Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Volksetymologien geben einleuchtende aber falsche Erklärungen über Herkunft von Wörtern indem sie in der isoliert dastehende Wörter an bekannte ähnlich klingende anschließt. Die eigentliche Etymologie dagegen gibt Auskunft über die tatsächliche und Entwicklung der Wörter einer Sprache.
Volksetymologische Erklärungen beeinflussen insbesondere die lautliche von Wörtern wie die folgenden Beispiele zeigen:
Hängematte - Die ursprüngliche indianische Bezeichnung hamáka . So heißt das Wort auch heute im Spanischen. Für das deutsche Lautsystem aber das Wort fremd und so erfuhr es dem 16. und dem 18. lautliche Veränderungen in Hängematte resultieren. Hängematte ist lautlich und semantisch dem Ursprungswort hamáka ähnlich. Das Ursprungswort selbst aber ist aus den Bestandteilen hängen und Matte gebildet.
Maulwurf - Volksetymologisch: Der Maulwurf ist ein das mit dem Maul Erde auf wirft zu Maulwurfshügeln. - Tatsächliche Entwicklung: Im Althochdeutschen hieß das Tier noch muwerf = Haufenwerfer (muga muha muwa = Kornhaufen;). Im Mittelhochdeutschen wurde moltwerf daraus (= Erdwerfer). Das Wort Molt für Erde Staub aber starb aus und die Sprecher Deutschen konnten mit dem moltwerf nichts mehr verbinden. Daher entstand das ähnliche Maulwurf . Die wegen der klanglichen Ähnlichkeiten nahe aber falsche volksetymologische Deutung dass moltwerf wohl etwas mit dem Maul zu haben müsse hat die Entwicklung des Wortes
Tollpatsch - volksetymologisch ist der Tollpatsch leicht verrückter (toll wie in Tollwut) ungeschickter (lautmalerisch: patsch) Mensch. - In Wahrheit kommt Wort vom ungarischen Wort talpas (Spitzname für den ungarischen Fußsoldaten) einer aus dem ungarischen talp 'Sohle Fuß'. Nach der Übertragung ins erfolgte zunächst der Bedeutungsübergang zu '(österreichischer) Soldat eine unverständliche Sprache spricht'. Die Rechtschreibkommission führte Eindeutschung des Begriffs zu Ende indem sie Schreibung mit zwei l vorschrieb: Tollpatsch .