenktag ist der 24. Mai .
Vinzenz war als Theologe wenig originell. wesentliches Interesse lag in der Abwehr von in der Trinitätslehre und Christologie. Die Gnadenlehre er nur am Rande mit der Verurteilung Pelagius . Ein besonderes Gewicht legt er auf Widerlegung seines Zeitgenossen Nestorius der in Ephesus bereits verurteilt wurde. Dieses Interesse wird im Mittelteil des Commonitoriums deutlich die Excerpta behandeln ausschließlich diese
Eigentliche Inhalt des Commonitorium ist aber die Frage nach der Wie kann sicher entschieden werden welche von sich widersprechenden Lehren die richtige sei? Vinzenz darauf eine mehrgliedrige Antwort: Zunächst sei es die Heilige Schrift die in sich vollkommen sei. Doch habe sich gezeigt daß gerade Irrlehrer ihre Häresien mit einer Vielzahl von belegen wollen indem sie sie in ihrem auslegen. Daher müsse die kirchliche Tradition der Auslegung zur Schrift hinzutreten. diese zu bestimmen sei ist der eigentliche des Commonitorium nämlich nur das sei wirklich katholisch im konfessionellen Sinne des Wortes) "was überall und von allen geglaubt worden ist". Bestehe der Gegenwart in einer Frage keine Lehrdifferenz sei diese Lehre fest zu glauben (überall). ist fest zu glauben was zwar heute ist vor dem Aufkommen der Einwände aber alle Jahrhunderte in ein und derselben Weise worden ist (immer). Gab es aber auch früheren Zeiten schon Differenzen so sei - vorhanden - auf die Dekrete eines ökumenischen zurückzugreifen. Gibt es diese nicht bliebe nur mühsame Arbeit alle Kirchenväter zu befragen und dann das zu was alle oder doch wenigstens fast alle bekannt haben.
Auch in diesem Punkt handelt es um keine eigenständige Leistung Vinzenz'. Vielmehr ist stark von Irenäus und vor allem von Tertullian ( De praescriptione haereticorum ) abhängig. Sein eigentliches Verdienst liegt in griffigen Formulierung und der Ausführung der Dreiteilung. hält er aber bis zum Ende seines nicht konsequent durch. Daher ist anzunehmen daß Dreiteilung aus rein rhetorischen Gründen erfolgte (vgl. conversio). Somit muß angenommen werden daß das für Vinzenz die Übereinstimmung zwischen Gegenwart und war zwischen denen es keine echte Differenz könne.
Diese Annahme wird auch durch das Kapitel gestützt in dem Vinzenz der Frage inwieweit dann in der Religion Fortschritt möglich Dafür finden sich keine traditionsgeschichtlichen Vorläufer folglich es sich hierbei wohl um Vinzenz ureigene handeln. Dies ist auch insofern wahrscheinlich als Fortschrittsgedanke sehr unvollkommen wirkt. Wesentliches Element ist Vergleich mit dem organischen Wachstum bei dem etwas verändert und doch dieselbe Identität behält. Gedanke wurde in der Konstitution Dei Filius des Ersten Vatikanums verwendet. Im Gegenzug verwarf eine Gruppierung Hilfe des "ersten Kanons" die Konstitution Pastor Aeternus in der die Unfehlbahrkeit und der des Papstes definiert wurde. Aus dieser Gruppierung dann bald die Altkatholische Kirche .
Commonitorium (Neueste lateinische Ausgabe in: Corpus Series Latina LXIV: Foebadivs Victricius Leporivs Vincentivs Evagrivs Rvricivs; Brepols: Tounhoult 1985; hrsg. v. Demeulenaere. Deutsche Übersetzung von Gerhard Rauschen: Des Vinzenz von Lerin Commonitorium; in: Bibliothek der neue Serie XX; Kösel u.a.: Kempten 1914.)
Excerpta (Neueste lateinische Ausgabe in: Corpus Series Latina LXIV; s.o.)
Es gibt nur wenig aktuelle Literatur Vinzenz. Das Neueste ist ein Abschnitt in:
Carsten Scherließ: Literatur und conversio . Literarische Formen im monastischen Umkreis des von Lérins; Lang: Frankfurt/M. 2000.
Ältere Literatur:
Friedrich Prinz: Frühes Mönchtum im Frankenreich. und Gesellschaft in Gallien den Rheinlanden und am Beispiel der monastischen Entwicklung; Oldenbourg: München 2. durchgesehene und um einen Nachtrag ergänzte Wissenschaftliche Buchgesellschaft: Darmstadt 1988.
William O'Connor: Saint Vincent of Lerins Saint Augustine. Was the Commonitorium of Saint of Lerins Intended as A Polemic Treatise Saint Augustine And His Doctrine on Predestination?; Doctor Communis 16 (1963) 123-257.
Hubert Kremser: Die Bedeutung des Vincenz Lerinum für die römisch-katholische Wertung der Tradition; masch. Hamburg 1959.
Adolf Jülicher: Vincenz von Lerinum. Commonitorium catholicae fidei antiquitate et universitate adversus profanas haereticorum novitates; Mohr: Freiburg u.a. (1)1895 bzw. (2. durchgesehene und überarbeitete Auflage) 1925.