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Wilhelm von Humboldt


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Wilhelm Freiherr von Humboldt (* 22. Juni 1767 in Potsdam 8. April 1835 in Tegel) war ein deutscher Gelehrter Staatsmann und Begründer der Humboldt-Universität Berlin .

Leben

Wilhelm von Humboldts aus Schlesien stammender war preußischer Offizier und war wegen seiner Verdienste im Krieg zum Kammerherren ernannt worden. Er heiratete Maria Elizabeth von Colomb Witwe des Freiherren Hollwede. Aus dieser Ehe gingen zwei Buben Wilhelm und Alexander (* 1769 in Berlin).

Friedrich Wilhelm Christian Karl Ferdinand Freiherr Humboldt wurde am 22. Juni 1767 in geboren. 1779 starb sein Vater völlig unerwartet. Zusammen seinem Bruder wurde er von Privatlehrern erzogen a. Joachim Heinrich Campe . Er erhielt eine Ausbildung in Naturwissenschaften griechischen lateinischen und französischen Sprache und eine in die Staatswissenschaften und die Philosophie und die Hauptschriften von Gottfried Wilhelm Leibniz . In Berlin frequentierte er den Salon Markus und Henriette Herz; durch sie wurde mit Brendel Veit (der nachmaligen Dorothea Schlegel Ehefrau von Friedrich Schlegel ) den Schwestern von Lengefeld (Charlotte heiratete Friedrich Schiller ) und seiner späteren Frau Caroline von bekannt.

1787 immatrikulierten er und sein Bruder Alexander für ein Semester an der Universität in Frankfurt (Oder) . 1788 gingen sie für drei Semester nach Göttingen . Wilhelm von Humboldt studierte dort klassische und Naturwissenschaften (bei Georg Christoph Lichtenberg ) setzte er sich mit Immanuel Kant auseinander und schloss Freundschaft mit August Wilhelm Schlegel und Friedrich Heinrich Jacobi. Im August 1789 besuchte er mit Joachim Heinrich Campe revolutionäre Paris das Rheinland und die Schweiz .

Im Januar 1790 trat Wilhelm von Humboldt in den Staatsdienst ein und wurde noch im selben Legationsrat und Referendar. Auf eigenen Wunsch wurde aber schon im Mai 1791 aus dem Dienst entlassen. Im Juni er Caroline von Dacheröden die Tochter eines Kammergerichtsrates. Die folgenden Jahre lebte er auf Familiengütern seiner Frau in Thüringen. Dort trat in nähere Beziehung zu Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller . Im Juni 1794 zog er nach Jena um. Er betätigte sich als kritischer und Mitarbeiter von Goethe und Schiller. Mit Bruder Alexander von Humboldt und Goethe hörte Vorlesungen in vergleichender Anatomie.

Ab November 1797 befand sich Humboldt mit seiner Familie Paris . Hier wollte er seine Studien fortführen auch die gesellschaftliche Entwicklung in Frankreich verfolgen. unternahm von hier aus zwei längere Reisen: November 1799 bis April 1800 nach Spanien und im Frühjahr 1801 in das Baskenland. Entdeckung und Studium Baskischen markierten für ihn den Durchbruch zu eigenen Sprachauffassung und Sprachwissenschaft in der er Lebensaufgabe fand. 1802 - 1808 vertrat Humboldt Preußen beim Heiligen Stuhl in Rom . In dieser Zeit beschäftigte er sich dem Baskischen auch mit amerikanischen Indianersprachen und Übersetzungen aus dem Griechischen . Nach dem Zusammenbruch Preußens kehrte er nach Deutschland zurück und im Februar 1809 Sektionschef für Kultus und Unterricht im des Innern in Berlin. In seiner Amtszeit ein neugegliedertes Bildungssystem das allen Schichten mehr des Bildungserwerbs sichern sollte. Die Eröffnung der im Oktober 1810 erlebte Humboldt allerdings nicht mehr in Nach Auseinandersetzungen verließ er sein Amt im und ging als preußischer Gesandter 1811 nach Wien . Er bewirkte maßgeblich den Beitritt Österreichs Koalition gegen Napoleon . An den Verhandlungen zum ersten und Pariser Friedensvertrag und auf dem Wiener Kongress (wo er sich erfolgreich für die Bürgerrechte aber ohne Erfolg für eine liberale für den Deutschen Bund einsetzte) nahm er als zweiter Bevollmächtigter teil. Den Entwurf für die Bundesverfassung hatte zusammen mit Karl August Fürst von Hardenberg und Heinrich Friedrich Karl Freiherr vom und zum 1814 entwickelt. Von 1815 bis 1819 wurde er nacheinander preußischer auf dem Bundestag in Frankfurt am Main Vorsitzender einer Steuerreform-Kommission und preußischer Gesandter London . 1819 kehrte er als Minister für ständische nach Berlin zurück. Wegen seines Widerstandes gegen Karlsbader Beschlüsse und seines Versuches eine liberale Verfassung Preußen durchzusetzen wurde er Ende 1819 aller Ämter enthoben.

Bis zu seinem Tod am 8. 1835 widmete sich Wilhelm vom Humboldt seinen Studien in der Ruhe des Familienbesitzes in

Werke

  • Sokrates und Platon über die Gottheit 1787 - 1790 )
  • Über den Geschlechtsunterschied ( 1794 )
  • Über männliche und weibliche Form ( 1795 )
  • Plan einer vergleichenden Anthropologie ( 1797 )
  • Das achtzehnte Jahrhundert ( 1797 )
  • Ästhetische Versuche I. - Über Goethe's und Dorothea ( 1799 )
  • Latium und Hellas ( 1806 )
  • Geschichte des Verfalls und Untergangs der Freistaaten ( 1807 - 1808 )
  • Pindars "Olympische Oden" (Übersetzung aus dem ( 1816 )
  • Aischylos' "Agamemnon" (Übersetzung aus dem Griechischen) 1816 )
  • Über das vergleichende Sprachstudium in Beziehung die verschiedenen Epochen der Sprachentwicklung ( 1820 )
  • Über die Aufgabe des Geschichtsschreibers ( 1821 )
  • Über die Entstehung der grammatischen Formen ihren Einfluss auf die Ideenentwicklung ( 1822 )
  • Über die Buchstabenschrift und ihren Zusammenhang dem Sprachbau ( 1824 )
  • Bhagavad-Gitá ( 1826 )
  • Über den Dualis ( 1827 )
  • Über die Sprache der Südseeinseln ( 1828 )
  • Über Schiller und den Gang seiner ( 1830 )
  • Rezension von Goethes Zweitem römischem Aufenthalt 1830 )
  • Über die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaus seinen Einfluss auf die geistige Entwicklung des ( 1836 )
  • Ideen zu einem Versuch die Grenzen Wirksamkeit des Staates zu bestimmen ( 1851 )

Literatur

  • Allgemeine Deutsche Biographie . - München; Leipzig. 1912 (Band 56:
  • Das gelehrte Teutschland oder Lexikon der jetzt teutschen Schriftsteller / Hamberger Georg Christoph; Meusel Georg. - 5. Aufl. - Lemgo. - (23 Bde)
  • Gelehrtes Berlin im Jahre 1825. - Berlin. 1826
  • Neuer Nekrolog der Deutschen. - Ilmenau. - (30 Bde)
  • Nomenclator philologorum / Eckstein Friedrich August. - - 1871
  • Deutsches Dichterlexikon : Biographische und bibliographische Mittheilungen deutsche Dichter aller Zeiten. Unter besonderer Berücksichtigung Gegenwart für Freunde der Literatur zusammengestellt / Franz. - Eichstätt; Stuttgart. - 1876-77 (2 u. Nachtrag)
  • Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten von ältesten Zeiten bis zum Ende des 18. / Brümmer Franz. - Leipzig. - 1884
  • Die Ritter des Schwarzen Adlerordens : Biographisches sämtlicher Ritter des Hohen Ordens vom Schwarzen von 1701 bis 1900. Festschrift zur Feier 200jährigen Bestehens des Hohen Ordens / Hengst - Berlin. - 1901
  • Dreihundert berühmte Deutsche : Bildnisse in Holzschnitt *Lebensbeschreibungen / Klinkicht Moritz; Siebert Karl. - - 1912
  • Pädagogisches Lexikon. - Bielefeld Leipzig. - 1928-1931 Bde)
  • Die großen Deutschen : Neue deutsche Biographie. Berlin. - 1935-1937 (5 Bde)
  • Die großen Deutschen im Bild. - Berlin. 1936
  • Erfurt in seinen berühmten Persönlichkeiten : Eine / Biereye Johannes. - Erfurt. - 1937
  • Deutsche Männer : 200 Bildnisse u. Lebensbeschreibungen. Berlin. - 1938
  • Das deutsche Führergesicht : 204 Bildnisse deutscher u. Wegsucher aus zwei Jahrtausenden / Ganzer Richard. - München. - 1939 (3. Aufl)
  • Kleines Philosophen-Lexikon : Von den Vorsokratikern bis Gegenwart / Decurtins Carl. - Affoltern. -
  • Biographisches Wörterbuch zur deutschen Geschichte. - München. 1953
  • Mitteldeutsche Köpfe : Lebensbilder aus einem Jahrtausend. Frankfurt (Main). - 1959
  • Die Religion in Geschichte und Gegenwart : für Theologie u. Religionswissenschaft. - Tübingen. - (3. Aufl. 6 Bde)
  • Berliner und Wahlberliner : Personen und Persönlichkeiten Berlin von 1640-1960 / Kullnick Heinz. - - ca. 1960
  • Biographisch-bibliographisches Kirchenlexikon / Bautz Friedrich W.. - - 1970-1978 (Bd 1-2 Lfg. 15 [Mehr erschienen])




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