Brandt trat 1929 der Sozialistischen Jugend und ein Jahr später der SPD bei. Ein Jahr später 1931 wechselte er jedoch zur SAP eine linkssozialistische Splittergruppe.
1938 erfolgte die Ausbürgerung durch die nationalsozialistische Regierung weshalb er sich um die norwegische Staatsbürgerschaft bemühte. Während der deutschen Besetzung geriet er 1940 vorübergehend in deutsche Gefangenschaft. Da er bei seiner Ergreifung eine norwegische Uniform trug auch nicht enttarnt wurde konnte er nach baldigen Freilassung nach Schweden fliehen. Im August 1940 wurde ihm norwegische Staatsbürgerschaft von der Botschaft in Stockholm zugesprochen. Er blieb in Stockholm bis Ende des Krieges.
In diesem Amt erlangte Brandt auf seines entschlossenen Handelns während des Chruschtschow-Ultimatums ( 1968 ) und nach dem Mauerbau ( 1961 ) eine enorme Popularität.
Mit dieser so genannten 'Neuen' Ostpolitik die Willy Brandt gegen den Widerstand Mehrheit der CDU/CSU-Opposition durchsetzte bemühte er sich eine "Entspannung in Europa". Die meisten Historiker darin eine Wegbereitung für den Zusammenbruch der Regierungen in Osteuropa und die Wiedervereinigung Deutschlands.
Gleichzeitig ging es ihm um innenpolitische in Sozial- Bildungs- und Rechtspolitik. Auch aufgrund Ölkrise von 1973 sind die finanziell problematischen dieser Reformen oder nur teilweise realisiert worden.
Willy Brandt und Richard Nixon
Seit Amtsantritt der Regierung Brandt hatten zum Jahr 1972 so viele Abgeordnete der SPD und der FDP zur Unionsfraktion gewechselt dass der CDU / CSU -Fraktionsvorsitzende Rainer Barzel im April 1972 sich sicher glaubte Brandt mittels eines konstruktiven Mißtrauensvotums ablösen zu können da die CDU/CSU-Fraktion der Fraktionswechsel rechnerisch über eine knappe absolute verfügte. Für seine Wahl zum Bundeskanzler fehlten ihm bei der Abstimmung jedoch Stimmen. Später wurde bekannt dass die DDR mindestens einen Abgeordneten der CDU bestochen Da allerdings auch die SPD/FDP-Koalition im Bundestag keine handlungsfähige Mehrheit mehr verfügte stellte Brandt September 1972 die Vertrauensfrage bei welcher ihm absprachegemäß die Bundesminister Stimme verweigerten so daß die Vertrauensfrage negativ wurde und Bundespräsident Gustav Heinemann auf Antrag Brandts den Bundestag auflöste.
Bei den nun stattfindenden Neuwahlen im 1972 wurde die Regierung Brandt eindeutig bestätigt verfügte nunmehr über eine handlungsfähige breite Mehrheit Bundestag. Die SPD wurde mit 45 8 der Stimmen erstmals stärkste Bundestagsfraktion.
Politische Beobachter sind sich jedoch einig die Agentenaffäre nur der Auslöser für den war als tatsächliche Ursache für den Rücktritt allgemein Amtsmüdigkeit Brandts angenommen die tatsächlich parteiintern Kritik an seinem Führungsstil führte. So führte SPD-Fraktionsvorsitzende Herbert Wehner während eines Moskaubesuchs im Sommer 1973 Aufregung als er zu Journalisten sagte "Der bade gerne lau".
Zum Nachfolger Brandts als Bundeskanzler wurde Helmut Schmidt gewählt Brandt selbst blieb Vorsitzender der SPD .
1976 wurde Brandt Präsident der Sozialistischen Internationale (bis 1992 ) 1979 Mitglied des Europäischen Parlaments (bis 1982 ). 1987 trat er vom Parteivorsitz der SPD nachdem an seiner Nominierung von Margarita Matthiopoulos Kandidatin für das neuzubesetzende Amt der Parteisprecherin parteiinterne Kritik geäußert wurde.
Auf dem außerordentlichem Parteitag am 14.6.1987 wurde Brandt zum Ehrenvorsitzendem Lebenszeit gewählt zu seinem Nachfolger als Parteivorsitzender Hans-Jochen Vogel gewählt.
Mit dem Erreichen der Deutschen Einheit für ihn ein Lebenstraum in Erfüllung.
1991 wurde bei ihm Darmkrebs diagnostiziert Stadium bereits weit fortgeschritten war.
Willy Brandt starb 1992 am 8. Oktober in Unkel. Er ist Ehrenbürger der Stadt Lübeck sowie von Berlin. Sein Grab befindet auf dem Waldfriedhof Potsdamer Chaussee im Bezirk Zehlendorf neben dem seines Vorgängers Reuter.