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Vorname


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Ein Vorname ist ein Name einer Person der bei zusammengesetzten Namen den ersten bildet. Es ist in unseren Breiten durchaus (und üblich) dass eine Person mehr als Vornamen besitzt. In diesem Falle wird der mit dem die Person "gerufen" wird als Rufname bezeichnet. Die Reihenfolge der Vornamen stellt Rangfolge dar. Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung steht es Deutschland dem Namensträger frei zwischen seinen standesamtlich Namen zu wählen. Ein "Rufname" ist also unveränderlich festgelegt.

Inhaltsverzeichnis

Funktion

In vielen vor allem westlichen Kulturen dient er innerhalb einer Familie zur zwischen den Familienmitgliedern (im Unterschied zum Familiennamen der die Zugehörigkeit zu einer Familie Keine Seltenheit ist es jedoch wennn derselbe nach dem Tode des Kindes für ein erneut vergeben wird.

Es gibt Gegenden in Deutschland (z.B. Thüringen ) in denen es durchaus möglich war oder mehrere ja alle gleichzeitig lebenden Kinder Familie mit dem selben Vornamen taufen zu Man unterschied dann zwischen "Groß-Hans" und "Klein-Hans" - Manchmal ist die Gleichnamigkeit nur sekundär scheinbar wenn bei einem Doppelnamen wie "Johann ein Namensteil im praktischen Gebrauch ausfiel oder wurde und nicht selten bei der Heirat beim Tode dieser Person dann ein neuer erfunden worden ist. Genealogische Nachforschungen werden dadurch erschwert (siehe auch Toter Punkt ).

Soziologisch gesehen gibt es einen Ablauf Namengebung der sich in Wellenform immer wiederholt: soziale Oberschicht gibt ihren Kindern Vornamen die erwählt sind und sie vom einfachen Volk sollen. In den folgenden Jahrzehnten gibt die ihren Kindern auch diese Namen. Dadurch werden Namen "gewöhnlich" und die Oberschicht sieht sich neue Vornamen zu geben oder auf sehr und ungebräuchliche gewordene Namen zurückzugreifen oder Doppelnamen bilden. Um 1600 begann auf diese Weise Bildung von Doppel-Vornamen. Als schließlich alle Kinder Vornamen hatten begann die Oberschicht wieder nur einzigen Vornamen zu vergeben. So folgt seit Modewelle auf Modewelle.

Die Namensgebung spielte im deutschen Sprachraum auch eine politische Rolle: Zum einen wurden den Kirchen christliche und hebräische Namen gefördert ließ Johannes Calvin zur Taufe nur biblische Namen zu) anderen nahm die Zahl der unterschiedlichen Vornamen der Zeit ab.

Funktion (erster Teil eines zusammengesetzten Namens) Bedeutung (Unterscheidungsname zwischen Familienmitgliedern) fallen in besagten Kulturen zusammen. In vielen asiatischen und afrikanischen wird allerdings erst der Familienname und danach Familienmitgliedsname genannt. Das ist auch im ungarischen Fall als auch gängige Praxis im süddeutschen Obwohl der Familienmitgliedsname in diesen Fällen nicht vor dem Familiennamen steht wird er trotzdem Mitgliedern westlicher Kulturen Vorname genannt.

Die wissenschaftliche Disziplin der Namenforschung beschäftigt sich mit der Bedeutung Herkunft Verbreitung von Namen. Erklärungen in Buchform hat anderem der Duden Verlag herausgebracht.

Berühmte Namensvetreter:

Zieher Malte

Entwicklung in Deutschland

In Deutschland dominierten seit dem 17. Jahrhundert Vornamen christlicher und deutscher Herkunft. Erst seit den 1950er -Jahren änderte sich dies massiv. Besonders anglophone und romanische Vornamen wie Jennifer Mike oder aber Natalie und Marco gewannen an Bedeutung. Obwohl in beiden Deutschlands verschiedenen Namen die höchste Konjunktur hatten Peggy und Cindy sind oft zitierte Beispiele für die DDR ) war die Tendenz in beiden Staaten gleich. Ende des 20. Jahrhunderts besaßen knapp zwei Drittel der Vornamen einen christlichen noch einen deutschen Hintergrund.

Es ist davon auszugehen dass vor vier Einflussfaktoren für diese Änderung verantwortlich gemacht können:

  • Der Bedeutungsverlust des christlichen Glaubens in Gesellschaft
  • Der problematische Rückgriff auf nationale deutsche Traditionen nach Shoa und zweitem Weltkrieg
  • Das hohe Prestige das westeuropäische und nordamerikanische Länder in Teilen Deutschlands besitzen.
  • Erhöhter Konsum der Massenmedien in denen ebenfalls Produktionen aus den Großbritannien und Frankreich dominieren.

Einflussfaktoren die ausgeschlossen werden können:

  • Immigration nach Deutschland - Typische Vornamen der blieben auf diese beschränkt.
  • Internationaler Tourismus - Sowohl Bundesrepublik als auch die erlebten die Zunahme westlicher Vornamen obwohl die verschieden waren.

Bei der Übernahme dieser Namen ist Kreolisierung zu beobachten: die Namen werden nicht übernommen sondern nach den Gesichtspunkten der örtlichen adaptiert. Zuerst wurden Namen adaptiert die an phonetische Gewohnheiten anschlußfähig waren. (aus Stefan wurde beispielsweise Steffen aus Markus wurde Marc ) Erst wenn sich auch diese Namen und damit Teil der Alltagskultur waren konnten weitere Ableitungen etabliert werden Steffen wurde zu Steven Marc zu Marcel ).

Siehe auch:

Literatur

Jürgen Gerhards: Globalisierung der Alltagskultur zwischen Verwestlichung und Kreolisierung: Beispiel Vornamen . In: Soziale Welt. Zeitschrift für sozialwissenschaftliche und Praxis. Jg. 54 Heft 2 Bonn

Weblinks



Bücher zum Thema Vorname

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