Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 24. November 2014 

Wehrmacht


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Der Begriff Wehrmacht bezeichnet die deutschen Streitkräfte die 1935 unter Adolf Hitler als Oberbefehlshaber aus der Reichswehr gebildet wurden.

Inhaltsverzeichnis

Grundlagen

Nach der Niederlage des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg war durch den Versailler Vertrag die zulässige Truppenstärke des deutschen Heeres auf 100.000 Mann (plus 15.000 Mann beschränkt worden mit der zusätzlichen Auflage keine Waffen keine schwere Artillerie und keine Luftwaffe zu besitzen. Am 23. März 1921 wurde die Reichswehr unter diesen Auflagen gegründet. Diese Auflagen allerdings (auch mit Hilfe der Sowjetunion ) nicht eingehalten worden.

1934 wurde die Wehrpflicht unter Bruch des Vertrages wieder eingeführt. Unmittelbar nach dem Tode Paul von Hindenburgs wurden die Streitkräfte auf die Person Hitlers vereidigt. Dieser persönliche Eid hinderte viele am aktiven Widerstand gegen verbrecherische Befehle der

Militärische Erfolge im Blitzkrieg gegen Polen und Frankreich überzeugten auch kritische Stimmen in der Militärführung von dem neuen Konzept der Streitkräfte auf eine "Tiefenrüstung" verzichtete und bewusst eine wählte was sich während des Kriegsverlaufs als Länder nicht mehr innerhalb weniger Wochen überrannt konnte rächte.

Die Wehrmacht umfasste (nach unterschiedlichen Quellen) bis 20 Millionen Mann unter ihnen auch Freiwillige aus europäischen Ländern "Volksdeutsche" (Balten Balkanbewohner u.a.). Anders als im Kaiserlichen Heer genossen Offiziere in der Wehrmacht keine besonderen Vergünstigungen Bezug auf Verpflegung.

Die militärischen Erfolge und Misserfolge der sind in allen Einzelheiten in dem Artikel 2. Weltkrieg dargestellt.

Die ganz außerordentlich hohe Kampfkraft der wird wenngleich von ihm bewusst künstlich isoliert von den nachfolgend aufgeführten Verbrechen der Wehrmacht untersucht und verglichen von dem Militärhistoriker Martin Crefeld. Er schreibt:" Das deutsche Heer war vorzügliche Kampforganisation. Im Hinblick auf Moral Elan und Elastizität war ihm wahrscheinlich unter den des zwanzigsten Jahrhunderts keine ebenbürtig."

Verbrechen und Opfer der Wehrmacht

Zahlreiche Kriegsverbrechen sind der Wehrmacht anzulasten insbesondere an Ostfront und in verstärktem Maße nach Beginn Angriffs auf die Sowjetunion in dem so Unternehmen Barbarossa .

  • Beteiligung an Massakern und Massenerschießungen wie in Babi Yar
  • enge Zusammenarbeit mit der SS bei der Judenvernichtung und bei Massenmorden
  • die bewusste Billigung "zigmillionen Russen verhungern zu
  • der Bombenkrieg gegen Guernica
  • völkerrechtswidrige Behandlung von gefangenen sowjetischen Soldaten
  • völkerrechtswidrige Erschießungen von Rotarmistinnen
  • völkerrechtswidrige Erschießungen sowjetischer Kommissare also Angehöriger der Streitkräfte aufgrund des so genannten Kommissarbefehls vom 6. Juni 1941 unterzeichnet "im Auftrag" des Chefs des der Wehrmacht durch den General Walter Warlimont wonach "im Kampf gegen den Bolschewismus insbesondere gegenüber den politischen Kommissaren (..) eine und völkerrechtliche Rücksichtnahme (..) falsch ist (..) sind daher wenn im Kampf oder Widerstand ergriffen grundsätzlich sofort mit der Waffe zu erledigen ."

Behandlung der sowjetischen Kriegsgefangenen und der Zivilbevölkerung

Hitler hatte bereits im Vorfeld des auf die Sowjetunion in einem Vortrag am 30. März 1941 vor etwa 250 Generälen der Wehrmacht kommenden Krieg als "Kampf zweier Weltanschauungen" bezeichnet verlangt "von dem Standpunkt des soldatischen Kameradentums

Dementsprechend sah der im Auftrag Hitlers Generalfeldmarschall Keitel unterzeichnete so genannte Kriegsgerichtsbarkeitserlass vom 14. Mai 1941 vor dass

  • Straftaten feindlicher Zivilpersonen der Zuständigkeit der Kriegsgerichte Standgerichte bis auf weiteres entzogen wurden
  • Freischärler "durch die Truppe im Kampf oder auf der Flucht schonungslos zu erledigen sind
  • auch "alle anderen Angriffe feindlicher Zivilpersonen (..) der Stelle mit den äußersten Mitteln bis Vernichtung des Angreifers niederzumachen sind"
  • es "ausdrücklich verboten wird verdächtige Täter zu um sie (..) an die Gerichte weiterzugeben".

Zur Absicherung der Täter sah der vor dass für "Handlungen die Angehörige der (..) gegen feindliche Zivilpersonen begehen kein Verfolgungszwang auch dann nicht wenn die Tat zugleich militärisches Verbrechen (..) ist". Generalleutnant Hermann Reincke ihm unterstand die Abteilung Kriegsgefangene im OKW erläuterte dies für seinen Bereich in einem vom 8. September 1941 dahingehend dass der gegenüber sowjetischen Kriegsgefangenen in der Regel als gilt".

Ein weiterer wichtiger Erlass über die sowjetischer Gefangener ist der oben erläuterte Kommissarbefehl. einer Ausführungsanweisung vom 8. Juni 1941 ordnete Brauchitsch an dass "die Erledigung der politischen bei der Truppe nach ihrer Absonderung außerhalb eigentlichen Kampfzone unauffällig auf Befehl eines Offiziers erfolgen" habe.

In einer Besprechung der Chefs des der 18. Armee am 13. November 1941 wurde festgehalten: "Nichtarbeitende Kriegsgefangene in den Gefangenenlagern haben zu

Beteiligung der Wehrmacht an der so genannten

Eine wichtige Etappe auf dem Weg so genannten Endlösung ist ein dritter Erlass. Am 17. Juli 1941 ordnete die Abteilung Kriegsgefangene im OKW einer Vereinbarung mit Heydrichs Reichssicherheitshauptamt die Auslieferung von "politisch untragbaren" an Einsatzkommandos der Sicherheitspolizei und des SD an. Nach den Ausführungsrichtlinien Heydrichs vom Tage waren mit "politisch untragbaren Gefangenen" die Funktionäre des Staates die leitenden Persönlichkeiten der und Mittelinstanzen bei den staatlichen Behörden die Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens die "sowjetischen Intelligenzler" und alle Juden gemeint.

Zur psychologischen Erleichterung für die Soldaten Juden und Partisanen gleichgesetzt. Typisch hierfür ist Befehl von Generalfeldmarschall v.Reichenau vom 10. Oktober 1941 wonach "der Soldat für die Notwendigkeit der harten gerechten Sühne am jüdischen Untermenschentum volles Verständnis haben muss da Erhebungen im der Wehrmacht (..) erfahrungsgemäß stets von Juden wurden.(..) Immer noch werden heimtückische grausame Partisanen entartete Weiber zu Kriegsgefangenen gemacht (..) und anständige Soldaten behandelt und in die Gefangenenlager (..) Ein solches Verhalten der Truppe ist noch durch völlige Gedankenlosigkeit zu erklären." .

(Damals) General v.Manstein bezeichnete in einem Befehl vom 20 1941 "das Judentum als den Mittelsmann zwischen dem im Rücken und den noch kämpfenden Resten Roten Wehrmacht und der Roten Führung (..) jüdisch-bolschewistische System muss ein für alle mal ausgerottet werden." .

Generaloberst Hermann Hoth formulierte dies in einem der 17. Armee vom 17. November 1941 wie folgt: "Es ist die gleiche jüdische Menschenklasse (..). Ausrottung ist ein Gebot der Selbsterhaltung.

Zahlen

Während der vorgenannte Kommissarbefehl wohl "nur" Tausend Opfer verlangte kostete der letztgenannte Befehl Auslieferung an den SD etwa 500 bis Gefangenen das Leben.

Insgesamt fielen nach einer Schätzung von Streit 3 3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene dem Tod zum Opfer das sind 57% aller die die Wehrmacht an Rotarmisten gefangen genommen Zwei Millionen waren bereits vor Frühjahr 1942 Die Todesrate der von der Wehrmacht gefangen englischen und amerikanischen Soldaten beträgt demgegenüber etwa 5%.

Rezeption des Verhaltens der Wehrmacht

Die Wehrmacht konnte sich zunächst vor nationalsozialistischen Indoktrination schützen was auch Mitgliedern der des 20. Juli Möglichkeiten bot. Doch die SS und die NSDAP versuchten zunehmend das Militär zu politisieren. Kriegsende wurden jedem Truppenteil "NS-Führungsoffiziere" zugeordnet. Typisch in der oberen Wehrmachtführung jedoch bis zum der unpolitische Technokrat der sich auf sein Fachgebiet beschränkte und moralische und politische Fragen oder verdrängte. Der britische Historiker Christopher Browning manche in der Wehrmachtsausstellung als verbrecherisch präsentierte etwa gegen den serbischen Partisanenkrieg als "realitätsnahe" bezeichnet um "eine militärische Katastrophe" zu vermeiden. Aufgabe von Berufssoldaten war es ihr Vaterland Feinde zu verteidigen es stand ihnen nicht ihr Urteil und ihre Loyalität von der der Regierung abhängig zu machen die diese schuf."

In den Nürnberger Prozessen wurde die Wehrmacht trotz ihrer Beteiligung Kriegsverbrechen nicht zur verbrecherischen Organisation deklariert weil nicht als grundsätzlich kriminell eingestuft wurde. Führende wie Wilhelm Keitel wurden allerdings als Hauptkriegsverbrecher angeklagt und schuldig befunden.

Die umstrittene Wehrmachtsausstellung des Hamburger Instituts für Sozialforschung dokumentierte für ein breites Publikum dass Wehrmachtssoldaten aktiv an Hinrichtungsaktionen von Zivilisten und sowie am Völkermord gegen Juden beteiligt gewesen waren. Sie hatten Massengräber sowie Erschießungen und Vergeltungsaktionen an Zivilisten durchgeführt. Ausstellung griff das bis dahin in Deutschland Bild einer 'sauberen' rein auf das militärische Wehrmacht an. Jedoch wurden in der ersten der Ausstellung auch Exponate von Verbrechen gezeigt die Wehrmacht nicht begangen hatte. Nach dem eines polnischen und eines ungarischen Historikers wurden Exponate überprüft und die Ausstellung entsprechend wissenschaftlicher überarbeitet.

Die starre Durchführung von Durchhaltebefehlen (zum bei der Schlacht um Stalingrad ) kostete viele deutschen Soldaten vermeidbar das Generäle die sich diesen fast immer von Hitler persönlich gegeben Befehlen widersetzten wurden meistens aber nicht weiter belangt.

Andererseits sind die Ereignisse vom 20. Juli 1944 wesentlich von einigen Angehörigen des Offizierkorps worden von denen jedoch einige ebenfalls eine Weltanschauung hatten und die an Hitler nur falsche Militärstrategie nicht aber seine Ziele und kritisierten.

Wichtige Persönlichkeiten:

Siehe auch: Reichswehr Bundeswehr Nationale Volksarmee Wehrmachtsausstellung

Literatur

  • Hans Adolf Jacobsen: Kommissarbefehl und Massenexekutionen sowjetischer Kriegsgefangener in: Martin Broszat/Hans-Adolf Jacobsen/Helmut Krausnick Anatomie des SS-Staates Band 2 ISBN 3-423-02916-1
  • Christian Streit: Die Behandlung der sowjetischen Kriegsgefangenen und völkerrechtliche des Krieges gegen die Sowjetunion in: Gerd R. Ueberschär/Wolfram Wette "Unternehmen Barbarossa". Der deutsche Überfal auf die 1984 ISBN 3-506-77468-9
  • Hannes Heer: Stets zu erschiessen sind Frauen die in Roten Armee dienen 1995 ISBN 3-930908-06-9
  • Creveld van Martin: Kampfkraft.Militärische Organisation und militärische 1939-1945 Verlag Rombach Freiburg 1989 ISBN 3-7930-0189-X

Weblinks



Bücher zum Thema Wehrmacht

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Wehrmacht.html">Wehrmacht </a>