Wilhelm Kienzl zog 1860 mit seiner nach Graz erhielt dort Violinunterricht bei Ignaz Uhl Klavierunterricht bei Johann Buwa und ab 1872 dem Chopin -Schüler Louis Stanislaus Mortier de Fontaine. Ab studierte er in Wien Komposition bei Wilhelm Musikästhetik bei Eduard Hanslick und Musikgeschichte bei von Hausegger. Sein Studium setzte er 1876 Prag bei Josef Krejčí fort dann 1877 Leipzig und kurz bei Franz Liszt in Weimar . In diesen Jahren begannen auch seine der Bayreuther Festspiele und er blieb sein Leben lang Bewunderer der Musik Richard Wagners .
Nach seiner Promotion reiste er ab als Pianist und Dirigent durch ganz Europa. 1883 wurde Direktor Deutschen Oper in Amsterdam kehrte aber bald nach Graz zurück er 1886 die Leitung des Steiermärkischen Musikvereins Aufgaben am Konservatorium übernahm. Er dirigierte 1889 Hamburg und bald darauf auch in München . 1894 schrieb er seine dritte und Oper Der Evangelimann deren Erfolg er weder mit Don Quixote (1897) noch mit Der Kuhreigen (1911) wiederholen konnte.
1917 zog Kienzl nach Wien. Dort 1919 seine erste Frau die Wagnersängerin Lili und er heiratete 1921 Henny Bauer die Librettistin seiner drei letzten Opern. Unter dem der modernen Musikströmungen schrieb er ab 1926 großen Werke mehr und gab 1936 das aus Krankheitsgründen ganz auf.
Neben Engelbert Humperdinck und Siegfried Wagner den Komponisten von Märchenopern ist Wilhelm der wichtigste Opernschöpfer der romantischen Wagner-Nachfolge. Zwar der etwas rührselige Evangelimann bekannt durch die Arie Selig sind die Verfolgung leiden schon Elemente des aufkommenden Verismus doch liegen Kienzls Stärken eher in Szenen. In den letzten Jahren findet auch umfangreiches Liedschaffen wieder Beachtung.