Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Vokalquantität ist ein linguistischer Begriff der angibt ob ein vokalisches Phonem das Merkmal lang oder kurz besitzt. Dieses Merkmal ergänzt das Vokaltrapez eine dritte Dimension.
Im Deutschen kann man die kurzen langen Vokale einander als sechs Paare gegenüberstellen:
a : Wall vs. Wal oder Wahl
i : Mitte vs. Miete
o : vollen vs. Fohlen
u : muss vs. Mus
ö : Hölle vs. Höhle
ü : fülle vs. fühle .
Damit ist nicht gesagt dass sich Vokale eines Paars nur durch ihre Quantität unterscheiden; zumindest o ö und ü werden in der kurzen Variante offen der langen Variante geschlossen artikuliert. Das kurze ä wird meistens als e geschrieben:
Teller vs. Täler ;
manchmal werden homonyme Wörter durch unterschiedliche Schreibung des kurzen ä / e unterschieden:
Lärche vs. Lerche .
Das lange geschlossene e ist dagegen (in der Standardaussprache) ein Vokal als das lange offene ä :
Seele vs. Säle .
Allerdings machen viele Sprecher diesen Unterschied
Somit hat die deutsche Sprache sieben und acht lange Vokal phoneme . Die Diphthonge werden zu den langen Vokalen gezählt.
Die Einteilung in kurze und lange ist nicht an eine bestimmte physikalische Dauer Lauts geknüpft. Eines Sprechers lange Vokale können sein als eines anderen Sprechers kurze Vokale. Verständigung erforderlich ist nur dass ein Sprecher eine hörbare Unterscheidung zwischen kurzen und langen macht.
Bei Worten in denen sich die nicht durch paarweise Gegenüberstellung ermitteln lässt greift
Beispiel: Ist das u in Kuss kurz oder lang? Man kennt die muss versus Mus Fluss versus Fuß Pustel versus pusten - und erkennt dass Kuss in die Reihe muss Fluss Pustel gehört also ein kurzes u hat. Diese Entscheidung erfolgt ohne Rückgriff die Rechtschreibung da ja umgekehrt die Schreibung der Vokalquantität abgeleitet wird.
Die Ermittlung einer Vokalquantität hängt also von einer - unvermeidlich unscharfen - subjektiven ab der Vokal werde mehr oder weniger ausgesprochen sondern von der Einordnung in eine zwei scharf definierten Klassen.
In der deutschen Orthographie wird ein Vokal oft durch Verdoppelung des nachfolgenden Konsonanten Das Schriftbild verleitet viele erwachsene Sprachbenutzer zu Rückschlüssen auf die Phonetik ihrer Sprache; in Fall zu der Vermutung es gebe kurze lange Konsonanten. Tatsächlich gibt es im Deutschen phonemisch relevante Konsonantenquantität.
Eine zweiwertige Einteilung in kurze und lange Vokale gibt es auch in vielen Sprachen. Oft sind die kurzen und die Vokale jedoch im Vokaltrapez so unterschiedlich angeordnet die Opposition kurz - lang immer mit deutlichen Unterschied der Artikulation einhergeht.
sowohl auf unterschiedlicher Tondauer als auch unterschiedlicher Mundöffnung; bei anderen kurz-lang-Paaren ist der noch deutlicher; mehrere lange Vokale des Altenglischen überdies zu Diphthongen geworden.
Im Englischen wird die Situation noch kompliziert dass stimmhafte Konsonanten am Silbenende in Aussprachevarianten ("accents") eine Vokallängung zur Folge haben dass sich der Unterschied in diesen speziellen fast nur noch auf die Qualität beschränkt. ein Beispiel:
pick /pɪk/ - peak /pi:k/ - pig /pɪ:g/
Ein ähnlicher Prozess hat in der Sprachgeschichte dazu geführt dass Silben die auf Konsonanten endeten gelängt wurden.
Im Japanischen wird in der Silbenschrift die Vokalquantität ausgedrückt. Jeder der fünf Vokale kann gelängt dabei ist in vielen Fällen die länge Vokals bedeutungsentscheidend. Ein Beispiel: