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Westfälischer Friede


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1648 beendete der Westfälische Friede den Dreißigjährigen Krieg und begründete ein neues politisches System Europa. Auch der Achtzigjährige Krieg der Niederländer um ihre Unabhängigkeit wurde ihm beendet. Er bedeutet ein Ende des Konflikts zwischen den katholischen und den protestantischen Er schränkte die kaiserliche Macht zugunsten der ein und schrieb die Zersplitterung des deutschen in praktisch souveräne Einzelstaaten fest wodurch das als Ganzes bis zu seinem Ende 1806 Machtvakuum blieb. Daneben erkannte der westfälische Friede völkerrrechtlich die staatliche Unabhängigkeit der Generalstaaten und Eidgenossenschaft an.

Der westfälische Friede wurde am 24. Oktober 1648 in Münster und Osnabrück die beide zum westfälischen Kreis gehörten Er bildete die Grundlage aller nachfolgenden Friedensschlüsse zur Französischen Revolution und galt bis zum Ende des Heiligen römischen Reichs deutscher Nation im Jahre 1806 als wichtigste Urkunde der deutschen Staatsverfassung. im Dezember 1641 wurden in Hamburg diplomatische Vorverhandlungen geführt in denen bereits verschiedene Dinge besonders über Ort und die Art der Konferenzen festgesetzt Die wirklichen Friedensverhandlungen begannen im April 1645 und wurden in Osnabrück zwischen den den reichsständischen und den schwedischen in Münster den kaiserlichen und den französischen Gesandten unter und venezianischer Vermittlung geführt und zwar so die an beiden Orten angenommenen Artikel für Traktat gehalten werden und kein Teil ohne anderen Frieden schließen sollte. Die Trennung geschah um Rangstreitigkeiten zwischen Frankreich und Schweden vorzubeugen auch weil die Schweden mit dem päpstlichen Nuntius Fabio Chigi nicht verhandeln wollten.

Inhaltsverzeichnis

Beteiligte Personen

Von französischer Seite verhandelten in Münster der Herzog Longueville d'Avaux und Servien. Von Schweden waren bevollmächtigt Johan Oxenstierna der Sohn Kanzlers und Adler Salvius. Die kaiserlichen Bevollmächtigten der Graf Johann Ludwig von Nassau und Volmar in Münster Graf Max von Trauttmansdorff Osnabrück. Päpstlicher Nuntius war Fabio Chigi (später Papst Alexander VII. ) venezianischer Gesandter war Contareno.

Vom spanischen Hof waren Gaspar de Bracamonte y Guzmán Saavedra Brun u. a. anwesend.

Die Generalstaaten hatten acht Bevollmächtigste geschickt; Eidgenossenschaft vertrat Johann Jakob Wettstein Bürgermeister von Basel . Unter den Gesandten der evangelischen Stände sich aus der Bevollmächtigte von Braunschweig Jakob und der von Württemberg Johann Konrad Varnbüler. Adami der Gesandte des Fürstabtes von Korvei der Geschichtsschreiber der Versammlung.

Rang- und Titelstreitigkeiten verzögerten noch lange Eröffnung des Kongresses da es die erste der Gesandten der mitteleuropäischen Staaten war und äußere Etikette ganz neu geregelt werden musste. Während Verhandlungen dauerte der Krieg fort der schwedische Torstensson drang sogar 1645 in die kaiserlichen Erbländer ein und eroberte am 15. Juli 1648 die so genannte Kleinseite Prags . Dies gab den langen und schwierigen den Ausschlag und es wurde nun der am 24. Oktober 1648 zu Münster unterzeichnet. Erst drei Monate später ( 8. Februar 1649 ) erfolgte die Auswechslung der Ratifikationen und noch lange dauerten verschiedene Verhandlungen die Umsetztung des Friedens. Der päpstliche Protest 3. Januar 1651 war wirkungslos.

Bestimmungen des Westfälischen Friedens

Gebietsansprüche

Die Bestimmungen des Westfälischen Friedens betrafen zahlreiche Territorialveränderungen: Schweden erhielt außer einer Kriegsentschädigung von 5 Taler ganz Vorpommern nebst der Insel Rügen und den Odermündungen; ferner die Stadt Wismar von Mecklenburg und die Stifter Bremen und Verden . Alle diese Länder sollten deutsche Reichslehen und Schweden sollte sie als deutscher Reichsstand Sitz und Stimme an Reichs- und Kreistagen Der Kurfürst von Brandenburg bekam den Rest von Pommern und als Entschädigung für Vorpommern auf welches sein Haus nach dem der pommerschen Herzöge ( 1637 ) ein Erbrecht hatte die Stifter Magdeburg Halberstadt Minden und Kammin ; doch blieb Magdeburg bis 1680 im Besitz des damaligen Administrators des Prinzen August. Der Herzog Adolf Friedrich von erhielt für die Abtretung von Wismar die Schwerin und Ratzeburg . Dem Haus Braunschweig-Lüneburg wurde die Erbfolge im Stift Osnabrück abwechselnd mit einem katholischen Bischof zugesichert sowie die Klöster Walkenried und Gröningen überlassen. Das Haus Hessen Kassel erhielt gefürstete Abtei Hersfeld und die Grafschaft Schaumburg. Bayern blieb Besitz der Oberpfalz und der Kurwürde. Die Unterpfalz mit neu geschaffenen achten Kurwürde und dem Erbschatzmeisteramt dem Sohn des geächteten Friedrich V. Karl Ludwig zurückgegeben. Frankreich erhielt die über die Bistümer und Städte Metz Toul und Verdun sowie deren Distrikte welche es tatsächlich seit 1552 besaß. Ferner trat der Kaiser sowohl sich als für das Haus Österreich und das Reich alle Rechte die bisher auf die Stadt Breisach auf die Landgrafschaft Ober- und Unterelsass den Sundgau und die Landvogtei der zehn vereinigten im Elsass gehabt hatten der Krone Frankreich mit Hoheit auf ewig ab. Die Eidgenossenschaft ebenso die Republik der Vereinigten Niederlande wurden als völlig unabhängig vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation anerkannt. Abgesehen von diesen Veränderungen setzte Friede eine unbeschränkte Amnestie und eine Wiederherstellung des Besitzstandes von 1618 fest. Nur der Kaiser machte davon seine Erblande eine Ausnahme.

Kirchliche und geistliche Angelegenheiten

In der kirchlichen Frage bestätigte der den Passauer Vertrag und den Augsburger Religionsfrieden und schloss die Reformierten in die Augsburger Religionsverwandten gewährte Rechtsstellung ein. Beide Konfessionen katholische wie die evangelische wurden vollkommen gleichgestellt; die evangelische Minorität auf den Reichstagen in Religionssachen nicht majorisiert Der Streit über die geistlichen Stifter und wurde unter Aufhebung des Restitutionsedikts von 1629 dahin ausgeglichen dass 1624 Normaljahr sein und der evangelische und Besitzstand so bleiben oder wiederhergestellt werden sollte er am 1. Januar 1624 gewesen war. Doch wurden auch die kaiserlichen Erblande ausgenommen. Die Territorialhoheit der wurde ausdrücklich anerkannt ihnen wurde sogar das gegeben zu ihrer Erhaltung und Sicherheit untereinander mit auswärtigen Mächten Bündnisse zu schließen. Diese nur nicht gegen Kaiser und Reich gerichtet Die neue Verfassung des Reichs sollte auf zu berufenden Reichstag beraten werden. Für die gemischten Reichsstädte Augsburg Ravensburg Biberach und Dinkelsbühl in Süddeutschland wurde ein paritätisches Regierungs- Verwaltungssystem eingeführt (Gleichberechtigung und exakte Ämterverteilung zwischen und Protestanten).

Soziale Folgen

Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen des waren gewaltig und das Reich Hauptleidtragender des Man schätzt heute dass die Bevölkerung im infolge des Krieges insgesamt um gut ein zurückging. Ländliche Gebiete hatten dabei deutlich mehr die befestigten Städte zu leiden. In manchen von den Kriegsereignissen betroffenen Gebieten wie in und Mecklenburg in der Pfalz und Württemberg sogar Bevölkerungsverluste von mehr als der Hälfte Einwohner zu beklagen. Außer in Hafenstädten wie und Bremen kam es im ganzen Reich einem Niedergang der Wirtschaft; der Wiederaufbau erforderte beförderte zugleich Instrumente staatlicher Lenkung wodurch die absolutistischer Staatswesen in Deutschland wie z. B. Brandenburg des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm beschleunigt

Wertung und Ausblick

Der Westfälische Frieden war seinem Wesen ein Kompromiss zwischen allen beteiligten Parteien. Sein Regelwerk umfasst neben einem revidierten Religionsfrieden auch Regelungen der Verfassungsverhältnisse des Reiches die auf Ausgleich zwischen Kaiser und Reichsständen bedacht sind. wurde der Friedensvertrag neben der Goldenen Bulle einem der wichtigsten Dokumente der (ungeschriebenen) Reichsverfassung. der in ihm festgelegten politischen Kompromisse wirken bis in die Gegenwart fort. Nach heutigem wird der Westfälische Friede als historischer Beitrag einer europäischen Friedensordnung gleichberechtigter Staaten und als zur friedlichen Toleranz der Konfessionen gewertet. Die von Münster und Osnabrück stehen am Anfangspunkt Entwicklung die zur Herausbildung des modernen Völkerrechts haben.

Von den Zeitgenossen und bis ins Jahrhundert hinein wurde der Friede als heiß Ende eines jahrzehntelangen Mordens begrüßt. Erst im Jahrhundert verdüsterte sich die Einschätzung aus dem des kleindeutsch-preußischen Nationalismus. Der Friede wurde als und Erniedrigung für Deutschland abqualifiziert; das Heilige Reich als wehrlose Beute des "Erbfeinds" Frankreichs Dies zeigt sich noch in der Wertung Meyers Konversationslexikon von 1889: "Das Reich verlor den Frieden eine Ländermasse von mehr als 000 km² mit 4 5 Millionen Menschen erhielt eine ganz zerstückelte wehrlose Grenze gegen Ähnlich sieht es mit dem Verhältnis Kaiser Reichsstände aus. Meyer: "Der Kaiser musste im auf den letzten Rest seiner Macht verzichten." ist so sicherlich nicht richtig. Die neueste sieht darin eher den Beginn einer Machtbalance Kooperation zwischen verschiedenen staatlichen Ebenen.

Quelle: Meyers Konversationslexikon 4. Auflage 1888/89

Literatur

  • Acta Pacis Westphalicae. Münster/Westfalen 1962ff. (Aktenedition nicht abgeschlossen)
    • Serie I: Instruktionen
    • Serie II: Korrespondenzen
    • Serie II: Protokolle
  • Fritz Dickmann: Wer Westfälische Friede. Münster/Westfalen
  • Roswitha Philippe: Württemberg und der Westfälische Münster/Westfaen 1976.

Weblinks



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