Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 2. September 2014 

Wehrpflicht


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Als Wehrpflicht bezeichnet man die Pflicht für einen Zeitraum in der Armee eines Landes zu dienen. Ob und wen eine Wehrpflicht besteht ist in verschiedenen unterschiedlich geregelt:

Inhaltsverzeichnis

Deutschland

Wer ist wehrpflichtig?

Wehrpflichtig sind alle Männer vom vollendeten Lebensjahr an die Deutsche im Sinne des Grundgesetzes sind und

  1. ihren ständigen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland haben oder
  2. ihren ständigen Aufenthalt außerhalb der Bundesrepublik Deutschland und entweder
  • ihren früheren ständigen Aufenthalt in der Bundesrepublik hatten oder
  • einen Paß oder eine Staatsangehörigkeitsurkunde der Bundesrepublik besitzen oder sich auf andere Weise ihrem unterstellt haben.
(§1 Satz 1 Wehrpflichtgesetz (WPlfG)

Erfüllung der Wehrpflicht

Die Wehrpflicht wird durch den Wehrdienst oder im Falle des § 1 Kriegsdienstverweigerungsgesetzes vom 28. Februar 1983 durch den Zivildienst erfüllt.

Ende der Wehrpflicht

Die Wehrpflicht endet mit Ablauf des in dem der Wehrpflichtige das 45. Lebensjahr bei Offizieren und Unteroffizieren in dem das Lebensjahr vollendet wird.
Im Verteidigungsfall endet die Wehrpflicht mit des Jahres in dem der Wehrpflichtige das Lebensjahr vollendet.

Was bedeutet 'Erfüllung der Wehrpflicht'

Die Pflicht zur Dienstleistung umfasst

  1. den Grundwehrdienst (§ 5 WPflG)
  2. Wehrübungen (§ 6 WPflG)
    1. Einzelwehrübungen
    2. Besondere Auslandsverwendungen
  3. im Verteidigungsfall den unbefristeten Wehrdienst

Müssen auch Ungediente im Verteidigungsfall Wehrdienst leisten?

Ja ungediente Wehrpflichtige gehören zur Ersatzreserve . Wehrpflichtige die in der Bundeswehr gedient gehören zur Reserve . Die übrigen gedienten Wehrpflichtigen gehören zur sobald über ihre Heranziehung zum Wehrdienst auf der Wehrpflicht entschieden ist.

Wehrgerechtigkeit

Die politische Diskussion die Bundeswehr in reine Berufsarmee umzuwandeln stellt die Wehrpflicht in Frage. immer weniger junge Männer eines Jahrgangs tatsächlich Wehrdienst eingezogen werden beklagen Kritiker die mangelnde bei der Auswahl der Rekruten.

Für eine ausführlicher Darstellung siehe: Wehrgerechtigkeit

Einberufungspraxis

Seit dem 1. Juli 2003 gilt in Deutschland eine neue Einberufungspraxis Grundwehrdienst. Die neue Praxis besteht aus folgenden

  1. Absenkung der Heranziehungsgrenze vom 25. auf das Lebensjahr
  2. Keine Heranziehung von Verheirateten und in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften lebenden Wehrpflichtigen
  3. Nicht-Einberufung von "T3"-gemusterten Wehrpflichtigen (Anmerkung: T3 = niedriger Tauglichkeitsgrad)
  4. Abiturienten und Fachoberschüler

Wehrpflichtige mit Hochschul- oder Fachhochschulreife werden nicht zum Wehrdienst herangezogen wenn sie einen für eine betriebliche Ausbildung abgeschlossen haben. Die gilt bis zum Ende der betrieblichen Ausbildung dann die Einberufung zum Wehrdienst folgt. Bereits Einberufungsbescheide werden widerrufen. Nach der Berufsausbildung ist Einberufung bis zum 25. Lebensjahr möglich. Die gilt nicht für Abiturienten oder Fachoberschüler die Studium aufnehmen wollen.

Argumente für und wider die Wehrpflicht

Die Diskussion unterscheidet ethische und juristische Argumente. Während die auf ethischen Begründungsmodellen Argumente zum Rechtfertigungsproblem der Ethik führen müssen die juristischen Argumente national zumindest an den vier Artikeln des Grundgesetz messen lassen und international an der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen .

Die Diskussion über die Wehrpflicht ist gleichbedeutend mit der Diskussion über das für wider einer Armee hängt aber mit ihr zusammen.

Desweiteren werden Analogien zur Schulpflicht und zur Steuerpflicht gezogen. Aus dem für und wider einen Pflicht läßt sich jedoch nicht auf Befürwortung oder Ablehnung einer anderen Pflicht schließen.

Volkswirtschaftliche Argumente

Aus volkswirtschaftlicher Sicht hindert die Wehrpflicht Menschen während Wehrdienstes daran den Beruf für den sie besten qualifiziert sind auszuüben. Gerade junge Menschen gerade ihre Schullaufbahn beendet haben können aber ihrem Wissen die Volkswirtschaft formen. Während der die einen nicht unerheblichen Teil der Lebensarbeitszeit haben sie dazu keine Gelegenheit. Potenzielle Berufssoldaten in andere Berufe gedrängt ihre potenzielle berufliche als Soldat geht der Volkswirtschaft somit verloren. befürchten sogar Wehrpflichtige könnten ihre in der erworbenen Fähigkeiten zu einem Teil während der wieder verlernen. Somit ist die Wehrpflicht in Hinsicht ein Standortnachteil.

Andererseits kann die Wehrpflicht auch Ersatz fehlende flexible Lohnmodelle sein. Zivil- und Kriegsdientsleistende oftmals eine weit geringere Entlohnung als auf freien Markt durch Mindestgehälter möglich wäre.

Ethische Argumente

Wehrpflichtgegner können sowohl für als auch eine Armee sein während Wehrpflichtbefürworter folglich auch für eine Armee sind.

Da eine Befürwortung der Wehrpflicht mittels Begründungsmodelle stets zum Rechtfertigungsproblem der Ethik führt dieses nicht lösbar ist kann die Wehrpflicht nicht mittels ethischer Argumente begründet werden.

Juristische Argumente

Die Diskussion über die Wehrgerechtigkeit leitet sich aus Artikel 3 ab.

Schweiz

In der Schweiz gilt für männliche Bürger gemäss Art. Bundesverfassung die allgemeine Dienstpflicht. Für Schweizerinnen ist Militärdienst freiwillig. Die Wehrpflicht dauert gemäss Art. Militärgesetz in der Regel vom 20. bis Altersjahr. Die Pflichtigen werden solange zu Wiederholungskursen bis eine dienstgradbezogene Anzahl von anrechenbaren Tagen ist. Für die Mannschaftsdienstgrade beträgt diese Zahl 300 Tage.

Österreich

In Österreich gilt die allgemeine Wehrpflicht für alle Staatsbürger vom 18. bis zum 36. Lebensjahr Ausnahmen). In dieser Zeit muss der Grundwehrdienst abgeleistet werden. Die Dauer des Grundwehrdienstes 8 Monate . Dieser kann in einem abgeleistet werden zuerst 6 Monate und dann mit mehrtägigen Bis alle 8 Monate abgeleistet sind ist Mitglied der Miliz .

Anstelle des Militärdienstes ist auch ein oder Zivildienst möglich. Dieser dauert 12 Monate und bei verschiedenen Organisationen abgeleistet werden.

Frauen haben prinzipiell keine Wehrpflicht können den Wehrdienst freiwillig ableisten.

Geschichte

Heere die aufgrund einer allgemeinen Aushebung wehrfähigen Männer aufgestellt wurden gab es in Geschichte immer wieder etwa das Heer der römischen Republik oder Bürgergarden in Städten. Auch der Staat befand sich mit dem Kantonssystem (Wehrfähige Gebietes waren für bestimmte militärische Einheiten enrolliert)auf Weg zu einer Wehrpflichtigenarmee.

Das Frankreich der großen Französischen Revolution der erste europäische Staat der seine Armee der Levée en masse fast ausschließlich aufgrund einer allgemeinen Wehrpflicht (Daneben gab es noch Freiwillige.)

Preußen kopierte dieses Vorbild und führte Zuge der preußischen Reformen auch die allgemeine Wehrpflicht ein. Damit eine grundsätzliche Aufwärtung des Soldatenstandes verbunden galten bisher doch als gesellschaftlich deklassiert - jetzt auch Bürgersöhne zur Armee eingezogen wurden galt als Ehrendienst entehrende Körperstrafen wurden folgerichtig abgeschafft.

Nach den Befreiungskriegen wurde die Wehrpflicht Preußen konsequent beibehalten mit der Ausnahme dass der "gebildeten Stände" sich als sogenannte "Einjährige" melden konnten. In den anderen deutschen europäischen Staaten wurde unter den tauglich gemusterten erforderliche Anzahl von Rekruten durch Los bestimmt geloste konnte aber einen Ersatzmann stellen weshalb der Armee eher Männer aus ärmeren Schichten

Im Kaiserreich setzte sich das preußische alle anderen Rekrutierungssysteme durch hatte es doch Effizienz im Krieg 1870/71 eindrucksvoll bewiesen.

Auch in der Weimarer Republik und Dritten Reich hielt man an der Wehrpflicht nur wurde im Dritten Reich im Zuge Volksgemeinschaft der "Einjährige" abgeschafft und von den wurde erstmals gefordert auch die Mannschaften als zu betrachten.

Siehe auch: Wehrdienst



Bücher zum Thema Wehrpflicht

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Wehrpflicht.html">Wehrpflicht </a>