Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 21. Oktober 2017 

Weinbau


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.

Weinberge bei Hambach an der Weinstraße

Weinbau oder Weinanbau bezeichnet die landwirtschaftliche Kultivierung von Weinreben zum Zwecke der Gewinnung von Wein . Die eigentliche Weinherstellung als Winzerei bezeichnet ist in der Praxis so wie immer eng mit dem Anbau verknüpft; in seltenen Fällen liegen Anbau und Weinerzeugung komplett unterschiedlichen Händen. Die Wissenschaft von Weinbau Weinerzeugung ist die Önologie.

Inhaltsverzeichnis

Klima Boden und Lage

Lage

Weinreben benötigen viel Sonneneinstrahlung deswegen werden oft auf nach Süden ausgerichteten Weinbergen oder Rebbergen angebaut. Aber auch in der Ebene Weinbau in Weingärten (in Rheinhessen als Wingert in Baden-Württemberg als Wengert bezeichnet) betrieben insbesonders im Mittelmeerraum liefern die Ebenen qualitativ gute Weine in erheblichen Mengen.

Anbaugebiete

Wein wird in der Regel in geschlossenen Weinanbaugebieten angepflanzt die einheitliche Rahmenbedingungen wie bestimmte und Temperaturschwellwerte zum Weinbau aufweisen. Neben der Rebsorte und der Qualitätstufe gehört der Standort den wichtigsten Faktoren die den Charakter und eines Weines bestimmen. Je nach Bodenbeschaffenheit Sonneneinstrahlung Tradition sind für einzelne Anbaugebiete unterschiedliche Rebsorten

Geschichte

Schon 5000 v. Chr. lässt sich in Vorderasien ( Sumer ) erstmals die Domestizierung von Weinreben nachweisen. Der Weinbau breitet im gesamten mittleren Osten aus und etwa 1700 v. Chr. kultivieren die Griechen erste Edelreben. Im römischen Reich war der Wein so beliebt dass zuweilen billiger als Wasser war. In Italien prägen sich verschiedene Erziehungsmethoden aus: an als Dachspaliere am Kurzstamm oder kriechend auf Boden. Mit den Römern breitet sich der nach Spanien Gallien und Nordafrika aus und etwas verspätet auch nach Germanien .

Ab dem Jahr 100 wurde an Mosel und Ahr von den Römern Weinbau betrieben. Das und der Weinbau werden immer beliebter um 1500 gibt es mehr als 300.000 ha Anbaufläche.

In Deutschland gab es im Spätmittelalter in der Frühen Neuzeit ausgedehnte Weinbaugebiete auch klimatisch weniger günstigen Lagen. Deshalb musste der oftmals mit vielen Zusatzstoffen ( Honig Gewürze ) trinkbar gemacht werden. In den guten achtete man jedoch vielerorts auf hochwertige Rebsorten erzeugte nach den Kriterien der Zeit sehr Weine.

In den betroffenen Gebieten bildete der Dreißigjähriger Krieg einen starken Einschnitt. Einerseits wurden die drastisch reduziert weil durch den Bevölkerungsverlust sowohl wie auch Verbraucher fehlten. Andererseits erzwangen die Soldaten hohe Weinabgaben so dass nun in Weinbergen viele "Massenträger" also Rebsorten geringer Güte hohem Ertrag gepflanzt wurden.

Das erste Weinanbaugebiet wurde 1756 in Portugal für den Portwein festgelegt. Es folgten Medoc-Weingüter in Frankreich 1855 .

Im 19. Jahrhundert setzten in vielen Bemühungen zur Verbesserung des Weinbaus ein. Man mit neuen Rebsorten und mit verbesserten Gärmethoden. die Bearbeitung der Reben und die Kellereitechnik nun wissenschaftlich untersucht; statt der gemischten Weine nun sortenreine Weine produziert. Es gelang auch in Flaschengärung (Champagner-Methode) als Massenprodukt herzustellen. 1826 Georg Christian Kessler die erste deutsche Sektkellerei in Esslingen am Neckar .

Einen schweren Rückschlag für den Weinbau der weiträumige Befall der Weinberge mit Peronospora Mehltau ) in den 1880er Jahren. Der gesamte in Mitteleuropa war durch die verheerende Rebkrankheit Erneut gingen die Rebflächen zurück. Nur die europäischer Reben auf amerikanischen Wurzelreben rettete schließllich europäischen Weinbau vor der verheerenden Katastrophe.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hielt eine Kellertechnik weltweit Einzug in der Weinverarbeitung. Edelstahltanks eine temperaturgesteuerte Gärung gehören heute zur Standardausrüstung größeren Kellerei. Gleichzeitig wurde der Weinbau zum Geschäft. In verschiedenen Ländern wie USA Australien aber auch in osteuropäischen Ländern baute man neu auf oder intensivierte und modernisierte den Damit herrschat auf dem Weinmarkt eine internationale Aus den Weinbauern wurde der "Winemaker" der in einem weitgehend industrialisierten Prozess große Mengen Wein herstellt. Damit droht die Standardisierung des begünstigt durch Verarbeitungsmethoden wie Konzentrierung Färbung chemische die heute schon in vielen Ländern Standard

Gleichzeitig sinkt der Weinkonsum in den Ländern stetig vor allem in den klassischen Frankreich und Italien. Dies stellt für die vor allem im mittleren und unteren Preissegment ernst zu nehmendes Problem dar.

Wirtschaftliche Bedeutung

Weinanbau in Zahlen

Wein wird heute in Deutschland in 14 Weinanbaugebieten kultiviert; hier liegen ca. 100.000 ha weltweit rund 8.000.000 ha Anbaufläche (5.000.000 ha in Europa ). Der Durchschnittsflächenerträg liegt etwa bei 1 2 je hochwertiger ein Wein ausgebaut wird geringer ist der Ertrag.

54% der 77.388 Weinbaubetriebe ( 1990 ) in Deutschland haben eine Anbaufläche von einem halben Hektar weitere 15% bis ein weitere 24% bis fünf Hektar. Viele Betriebe von Nebenerwerbslandwirten bewirtschaftet.

Sonderformen

Sonderformen des Weinbaus sind der ökologische der Qualitätsausbau sowie die Anbau von Weinen als Zwichenprodukt dienen. Gemeinsames Merkmal der ersten Formen ist der deutlich geringere Ertrag als regulären Weinbau. Dies ist beim ökologischen Anbau die größeren Verluste durch Schädlinge und Pflanzenkrankheiten vermindertem Einsatz von Pestiziden und Insektiziden zurückzuführen. Beim Qualitätsausbau werden bewußt schlechtere vor der Reife entfernt damit der Weinstock Kraft in die Verbleibenden investieren kann.

Biologischer Weinbau

Neue Qualität der Bio-Weine: Vor ca. Jahren entstanden die ersten ökologisch bzw. biodynamisch Weingüter. Zu dieser Zeit stand offensichtlich die Bearbeitung der Weingüter im Vordergrund und die der Weine ließ meist zu wünschen übrig.

Aus diesem Grund waren Bio-Weine bis wenigen Jahren oftmals im Visier vieler Weinkritiker. hat sich in den letzten Jahren erheblich In vielen Ländern nehmen immer mehr Winzer teilweise sehr lange Umstellung in Kauf und mittlerweile hochwertige Weine mit durchaus auch für überzeugender Qualität.

Vor allem in Deutschland Frankreich und Italien aber auch in anderen Weinanbauländern findet heute immer mehr Spitzenproduzenten die nach den eines ökologischen bzw. biodynamischen Weinanbau arbeiten und gerade deshalb exzellente Weinqualitäten aufweisen können.

Wein als Zwischenprodukt

Eine dritte Sonderform des Weinanbaus bezieht auf die Bereiche in denen der Wein als Endprodukt vermarktet wird sondern weiterer Verarbeitung wird. Wein als Zwischenprodukt wird insbesondere benötigt die Herstellung von Weinbränden Schaumweinen und verstärkten Weinen . Dabei wird dem dem Ausbau des weniger Bedeutung zugemessen; in aller Regel werden zur Weiterverarbeitung vorgesehenen Weine verschnitten bevor die eigentliche Veredelung zum Endprodukt wird.

Ausbildung und Berufsbilder im Weinbau

Zum landwirtschaftlichen Weinbau benötigen Winzer Fachwissen im Bereich der Rebbiologie Standort Klima Lage Rebanlage Arbeiten im Weinberg Bodenkunde und Pflanzenschutz.

Weiterführende Angaben

Literatur


  • Friedrich von Bassermann-Jordan: Geschichte des Weinbaus Nachdruck Pfälzische Verlagsanstalt Landau 1991 ISBN 387629181X

Weblinks



Bücher zum Thema Weinbau

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Weinbau.html">Weinbau </a>