Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 28. Mai 2012 

Wolle Kriwanek


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Wolfgang "Wolle" Kriwanek (* 29. Dezember 1949 in Stuttgart-Stammheim 20. April 2003 in Backnang ) war ein deutscher Sänger .

Er wurde oft als der Schwaben-Rocker bezeichnet denn Wolle Kriwanek verband als der ersten Musiker Blues und Rockmusik mit Dialekt im allgemeinen und dem Schwäbischen im Besonderen. Als sein Erweckungserlebnis gilt ein Mitte der 1960er Jahre Fernsehen übertragenes Konzert von Mahalia Jackson das später im Lied Sing Hallelujah beschrieb. Ein Vollbart und die Lockenmähne Afro-Look trugen zu seinem Spitznamen Wolle bei.

Die ersten Versuche Ende der 1960er mit schwäbischen Texten den Blues zu singen allenthalben auf Unverständnis insbesondere beim Stuttgarter Radiosender. könne man nur auf Englisch singen und Deutsch nur Volksmusik hieß es. Die Überlegung englischsprachige Musiker auch nicht in Oxford English singen sondern in ihrer jeweiligen Umgangssprache noch nicht nachvollzogen werden.

Als erster Erfolg gilt sein Sieg Schlagerwettbewerb auf dem Backnanger Straßenfest im Jahre 1971 eine Premiere für Fest Wettbewerb als auch Sänger. Dieser Stadt blieb er zeitlebens verbunden. Zehn Jahre etwa trat er zusammen mit den Schulz Bros. wieder auf der Bühne am Obstmarkt nur wenige Meter von der Wohnung entfernt die er später einzog. Zudem war er Jahre Juror beim Nachwuchsfestival des Straßenfestes.

Im Jahre 1975 ebnete sowohl sein beim SDR-Wettbewerb "Bester Liedermacher von Baden-Württemberg" als der Erfolg von Udo Lindenberg dem Schwaben den Weg in die etwa zu einem Auftritt bei der ZDF-Drehscheibe Lila Tilla allerdings eher in massenkompatiblem Hochdeutsch gesungen. von einem Ragtime-Klavier unterlegte Spottlied über die Vorlieben einer Dame findet sich auf dem Deutsche Schlager 1973 - 1976 .

Trotz aller Unkenrufe verband er in Bad'Wanna Blues in dem schlicht das traditionelle Wannenbad Samstagabend (vor der ARD Sportschau) beschrieben wird englische und schwäbische Sprache auf doppeldeutige Weise feel I me so wohl vom Kopf runter zur soul") wie später noch z.B. Reggae Di uff? .

Kriwanek's Karriere ist seit 1975 geprägt der kongenialen Zusammenarbeit mit Paul Vincent Gunia einem vielseitigen Musiker der fast Lieder zusammen mit Wolle schrieb und dessen Gesang mit einprägsamer Slide-Guitar kräftig unterstützte. Ende 1970er bis Anfang der 1980er brachten die mehrere LPs heraus meist als "Wolle Kriwanek Schulz Bros.".

Als Kriwaneks bekanntestes Lied gilt die Stroßaboh eine musikalische Hetzjagd nach der letzten der Linie 5 die an diesem Abend ohne den Sänger abfährt. Dieser dynamische Song auch 20 Jahre später noch gut in Soundtrack von Lola rennt gepasst hätte wurde auch in einer Version aufgenommen.

Einen ironischen Kommentar auf den damaligen ( Erich von Däniken "Unheimliche Begegnung der 3. Art") sowie Selbstverständnis der Schwaben erhält das UFO bei dem ein Wanderer von einer Untertasse besucht wird. Der Versuch den neugierigen aus dem Weltall artig auf Hochdeutsch Auskunft erteilen scheitert an deren Aufforderung "Mensch schwätz schwäbisch wie mir au!".

In den drei winterlichen Liedern Draußa em Wald Es schneielet und En meiner Stuaba entwickelt Kriwanek kleine Volkslieder weiter zum alten schwäbischen Blues" oder gar zum "Rrrrock! Let's fetz!".

Der geschäftstüchtig(er)e Landsmann Gotthilf Fischer samt dessen Fischer Chören wurden humorvoll-kritisch in Wir singen für Millionen auf die Schippe genommen. Aber auch die Grenzen des Ländle hinaus hat sich Kriwanek gewagt etwa die berüchtigte Hamburger Herbertstr. an deren Ende jedoch die schwäbische obsiegt.

Selbst die Auszählreime von Kindern dienten Ausgangspunkt für philosophische Betrachtungen über das Leben "kleinen Ralf der Hänsle heißt" der in Enne Denne Dubbe Denne durch willkürliche Entscheidungen Dritter gebeutelt wird am Ende gar von Petrus am Himmelstor Kinderreim ausgezählt wird.

Einige Lieder beschreiben ironisch die Träume Kleinbürgern so etwa dem Büroangestellten der im Babylon untermalt von trompetenden Kriegselefanten von einem als Pharao samt grenzenlosem Reichtum und Macht also von "Frauen a Geld Soldaten a ond a Haus". In Easy Rider verzählt sich der Bankangestellte beim Träumen der Harley während sich der arrogante Fahrer Mercedes 500SE im so genannten "PS-Walzer" I fahr Daimler als Chauffeur entpuppt.

Anfang der 1980er war Wolle Kriwanek im 3. Fernsehprogramm des Südwestens ein häufiger u.a. bei einem Auftritt zusammen mit Caterina Valente . Dann brach jedoch die Neue Deutsche Welle mit ihren vielen Eintagsfliegen über einen Vorreiter herein.

Mitte der 1980er kehrte Wolle Kriwanek unsteten Leben als Profimusiker den Rücken und seinen ursprünglichen Beruf zurück mit neuem Wohnsitz Backnang . Nebenbei machte er weiterhin solide Musik mit deutlich geglätteten bundesweit eher kommerziell verwertbaren Texten bei denen man das urige schwäbische G'schmäckle der früheren Jahre vermisst.

Für mehrere sportliche Anlässe hat er beigesteuert so Ready Steady Go! für die Leichtathletik-EM 1986 in Stuttgart die Silver Arrows von Mercedes in der Formel 1 Stuttgart kommt! für den VfB Stuttgart .

Sein letztes Werk war der Song innerdeutschen Bewerbung von Stuttgart für die Olympischen 2012.

Lebenslauf

Aufgewachsen im Stuttgarter Stadtteil Stammheim. 1969 er sein Abitur am Wirtschaftsgymnasium in Stuttgart und studierte anschließend bis 1972 Englisch Geographie an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg .Von 1972 bis 1974 unterrichtete er an Sonderschule für Lernbehinderte in Ditzingen um dann von 1974 bis 1976 der Fachhochschule Reutlingen Lernbehinderten- und Verhaltensgestörtenpädagogik zu studieren. Das Staatsexamen legte er im Zeitraum von 1976 1980 an der "Metter"-Schule (Schule für Lernbehinderte) Bietigheim-Bissingen ab.

Die Musikkarriere startete 1975 von 1980 1988 war er als Profi-Musiker auf Tour.

Wolle Kriwanek kehrte 1986 in seinen als Sonderschullehrer zurück und arbeitete an der ( Sonderschule für Erziehungshilfe) in Winnenden .

Er war aber weiterhin mit der Kriwanek Band" aktiv. Weitere Bandmitglieder:

In den 1990er Jahren schrieb er der überregionalen Zeitung "Sonntag Aktuell" eine Kolumne Nachwuchsmusiker.

1996 wurde er 1. Vorsitzender der Baden-Württemberg.

Die Ursache für seinen plötzlichen Tod Ostermontag 2003 war vermutlich der Bruch einer Schlagader der auf eine angeborene Herz-Gefäßschwäche zurückging.

Alben auf LP bzw. CD:

  • Wolle Kriwanek & Schulz Bros. (1979)
  • Let's fetz (1981)
  • Kriwanek & Vincent (1982)
  • Außer Betrieb (1983)
  • Schwabenrock (1984)
  • So und nicht anders (1988)
  • Hot Wollé (1992)
  • Bescht of... live (1993)
  • Gute Unterhaltung (1995)
  • Zucker & Salz (2002)
  • Spätlese (2003)

Songs bzw. Singles:

  • Badwanna Blues / Denn I Mog Di
  • Lila Tilla (1977)
  • Kopf oder Zahl (1978)
  • Stroßaboh / UFO
  • Enne denne dubbe denne / Babylon
  • Reggae Di uff?
  • I fahr Daimler (der PS-Walzer)
  • Easy Rider / Außer Betrieb
  • Frauen in Uniform / Komm vorbei
  • Auf'm Wasa
  • Die grosse Flut
  • Faul wie d Sau
  • Gib deim Herz n Stoss
  • Gute Unterhaltung
  • In meiner Stube
  • Kopf hoch Fritz
  • Morgasonn
  • Schwätzer
  • Schwobablues (Es schneielet es beielet)
  • Sing Hallelujah
  • Stuttgart kommt (1996)

Auszeichnungen:

  • 1967 - Zweiter Preis beim SDR-Nachwuchs-Wettbewerb – Amateurband von Baden-Württemberg
  • 1971 - Erster Preis beim Sängerwettstreit auf Backnanger Straßenfest
  • 1975 - Erster Preis beim SDR-Wettbewerb – Liedermacher von Baden-Württemberg
  • 9. Juni 2000 - Der Regionaut 2000 der Landesbank Baden-Württemberg

Siehe auch:

Weblinks




Bücher zum Thema Wolle Kriwanek

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Wolle_Kriwanek.html">Wolle Kriwanek </a>