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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 28. Mai 2012 

Wahn


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Dieser Artikel befasst sich mit der Erkrankung Weiteres siehe: Köln-Wahn .
Als Wahn bezeichnet man eine Überzeugung die objektiv Realität widerspricht und die nicht von der der Menschen geteilt wird von der der aber trotz aller Gegenbeweise nicht abzubringen ist. gibt auch Wahnthemen bei denen kein Gegenbeweis ist ("ich bin ein Prophet und Gott mich ausgewählt der Menschheit zu predigen"). Ein Merkmal ist die extreme Gewissheit mit der Betroffene daran festhält. Ein Wahn ist etwa Gegensatz zum Aberglauben auch nicht durch den soziokulturellen Hintergrund Betroffenen erklärbar. Wahngedanken werden in der Psychiatrie auch als inhaltliche Denkstörungen bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen

Wahnsymptome sind Zeichen einer psychischen Störung beispielsweise bei einer schizophrenen Psychose jedoch ebenso bei einer Vielzahl anderer Störungen wie der (endogenen) Depression Manie anhaltenden wahnhaften Störung (entspricht in etwa älteren Bezeichnung Paranoia ) ebenso auch bei Demenzen und weiteren psychischen Erkrankungen mit diagnostizierbarer Ursache. Für Schizophrenien sind eher bizarre Wahninhalte ohne wirklich logischen Zusammenhang typisch ebenso Erklärungswahn andere Symptome der Schizophrenie (wie akustische Halluzinationen) den Betroffenen plausibler macht.

Ausprägungen

Teilweise werden von den Betroffenen ausgefeilte umfassende "Wahngebäude" errichtet in die das alltägliche einbezogen und umgedeutet wird (z.B. " das parkende Auto da draußen dient nur eine Abhöranlage zu tarnen "). Man spricht dann auch von systematisiertem Wahn der in sich durchaus eine gewisse aufweisen kann. Manchmal beschränkt sich die Wahnsymptomatik auch auf ein einziges und scharf umgrenztes (" Frau X ist eine Hexe ") und die Betroffenen stehen ansonsten durchaus dem Boden der Tatsachen".

Bei der anhaltenden wahnhaften Störung ist der Wahninhalt in sich relativ und nicht bizarr. Tatsächliche Ereignisse werden einbezogen. kann ein komplexes in sich geschlossenes Wahnsystem dann spricht man auch von Paranoia. Es sich in diesem Fall nicht um eine Psychose; die Betroffenen weisen keine sonst für Schizophrenie typischen Symptome auf (Halluzinationen Ich-Störungen formale usw.).

Sie erscheinen geordnet logisch und bis den Wahn psychisch völlig unauffällig. Typisch ist eine Überzeugung dass andere Menschen sich gegen betroffene Person verschwören hinter dem Rücken über reden und Komplotte schmieden. Dies alles wird logischen Argumenten und tatsächlichen Ereignissen ausgebaut. Die wahnhafte Störung ist oft chronisch und kaum

Für eine Depression mit Wahnsymptomen sind z.B. ein Verarmungswahn ein Schuldwahn und Katastrophendenken typisch.

Für eine Manie dagegen sind eher Größenwahn und ähnliche Themen kennzeichnend. Ein Maniker etwa er sei der genialste und begabteste ein hochbegabter Künstler ein genialer Musiker mit Talent und kauft sich daraufhin einen teuren obwohl er noch nie im Leben Klavier hat oder er mietet ein Atelier. Auch Erfinderwahn kommt vor.

Wenn der Wahninhalt in dieser Weise der Stimmung des Betroffenen übereinstimmt spricht man von einem synthymen Wahn . Ein dysthymer Wahneinfall passt dagegen inhaltlich nicht zur psychischen

Personen mit Demenz können ebenfalls Wahnsymptome zeigen. Häufig ist die wahnhafte Überzeugung von anderen Menschen bestohlen zu werden aber auch andere Wahnthemen.

Bei der Alkoholkrankheit bzw. allen Suchterkrankungen mit geistiger Degeneration bzw. Beeinträchtigung treten verschiedene Formen des Wahns auf darunter am Eifersuchtswahn.

Ebenfalls möglich ist ein so genannter induzierter Wahn eine sehr seltene Störung. Er wird symbiontischer Wahn oder Folie à deux genannt. Hier übernimmt ein enger Angehöriger viel Zeit mit einem unter einer Wahnsymptomatik der Ursache) leidenden kranken Menschen verbringt meist der Lebenspartner die Wahnideen des Kranken. Durch Isolierung und eine zunehmend als feindlich oder empfundene Umwelt wird das gemeinsame Wahnerleben verstärkt; Wahn schafft Gemeinsamkeit und Kommunikation. Bei einer Trennung der Personen bildet sich dann die Symptomatik bei der Person mit dem induzierten meist rasch zurück.

Da Kinder bis zum älteren Schulalter der Regel ihre Einschätzungen der Realität von Eltern übernehmen sind sie besonders gefährdet in Wahn von Eltern einbezogen zu werden und teilzuhaben. Das dem Wahninhalt entsprechende Verhalten des wirkt dann als Bestätigung für den Wahn Eltern. Für Kinder kann eine solche Konstellation Folgen haben. Ist beispielsweise ein Elternteil wahnhaft dass das Kind psychisch verändert oder gestört besteht die Gefahr dass das Kind diese in sein Selbstbild sein Erleben und Verhalten Dadurch kann es zu einer Identitätsstörung kommen.

In Zusammenhang mit dem induzierten Wahn vermutet dass auch "falsche Erinnerungen" beispielsweise bezüglich sexuellen Missbrauchs entstehen können ( false memory syndrome ).

Beeinträchtigungswahn und Verfolgungswahn

Der Betroffene fühlt sich von seiner beeinträchtigt d.h. er fühlt sich von seinen beleidigt erniedrigt verhöhnt man trachtet nach seinem usw. Eine stärkere Form des Beeinträchtigungswahns ist Verfolgungswahn: der Betroffene fühlt sich verfolgt und/oder z.B. von Agenten Ausserirdischen oder anderen. Er dabei Ereignisse in seiner Umgebung häufig als

Beziehungswahn

Der Betroffene bezieht Dinge und Ereignisse seiner Umgebung auf sich die objektiv gar mit ihm zu tun haben; die betroffene glaubt beispielsweise dass Fernsehnachrichten versteckte Botschaften an persönlich enthalten.

Verarmungswahn

Der Betroffene fühlt sich arm oder zu verarmen obwohl es dafür keinerlei Hinweis bzw. seine finanzielle Situation vollkommen unverändert ist.

Größenwahn

Der Betroffene hält sich für eine politische oder religiöse Persönlichkeit die Reinkarnation großer für einen Gott oder einen Propheten. Ähnlich z.B. der sog. Sendungswahn ("ich muss die erlösen").

Sonderformen sind:

  • Sendungswahn
  • politischer Wahn
  • religiöser Wahn (mit Heilsauftrag)
  • wahnhafte Erhöhung der eigenen Person
  • Heilswahn
  • Weltverbesserungs- bzw. Welterneuerungwahn
  • Omnipotenzwahn

Schuldwahn

Der Betroffene glaubt dass er Schuld Ereignissen hat mit denen er offensichtlich nichts tun hat (z.B. " wegen mir gibt es Armut auf der "). Siehe auch Beziehungswahn . Meist führt er es darauf zurück zu sein gegen göttliche oder moralische Prinzipien zu haben sich versündigt zu haben und dafür bestraft zu werden. Daher auch Versündigungswahn genannt.

Katastrophendenken

Der Betroffene befürchtet ständig dass schlimme eintreten z.B. dass nahe Verwandte krank werden etwas zustößt oder dass sie plötzlich sterben.

Krankheitswahn

Der Betroffene glaubt sich unheilbar krank Siechtum oder dem Tod nahe u.a. durch Krebs Multiple Sklerose HIV oder diffuseren Erkrankungen wie Schrumpfung innerer Organe / Hirnschwund . Siehe auch Hypochondrie .

Nichtigkeitswahn

Der Betroffene hält sich für sehr unwichtig im Extremfall ( nihilistischer Wahn ) für gar nicht existent.

Erfinderwahn

Der Betroffene hält sich für einen Erfinder entwickelt zahllose Apparaturen die teilweise gar funktionieren oder keinen Zweck erfüllen.

Eifersuchtswahn

Der Betroffene ist maßlos eifersüchtig auf Lebenspartner interpretiert offensichtlich grundlos diverse Ereignisse als für einen Treuebruch. Eifersuchtswahn tritt am häufigsten Alkoholkrankheit auf und kann zu Gewalt gegen Partner führen.

Sonstige Formen

Umgang mit Wahn

Es ist sinnlos einen Betroffenen von wahnhaften Überzeugung abbringen zu wollen. Für den besteht eine "Wahngewissheit" er braucht keine Beweise seinen Wahn. Gegenbeweise werden unerschütterlich ignoriert oder den Wahn eingefügt ("die haben die Kamera mich ausspioniert jetzt woandershin gebracht"). Es ist gerade das Kennzeichen des krankhaften Wahns dass dieser vom Betroffenen nicht rational überprüfen lässt.

Man sollte also den Wahn weder noch sich auf den Wahninhalt einlassen und tun als ob er real sei (dies allenfalls zu einer kurzfristigen Entspannung führen). Stattdessen man anerkennen dass der Wahninhalt für den Betroffenen eine Realität darstellt und dass dieser meistens sehr belastet und geängstigt ist.

Falls der Betroffene sich aggressiv oder verhält sollte man dies also keinesfalls auf persönlich beziehen; die Überzeugung etwa verfolgt bedroht unrettbar verloren zu sein löst beim Betroffenen dramatische psychische und emotionale Folgen aus.

Eine Behandlung ist aufgrund der fehlenden nicht immer einfach. Gelegentlich kann ein Patient Angehörige oder den Arzt trotz Uneinsichtigkeit dennoch Behandlung motiviert werden.

Teilweise besteht auch eine so genannte Buchführung d.h. der Patient hält am Wahn (und meint beispielsweise er würde von außerirdischen verfolgt) hat aber gleichzeitig eine gewisse Krankheitseinsicht sich selbst in Behandlung und nimmt seine regelmäßig.

Wenn eine Eigen- oder Fremdgefährdung besteht keine Einwilligung zur Behandlung vorliegt muss diese erfolgen.

Behandlung

Die Behandlung ist je nach zugrundeliegender (z.B. Schizophrenie Depression Manie ) unterschiedlich da ein Wahn mehr den eines Symptoms als einer Krankheit hat.

Wichtig ist dass die genaue Diagnose wird um eine sinnvolle Behandlung zu gewährleisten.

Prinzipiell kommen bei Wahn unterschiedlicher Art Neuroleptika aufgrund ihrer antipsychotischen Wirkung in Frage. Erkrankungen wie Depression und Manie erfolgt dies meist zusätzlich zur antidepressiven bzw. antimanischen Medikation.

Mit Hilfe von Neuroleptika lässt sich eine rasche Besserung der Wahnsymptomatik erzielen. Bestimmte wie z.B. Wahn im Rahmen einer anhaltenden Störung können aber auch weitgehend therapieresistent sein.

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