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Wandalen


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Die Wandalen oder auch Vandalen Vandili Vanduli Vandali waren ein ostgermanischer Stamm.

Inhaltsverzeichnis

Frühzeit

Über ihre dem Gotischen nahverwandte Sprache ist wenig bekannt. Nach Plinius (nat. 4 99) und Tacitus (Germ. 2 4) siedelten die Wandalen den ersten Jahrhunderten nach Christus im Gebiet späteren östlichen Deutschland und im Gebiet des Polen.

Eine Zugehörigkeit zum Kultverband der Lugier ist möglich. Im 2. Jahrhundert sind Teilstämme der Wandalen nachweisbar: Die Silingen in Schlesien und die Asdingen bzw. Hasdingen in Ungarn bzw. Rumänien wo sie unter Marcus Aurelius während der Markomannenkriege ins römische Reich eindrangen. Unter Konstantin ist um 355 eine Ansiedlung der in Pannonien bezeugt.

Vandalen-Vandilier-Völkerwanderung Die Vandalen waren eine Völkergruppe deren nicht restlos geklärt ist. Im Gegensatz zur Forschung wird heute versucht die Prozesse die Bildung ethnischer Identitäten führten zu verstehen und von wandernden fertig ausgebildeten Völkern ausgegangen. Von Plinius und Ptolemaios werden die Vandilier im als Völkergruppe erwähnt aber verschieden definiert. Wie den Gutonen-Goten greifen wir zwar eine Namenskontinuität aber keine Aussagen über die ethnischen Prozesse diesen Namen machen. Um 400 n. Chr. man nördlich der unteren und mittleren Donau Wanderungen und Umwälzungen feststellen wahrscheinlich ausgelöst durch Eindringen der Hunnen. Die Alanen ein skythisch-sarmatischer die Sueben und eben die Vandalen zogen Richtung Gallien. Die römische Politik versuchte seit 1.Jh. n. Chr. durch Föderatenverträge die Anwerbung Soldaten und den Handel mit Gewerbe- und auf zumeist friedlichem Weg eine Hegemonie auch der Reichsgrenze zu erreichen. Das Imperium war wirtschaftlich und politisch stabiler Raum mit einer Sogwirkung auf barbarische Gesellschaften. Langsam entstanden spezialisierte soziale Unterschiede und innere Konflikte Stämme zerfielen neue Einheiten wie eben die historisch (also Texten erwähnten) greifbaren Völker der Vandalen und bildeten sich. Nicht Flucht vor Hunger und (häufige Idee spätantiker Literatur) war der Grund die Aufgabe alter und den Aufbau neuer sondern der Aufbruch zu neuen Möglichkeiten in mittelmeerischen Städtelandschaft.

Eindringen ins römische Reich-Gallien und Spanien In der Silvesternacht 406 überschritt ein Verband gemeinsam mit einer großen Gruppe von und Sueben den Rhein und fiel in römische Provinz Gallien ein. Im Mächtespiel des konnte eine Gruppe von Kriegern wenn sie stark genug war schnell auf höchster Ebene Die Geschichte des 5.Jh. ist eine Folge Machtkämpfen und jedesmal wurden barbarische Truppen gegeneinander Die unabhängig operierenden Gruppen der Goten unter in Italien und der Vandalen Alanen und stellten nun einen eigenen Machtfaktor im Spiel die Macht im Reich dar. Als wütende wurden sie erst im späteren Mittelalter stilisiert. zog der alanisch-vandalisch-suebische Verband weiter nach Spanien begründete dort verschiedene kurzlebige Staatswesen. Ein suebisches in Galicien hatte bis ins späte 6. Bestand. Der Landschaftsname Andalusien-Vandalusien weist vermutlich ebenfalls die Vandalen. Nach einem römischen Feldzug in Verlauf auch westgotische Heere eingesetzt worden waren diese politischen Gebilde in Spanien zusammen und verschiedenen vandalischen Gruppen vereinigten sich mit den um gemeinsam im Mai 429 nach Afrika

Afrika-Königreich-Hegemonie im westlichen Mittelmeer Nach erfolgreicher Eroberung schloss die Reichsregierung einen Vertrag mit den Eroberern der diesen in Mauretanien und Numidien zugestand. 439 wurde unter Bruch des Vertrags Karthago erobert. Die und Alanen errichteten ein Königreich in den afrikanischen Provinzen Byzacena und Proconsularis (etwa Gebiet heutigen Tunesien). Durch die folgenden Eroberungen von Korsika und den Balearen erreichte das vandalisch-alanische die Hegemonie im westlichen Mittelmeer. 455 plünderten Vandalen und Alanen unter ihrem König Geiserich Das war aber kein Piratenzug sondern ein in die höchste Ebene der Reichspolitik. Der Valentinian III. hatte seine Tochter als Braut den vandalisch-alanischen Thronfolger versprochen und um diese dynastische Verbindung zu sichern wurde die Hauptstadt Es das Ziel der Krieger aus dem gewesen in der Macht- und Geldelite des Reichs einen Platz einzunehmen. Die vandalischen und Krieger hatten es erreicht. 533/34 zerstörten byzantinische unter Belisar (Feldherr Kaiser Justinians) das Königreich. den Quellen gibt es von da an Vandalen und Alanen mehr. Sie wurden wohl alle hingeschlachtet nur wurde diese Identität eben und von nun an stand sie ‚zur Vgl. dagegen Franken-Frankreich!

Spätere Geschichte der Wandalen

  • um 375 : die vor den Hunnen fliehenden Goten drängten die Wandalen nach Westen
  • 406 setzen die Wandalen mit den nicht-germanischen Alanen und den Sueben über den Rhein und plündern Gallien .
  • 409 Einfall in Spanien; der Name W- Andalusien erinnert noch heute an die Herrschaft Wandalen
  • 429 dringen die hasdingischen Wandalen zusammen mit und Alanen unter König Geiserich von Südspanien aus nach Nordafrika vor und erobern die dortigen römischen Von 430 bis 439 ist Hippo Regius die wandalische Hauptstadt. Während der wandalischen von Hippo Regius stirbt in der Stadt deren Bischof Augustinus von Hippo .
  • 439 erobern die Wandalen die reiche Provinz Proconsularis das heutige nördliche Tunesien und machen Karthago zur Hauptstadt des Wandalenreiches.
  • 455 Besetzung und Plünderung Roms . Die Balearen Korsika Sardinien und Sizilien kommen zum Wandalenreich.
  • ebenfalls 455 Konfiszierung katholischer liturgischer Gegenstände und Kirchenschließungen.
  • 474 erkennt der oströmischen Kaiser Zeno die Herrschaft der Wandalen Nordafrika an.
  • 477 Geiserich stirbt und sein Sohn Hunerich König.
  • 483 - 484 Grosse Katholikenverfolgungen unter Hunerich.
  • 24. Februar 484 : ein Dekret verlangt den Übertritt aller zum Arianismus bis zum 1. Juni.
  • 484 Gunthamund wird König.
  • 496 König Gunthamund wird durch Thrasamund abgelöst
  • 523 König Hilderich erlaubt den Katholizismus
  • 530 Gelimer wird König
  • 534 endet die Herrschaft der Wandalen in mit der Eroberung des Gebiets durch den Kaiser Justinian I. . König Gelimer geht ins Exil.

Wirtschaft Gesellschaft und Kultur

Den Asdingen standen anfangs zwei später noch ein aus adligem Geschlecht stammende Könige Sie waren mit den Sueben verschwägert. Die Wandalen wurden um 350 zu arianischen Christen. Über Wirtschaft Gesellschaft und Kultur Wandalen vor dem Beginn der grossen Wanderung nur sehr wenig bekannt. Die im heutigen liegende Przework-Kultur wird meist mit den Wandalen Verbindung gebracht. Diese Zuweisung ist jedoch sehr In Gallien und Spanien lassen sich keine Funde mit den Wandalen in Verbindung bringen. Nordafrika ersetzen die Wandalen die Elite des Afrika und profitieren von dem Reichtum dieser Die Wandalen scheinen in Afrika einen in Hinsicht römischen Lebenstil gepflegt zu haben was aus der Kunst und Architektur dieser Zeit auch aus den Schriftquellen erschliessen lässt.

Die wandalischen Könige

  • Godigisel (?-406 König)
    • Gunderich (?-428 König 406-428)
    • Geiserich (ca. 389-477 König 428-477)
      • Hunerich (?-484 König 477-484)
        • Eudocia --- Hilderich (?-533 König 523-530)
      • Theoderich (?- ca. 480)
      • Gento (gest. vor 477)
        • Godagis (gest. vor 484)
        • Gunthamund (?-496 König 484-496)
        • Thrasamund (?-523 König 496-523)
        • Gelaris
          • Gelimer (?-553 König 530-534)
          • Tzazo (?-533)
          • Ammata (?-533)

Vandalismus

Der Begriff Vandalismus für blinde Zerstörungswut ( Duden ) geht auf die Wandalen zurück die auf ihrem Wege nach Afrika fleißig plünderten zerstörten. Die Begriffsprägung geht auf eine Schrift Henri-Baptiste Grégoire Bischof von Blois zurück der Zerstörung von Kunstwerken durch radikale Jakobiner anprangerte; erstmals taucht der Begriff in Schrift Rapport sur les destructions opérées par le auf der im Konvent zu Paris am 28. August 1794 veröffentlicht wurde. Von italienischen und französischen wurden die Goten und Vandalen als sprichwörtliche angeprangert. Als Gegenstück kam es zu einer Besetzung dieser germanischen Stämme im deutschen-humanistischen Schrifttum durch Beatus Rhenanus: Nostri ... sunt Gothorum Vandalorum Francorumque triumphi . Diese Auseinandersetzungen sind schon quasi protonationale in der früheren Neuzeit. Historische Identitäten dienten Aufhänger. Die Dynamik der französischen Revolution bedingte Suche nach neuen Begrifflichkeiten. So wurden etwa auf älteren Bildern die historischen Vandalen 1789 Negativbesetzung der Aristokratie als Nachfahren der germanischen aufgegriffen. Der politische Allgemeinbegriff vandalisme diente Henri-Baptiste Grégoire dem Bischof von erstmals 1794 zur Abgrenzung einer idealen bürgerlichen von radikalen Elementen denen zusätzlich die Steuerung dem Exil unterstellt wurde. Er prangerte die von Kunstwerken an welche die politische Führung verhindern suchte. Zuerst also gegen Radikale in eigenen Reihen gerichtet bezeichnete vandalisme nach dem 9. Thermidor die Schreckensherrschaft Terreur ) als ganzes. Ihre Proponenten wie etwa seien die neuen Vandalen. Wie die alten 5. Jh. wollen diese Wüteriche die Kultur zerstören. Die drei Rapports sur le vandalisme die Grégoire dem Konvent vorlegte fixierten zuletzt wegen ihrer hohen Auflage den Begriff und bereiteten den Boden für seine Übernahme fast alle europäische Sprachen. Jedenfalls war die der Vandalen als Paten des Begriffs v.a. die Topik von den gewaltigen Zerstörungen beim in Gallien von 406 bedingt. Darauf wollte die französische Debatte der Revolutionszeit in nationalem bezogen wissen weniger auf die Plünderung Roms 455. (Vgl. Steinacher 2004)

Literatur

  • Helmut Schröcke "Germanen Slawen" (neues Standardwerk) für ganzheitliche Forschung D-25884 Viöl Postfach 1 3-926642-20-3
  • L’Afrique vandale et byzantine 2e partie Tardive 11 2003.
  • L’Afrique vandale et byzantine Antiquité Tardive 2002. Die beiden Bände der Ant. Tard. archäologischen historischen und numismatischen Beiträgen von: Javier Aicha BenAbed Fatih Bejaoui Frank M. Clover Duval Cécile Morrisson Jörg Kleemann Yves Moderan von Rummel u.a.; Der Stand der Forschung!
  • F. Clover The Late Roman West the Vandals (Aufsatzsammlung Aldershot 1993).
  • P. Courcelle Histoire littéraire des grandes germaniques (Paris 1964.
  • C. Courtois Les Vandales et l'Afrique 1955). Nach wie vor das unübertroffene monographische Yves Moderan Caen arbeitet an einer neuen
  • H.-J. Diesner Das Vandalenreich. Aufstieg und (Stuttgart 1966).
  • H.-J. Diesner Vandalen (Paulys Realencyclopädie der Altertumswissenschaft/RE Suppl. X 1965) 957-992.
  • Y. Moderan Les Maures et l'Afrique 4.-7. siècle (Bibliothèque des Écoles françaises d'Athènes de Rome Rom 2003).
  • W. Pohl Die Völkerwanderung. Eroberung und (Stuttgart/Berlin/Köln 2002). Das Vandalenkapitel auf S. 70-86.
  • L. Schmidt Geschichte der Wandalen (2. München 1901/1942).
  • R. Steinacher Vandalen (Der Neue Pauly 2004) 942-946.
  • R. Steinacher Wenden Slawen Vandalen. Eine pseudologische Gleichsetzung und ihr Nachleben bis ins Jahrhundert in: ed. W. Pohl Auf der nach den Ursprüngen. Von der Bedeutung des Mittelalters (Forschungen zur Geschichte des Mittelalters 9 2004) im Druck.
Aktuelles Projekt "Historische Ethnographie der Vandalen" Inst. für Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wien mit aktuell gehaltener Literaturliste: http://www.oeaw.ac.at/gema/fm_details_vandalen.htm



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