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Wissenskommunismus


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Wissenskommunismus ist ein 1973 vom Soziologen Robert K. Merton geprägter Begriff der darauf hinweist dass veröffentlicht werden müssen um sie in einem Review-Prozess überprüfen replizieren kritisieren und fortschreiben zu Wissenschaftliche Forschungsergebnisse gehören demnach ihrem Wesen nach Gemeineigentum .

Inhaltsverzeichnis

Wissenschaftsgeschichtliche Entwicklung

Seit den Athenern gehört es zur dass das von ihr erzeugte und durch weitergegebene Wissen anders als das in geschlossenen gar geheimen Forschungsstellen der Staaten oder der üblich ist ohne den Schutz von Patenten Copyright zirkulieren können muss. Die im Hochmittelalter europäischen Universitäten bildeten einen Medienverbund aus Verarbeitung gesprochenen Wortes zu handschriftlichen Büchern Speicherung in und Übertragung von Texten in einem eigenen In der frühen Neuzeit übernahmen dank Gutenbergs Verlage die Produktion von Büchern entstehende Territorial- später Nationalstaaten beanspruchten das Postmonopol. Die Informationsverarbeitung Friedrich Kittler wurde einer Hardware übertragen die in geschlossenen Kreisen der militärischen Nachrichtentechniken entstand. Die dagegen sei eine Schöpfung der Universität gewesen. universale Turing-Maschine stammte als Konzept und als aus einer akademischen Dissertation:

»Ganz entsprechend stammt die noch immer herrschende von einem der es vom Göttinger mathematischen schließlich zum Chefberater des Pentagon brachte. Auf Weg zur Macht hat das Wissen das Computer und ihre Algorithmen versenkt ist einmal jene Schließung erfahren die einst bei der der Universitäten durch die Territorialstaaten drohte.« [Friedrich Kittler in: WOS1 7/1999]

Solcher realen Vereinnahmungen zum Trotz entwirft Gelehrtenrepublik des 19. Jahrhunderts eine akademische Wissenschaftsverfassung die auf der von Lehre und Forschung beruht. Konstitutiv für klassische Wissensordnung humboldtscher Prägung und fortgeschrieben in Forschungsgemeinschaft des letzten Jahrhunderts durch Autoren wie Max Weber Karl Popper Robert Merton Helmut F. Spinner usw. sind vier große Abkopplungen:

  • Die Trennung von Erkenntnis und Eigentum: müssen veröffentlicht werden um sie in einem Review-Prozess überprüfen replizieren kritisieren und fortschreiben zu Das ist es was Robert Merton mit Wissenskommunismus der Wissenschaften meinte [Robert K. Merton Sociology of Science Chicago 1973 S. 273 zit. nach Spinner 1998 S. 36]
  • die Trennung von Ideen und Interessen
  • die Trennung von Theorie und Praxis
  • die Trennung von Wissenschaft und Staat: und Forschung folgen keinen externen Anweisungen. Das nicht dass sie nicht öffentlich finanziert werden ganz im Gegenteil. Tatsächlich wurde die Grundlagenforschung die neue Ordnung digitaler Medien also der und Datennetze mit öffentlichen Mitteln betrieben (Spinner S. 15 f).

Bedeutung für Freie Software

Der für die Freie Software und Open Content wesentliche Punkt ist die »Abkopplung der Ideenwirtschaft von der normalen Güterwirtschaft« . Mit seiner Veröffentlichung wird das Wissen Gemeingut der Forschungsgemeinschaft. Es kann von Kollegen nachvollzogen überprüft und weiterentwickelt werden und in Lehre frei der Reproduktion der Wissensträger in nächsten Generation dienen. Durch diese fruchtbaren Bedingungen "Sondermilieu" der Wissenschaften können die parallelen kollektiven Ergebnisse hervorbringen die kein Einzelner und kein Team produzieren könnten. Die einzelne Wissenschaftlerin erhält Wissenskommunismus als Anerkennung für die von ihr Erkenntnisse keine Geldzahlungen – um von dieser freigestellt zu sein alimentiert sie der Staat sondern ein symbolisches Entgelt in Form von Reputation wie sie sich z. B. an Zahl der Einträge im Citation Index ablesen Statt eines Monopolverwertungsrechts wie es das Patentsystem Erfindungen von industriellem Wert gewährt steht hier Recht auf Namensnennung im Vordergrund.

Die Wissensordnung dieses Sondermilieus strahlt über eigentlichen Geltungsbereich hinaus auf seine Umwelt in modernen demokratischen Gesellschaft aus mit der zusammen entstanden ist:

»Der Wissenstransfer in das gesellschaftliche Umfeld konnte günstigen Bedingungen (Rechtsstaat Demokratie liberale Öffentlichkeit) wesentliche dieser Wissensordnung in die "Wissensverfassung" der Gesellschaft lassen. Die freie wissenschaftliche Forschung Lehre Veröffentlichung so ihre Ergänzung in der "Freien Meinung" Bürgers [An anderer Stelle fügt Spinner die Medienlandschaft hinzu vgl. Spinner 1998 S. 66.] verwandter Wissensfreiheiten wie in unserem Grundgesetz verankert. spannt sich der Bogen der ordnungspolitischen Leitvorstellungen Abstrichen auch der positiven Regulierungen und praktischen vom Wissenskommunismus der Forschungsgemeinschaft bis zur informationellen in der Informationsgesellschaft und dem geforderten weltweiten Informationsfluss ...« [Spinner 1998 S. 48 f.]

Den Zusammenhang zwischen Freier Software Wissenskommunismus Gesellschaft untersucht auch das Projekt Oekonux .

Siehe auch: Wissensallmende Immaterielle_Monopolrechte/Geistiges_Eigentum

Literatur

  • Volker Grassmuck: Freie Software. Zwischen Privat- und Gemeineigentum Bundeszentrale für politische Bildung Bonn 2002 ISBN 3-89331-432-6

Weblinks




Bücher zum Thema Wissenskommunismus

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