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Zeppelin


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Für weitere Bedeutungen siehe Zeppelin (Begriffsklärung)
Die Zeppeline oder Zeppelin-Luftschiffe waren die erfolgreichsten Starrluftschiffe . Sie sind benannt nach ihrem Erfinder Ferdinand Graf von Zeppelin ( 1838 - 1917 ) und wurden in den ersten Jahrzehnten 20. Jahrhunderts sowohl zur Personenbeförderung als auch militärisch

Verglichen mit anderen Luftschiff-Typen war ihr so groß dass der Begriff Zeppelin heute häufig synonym zu Starrluftschiff gebraucht oder sogar (sehr nachlässig) auf Arten von Luftschiffen angewandt wird. Gegenstand dieses Artikels sind hauptsächlich die Zeppelin-Luftschiffe im engeren Sinn.

Siehe auch: Liste aller Zeppeline

Inhaltsverzeichnis

Frühe Zeppelin-Geschichte

Der erste Zeppelin

Ferdinand Graf von Zeppelin hatte schon 1863 im amerikanischen Bürgerkrieg bei dem er als militärischer Beobachter Seite der Nordstaaten teilnahm den militärischen Einsatz Ballons kennengelernt. Als er später im Deutsch-Französischen Krieg von 1870 / 1871 während der Belagerung von Paris französische Montgolfièren im Einsatz beobachtete begann er sich für das Problem der Konstruktion eines „lenkbaren zu interessieren.

Nachdem der Graf 1890 im Alter von 52 Jahren frühzeitig dem Armeedienst ausgeschieden war widmete er sich diesem Projekt und erhielt am 13. August 1898 ein Patent für einen „Lenkbaren Luftfahrzug mit mehreren angeordneten Tragkörpern“ (Kaiserliches Patentamt Patentschrift No. 98580). Entwurf der damit rückwirkend zum 31. August 1895 geschützt wurde hatte unter anderem folgende Merkmale:

  • schlankes starres Gerippe aus Duraluminium bestehend aus Ringen und Längsträgern
  • Gasraum aufgeteilt in viele zylindrische Zellen
  • Steuerungsmöglichkeit mit Hilfe von Höhen- und
  • zwei getrennte fest mit dem Gerippe Gondeln
  • Vortrieb durch Propeller montiert auf Höhe größten Luftwiderstandes
  • Möglichkeit mehrere solcher Schiffe wie Zugwaggons (dies wurde nie realisiert).

Eine Expertenkommission der von Zeppelin im 1894 seine Entwürfe vorgelegt hatte zeigte sich interessiert so dass der Graf bei der seiner Idee weitgehend auf sich allein gestellt 1898 gründete er die Gesellschaft zur Förderung der Luftschiffahrt für die er mehr als die des Aktienkapitals von 800.000 Mark selbst aufbrachte. Die Umsetzung delegierte er zunächst an den Ingenieur Theodor Kober und später an Ludwig Dürr .

Der Bau des ersten Starrluftschiffs begann 1899 in einer schwimmenden Montagehalle auf dem in der Bucht von Manzell bei Friedrichshafen . Diese konnte für den schwierigen Startvorgang den Wind gedreht werden. Der Prototyp LZ1 ( LZ für „Luftschiff Zeppelin“) war 128 m lang maß 11 65 m im Durchmesser und wurde von zwei Daimler -Motoren mit je 14 2 PS angetrieben. Zum Ausbalancieren ( Trimmung ) der etwa 13 t schweren Konstruktion verwendete man ein zwischen vorderen und hinteren Gondel verschiebbares 130 kg schweres Gewicht. 11.300 Kubikmeter Wasserstoff sorgten als Traggas für Auftrieb die Nutzlast betrug jedoch nur etwa 300 kg.

Am 2. Juli 1900 um 20:03 Uhr fand unter den von etwa 12.000 Zuschauern am Seeufer und Booten der erste Aufstieg des Luftschiffes statt. Fahrt dauerte nur 18 Minuten dann brach Winde für das Ausgleichsgewicht und LZ1 musste auf dem Wasser notlanden. Nach bewies die Technik in den folgenden Wochen bei zwei weiteren Aufstiegen einiges Potential und insbesondere den bis dahin vom französischen Luftschiff La France gehaltenen Geschwindigkeitsrekord von 6 m/s um 3 m/s konnte aber mögliche Investoren noch nicht überzeugen. Da die finanziellen erschöpft waren musste Graf von Zeppelin den wieder zerlegen die Reste und alle Werkzeuge und die Gesellschaft auflösen.

Ein Unglück als „Starthilfe“

Ihre zweite (und dritte) Chance verdankt Zeppelin-Idee hauptsächlich der luftfahrtbegeisterten Bevölkerung. Sie ermöglichte dem Grafen erst die Technik soweit fortzuentwickeln sie für zivile wie militärische Einsatzzwecke interessant

Den Grundstock für die Finanzierung von LZ2 und LZ3 bildeten Spenden und die Einnahmen einer speziellen Lotterie sowie weitere 100.000 Mark aus dem des Grafen. Schließlich steuerte Reichskanzler von Bülow doch noch 50.000 Mark einem Dispositionsfonds bei.

LZ2 war etwa genausogroß wie LZ1 jedoch deutlich verbessert und stieg am 17. Januar 1906 zum ersten und einzigen Mal auf. Schiff wurde von einem starken Wind über abgetrieben später versagten die Motoren und die Daher musste der Zeppelin im Allgäu notlanden wo das provisorisch verankerte Schiff der Nacht durch einen aufkommenden Sturm irreparabel wurde.

Sein Nachfolger LZ3 in dem alle noch brauchbaren Teile LZ2 verbaut wurden war der erste wirklich Zeppelin und legte bis 1908 in 45 Fahrten insgesamt 4.398 km zurück. Nun wurde die Technik für deutsche Militär interessant. Das Heer kaufte LZ3 und benannte es um in Z I . Bis 1913 diente es als Schulschiff dann wurde technisch überholte Schiff abgerüstet.

Die Armee wollte auch LZ4 übernehmen verlangte aber zunächst eine Demonstration der Zeppelin für eine 24-Stunden-Fahrt geeignet sei. dieser Fahrt musste das Schiff wegen eines in Echterdingen bei Stuttgart zwischenlanden. Hier riss ein aufkommender Sturm Schiff am 5. August 1908 aus seiner Verankerung. Es strandete in Obstbaum fing Feuer und nach kürzester Zeit von der stolzen Konstruktion nur noch rauchende Zwei Techniker die mit der Reparatur der beschäftigt waren konnten sich nur durch einen Sprung retten.

Obwohl niemand ernsthaft verletzt wurde hätte Unfall gewiss das wirtschaftliche Aus für die bedeutet hätte nicht einer der zahlreichen Zuschauer eine Spendenaktion gestartet die eine beispiellose Welle Hilfsbereitschaft im ganzen Land auslöste. So kam eindrucksvolle Summe von 6.096.555 Mark zustande die dem Grafen ermöglichte die Luftschiffbau Zeppelin GmbH zu gründen und eine Zeppelin- Stiftung ins Leben zu rufen. Das Zeppelin-Projekt also nicht nur wie Phoenix aus der Asche sondern stand auch finanziell auf sicherem Boden.

Zeppeline vor dem ersten Weltkrieg

In den folgenden Jahren bis zum des Ersten Weltkriegs im Sommer 1914 wurden 21 weitere Zeppelin-Luftschiffe ( LZ5 bis LZ25 ) fertiggestellt.

Mit LZ6 entstand im Jahre 1909 der erste Zeppelin der kommerziell für Beförderung von Fahrgästen eingesetzt wurde. Dazu wurde von der neu gegründeten Deutschen Luftschiffahrts-AG ( DELAG ) der ersten Luftreederei der Welt übernommen. Bis 1914 wurden weitere sechs Luftschiffe an die verkauft und erhielten zusätzlich zu ihren Produktionsnummern beispielsweise LZ11 „Viktoria Luise“ ( 1912 ) und LZ17 „Sachsen“ ( 1913 ). Vier dieser Schiffe wurden bei Unfällen hauptsächlich beim Einhallen. Personen kamen dabei nicht Schaden.

Die verbleibenden 14 Vorkriegszeppeline wurden vom und der Marine des Deutschen Reiches gekauft die ihre zum Teil mit eigenen „taktischen“ Nummern versahen.

Als der Krieg dann ausbrach übernahm Militär auch die noch verbliebenen DELAG-Schiffe. Zu Zeitpunkt hatte es bereits drei andere außer gestellt ( LZ3 „Z I“ eingeschlossen) und fünf weitere bei Unfällen Zwei davon forderten Menschenleben: der Marinezeppelin LZ14 „L 1“ wurde von einem Sturm in die Nordsee gedrückt wobei 14 Soldaten ertranken und LZ18 „L 2“ ging nach der Explosion eines Motors der Luft in Flammen auf und riss Mannschaftsmitglieder in den Tod.

Stand der Technik waren im Jahre 1914 Zeppeline mit Längen von 150-160 m und Volumen um 22.000-25.000 m 3 die Nutzlasten bis zu 9 t tragen konnten. Sie wurden üblicherweise von Maybach -Motoren zu je 200 PS angetrieben und erreichten damit Geschwindigkeiten bis etwa 80 km/h .

Zeppeline im Ersten Weltkrieg

Im Krieg wurde die Entwicklung der stark vorangetrieben. Daneben kamen auch Starrluftschiffe vom Schütte-Lanz zum Einsatz. Sie waren zwar sehr wovon auch die Zeppeline profitierten aber aufgrund hölzernen Gerippes in ihren Leistungen begrenzt. Erst Ende des Krieges wurden auch sie wie Zeppeline aus einem Gerüst aus Duraluminium gebaut.

Technischer Vorsprung

Die militärische Führung des Deutschen Reiches setzte anfangs große Hoffnungen in die Sie erschienen als eine Art Wunderwaffe: Verglichen zeitgenössischen Flugzeugen die noch am Anfang ihrer Entwicklung erreichten sie größere Höhen waren fast ebenso konnten mit ihrer viel größeren Nutzlast stärker und mit mehr Bomben bestückt werden konnten länger in der Luft bleiben und hatten drastisch höhere Reichweite .

Tatsächlich erwies sich ihre Bekämpfung aus Luft für die Gegner zunächst als schwierig das Wasserstoffgas bei weitem nicht so leicht entflammen war wie heute vielfach suggeriert wird; LZ91 „L 42“ überstand 1917 sogar zwei Blitzschläge in der Luft unbeschadet. Auch verfügten Flugzeuge zunächst nicht über geeignete nach vorne Abfangwaffen so dass die ersten Erfolge im gegen Zeppeline erzielt wurden indem man sie Bomben bewarf. Der erste „Abschuss“ dieser Art am 6. Juni 1915 dem britischen Piloten Reginald A. J. Warneford der Heeresluftschiff LZ37 über Gent in Brand setzte. Er erhielt dafür höchsten britischen Orden das Victoria Cross .

Das Heeresluftschiff LZ47 "LZ77"

Regelmäßige Erfolge erzielten die Aliierten erst Einführung von Brandmunition im Frühjahr 1916 . Der erste Zeppelin der auf diese brennend abgeschossen wurde war LZ47 „LZ77“ am 21. Februar 1916 einen Tag vor der Schlacht von Verdun .

Luftschiffe im Kriegseinsatz

Die Luftschiffe wurden einerseits zur Aufklärung andererseits für Luftangriffe mit Bomben genutzt.

Trotz ihres technischen Vorsprungs gegenüber Flugzeugen schon ab den ersten Tagen des Krieges deutsche Luftschiffe verloren. Das lag nicht zuletzt dass sie von den mit der Technik Militärstrategen mit Aufgaben betraut wurden für die nicht geeignet waren. So griffen die Schiffe am hellichten Tag stark verteidigte Ziele an Westfront an und wurden nicht selten durch Infanteriefeuer zu Boden gebracht meist weil durch von Kugeln durchsiebte Hülle zuviel Traggas verloren

Schon zwei Tage nach Kriegsbeginn musste LZ21 „Z VI“ nach einer Bombardierung von Lüttich wegen starken Gasverlusts bei Bonn notlanden. Noch im selben Monat wurden weitere Zeppeline abgeschossen und LZ23 „Z VIII“ fiel vorübergehend in französische Hände.

Die Oberste Heeresleitung verlor angesichts dieser Mißerfolge zunehmend das an der Heeresluftschifffahrt und stellte sie im 1917 ein.

Die Marine behielt dagegen ihre Luftschiffe zuletzt. Über Nord- und Ostsee konnten die Zeppeline ihren Ausdauervorteil bei langen und teils sehr erfolgreichen Aufklärungsmissionen voll Sie leisteten insbesondere gute Dienste beim Aufspüren feindlichen Minensperren und der Markierung von Minenfeldern mit Bojen. Im Winter 1916 wurden Marineluftschiffe auch eingesetzt um die Eis von der Außenwelt abgeschnittenen deutschen Inseln Lebensmitteln zu versorgen.

Angriffsfahrten vor allem gegen England wurden nur noch im Schutz der durchgeführt. Damit zwang man die Gegner zur der Luftabwehr und zum Einsatz von Suchscheinwerfern. Das Bombardement dieser Art fand am 19. Januar 1915 statt. Es gilt als der erste auf Zivilisten überhaupt; zwar wurden bis Juli 1916 nur militärische Ziele ins Visier genommen Treffsicherheit im Dunklen ließ jedoch zu wünschen

Ab 1916 konnten neue Zeppeline in größeren Höhen und bei geeignetem Wetter den Scheinwerfern entgehen sie überhalb der Wolkendecke fuhren. Um die zu dirigieren ließen sie dann Beobachter in an Stahltrossen herab. Diesem neuen Vorteil auf der Luftschiffer standen allerdings die größere Belastung Manschaft durch die Flughöhe die Einführung der Verdunklung in den Zielgebieten und die Weiterentwicklung Abfangjäger gegenüber.

Um auch den neuen Jagdflugzeugen zu wurde die Flughöhe nochmals bis auf 5500 m gesteigert was die Mannschaften jedoch extremer aussetzte. Zudem erschwerten Höhenwinde hier die Navigation zerstreuten einige Geschwaderangriffe . So ging die Zahl dieser Unternehmungen Kriegsende immer weiter zurück. Die letzte Angriffsfahrt am 5. August 1918 statt und wurde vom Kommandeur der Korvettenkapitän Peter Strasser persönlich von LZ112 „L 70“ aus befehligt. Als dieser Zeppelin von Flugzeug des neuen Typs DH-4 in 5200 Höhe brennend abgeschossen wurde brachen die anderen Luftschiffe die Aktion ab und kehrten um.

Militärische Bilanz

Insgesamt wurden während des Krieges 88 produziert. Die Luftschiffe warfen bei 51 Angriffsfahrten im Geschwader) 197 t Bomben ab töteten dabei 557 Menschen verletzten 1.358. Daneben wurden rund 1.200 Aufklärungsfahrten

Das Lebensdauer der Kampfluftschiffe war meist kurz. Etwa zwei Drittel aller Kriegsluftschiffe gingen etwa zur Hälfte durch Feindeinwirkung der Rest Unfälle. Die Verluste an Menschenleben waren verglichen anderen Tätigkeiten an den Fronten eher gering; betrugen beim Heer 11 Prozent (79 Mann) bei der Marine 26 3 Prozent (389

Die Einsatzwirkung der Kriegsluftschiffe war insgesamt positiv. Zwar richteten die Angriffe nur vergleichsweise Schaden an verbreiteten jedoch beim Gegner in und Zivilbevölkerung überproportional Angst und Schrecken und große Mengen an kriegswichtigen Ressourcen. Die Entente Cordiale musste zur Bekämpfung der deutschen Militärluftschiffahrt ihren rund 15.000 Mann und durchschnittlich etwa Luftschiffen Waffen Material und Personen im Verhältnis fast 1 zu 33 abstellen.

Diese Bindungsstrategie machten sich auch die Seestreitkräfte zu eigen. Die Effizienz der Luftschiffe jedoch von keiner anderen Waffengattung erreicht nicht von den deutschen U-Booten .

Noch bei Kriegsende waren die Zeppeline der Luftfahrt Spitzentechnologie. Insofern wäre es verkürzt sagen der Fortschritt habe sie „überholt“. Vielmehr die militärischen taktischen wie auch strategischen Vorgaben vor allem praktische Zwänge ihren Tribut.

Technologische Bilanz

Die große Produktionsmenge und die steigenden des Kriegseinsatzes fürten zu einer deutlichen Weiterentwicklung Zeppeline. Gegen Kriegsende produzierte die Zeppelingesellschaft in und an verschiedenen weiteren Standorten Luftschiffe von 200 m Länge und mehr. Mit Volumen von 56.000-69.000 Kubikmeter konnten sie 40-50 t Nutzlast aufnehmen und durch fünf oder sechs Maybach-Motoren zu je rund 260 PS Geschwindigkeiten bis zu 100-130 km/h erreichen.

Einen Höhenrekord von 7600 m stellte LZ101 „L 55“ am 20. Oktober 1917 auf um feindlichem Feuer über der zu entgehen. LZ104 „L 59“ wiederum das sogenannte Afrikaluftschiff stellte einen Streckenrekord auf. Das in ( Bulgarien ) stationierte Schiff sollte im November 1917 in Deutsch-Ostafrika (heute Tansania ) verstärken musste jedoch auf halbem Wege als es über Funk von der deutschen Niederlage dort erfuhr. legte in 95 Stunden 6757 km zurück.

Das Ende der Kriegsluftschiffe

Die deutsche Niederlage bedeutete zugleich das der deutschen Kriegsluftschifffahrt denn die siegreichen Alliierten eine vollständige Entwaffnung der deutschen Luftstreitkräfte. Der Vertrag von Versailles nannte dabei die Luftschiffe ausdrücklich und in Artikel 202 die Auslieferung aller verbliebenen Luftschiffhallen und der deutschen Fabrik in der Traggas hergestellt worden war im Rahmen der Reparationsleistungen .

Eine Woche vor Vertragsunterzeichnung am 23. Juni 1919 zerstörten viele Kriegsluftschiffer ihre Zeppeline in Hallen um sie nicht an die ehemaligen abgeben zu müssen. Sie folgten damit dem der deutschen Hochseeflotte die sich zwei Tage in Scapa Flow selbst versenkt hatte. Die Zeppeline wurden 1920 nach Frankreich Italien England und Belgien überführt.

Zeppeline nach dem ersten Weltkrieg

Erste Schritte

Graf von Zeppelin war 1917 noch vor Ende des Krieges verstorben. Dr. Hugo Eckener hatte dann ein Mann die Führung Unternehmens übernommen der anders als der Graf lange eher die friedliche als die militärische der Luftschiffe im Auge gehabt hatte.

Während der Vertrag von Versailles mit Schütte-Lanz Luftschiffgesellschaft die ausschließlich auf militärische Starrluftschiffe spezialisiert war den einzigen ernstzunehmenden Konkurrenten aus dem geworfen hatte hofften die Zeppelingesellschaft und die rasch ihre Passagierflüge wiederaufnehmen zu können.

In der Tat gelang es wenn unter Schwierigkeiten zwei kleinere Zeppeline fertigzustellen. Der war LZ120 „Bodensee“ stieg im August 1919 erstmals auf und beförderte in den zwei Jahren tatsächlich etwa 4000 Fahrgäste. Der LZ121 „Nordstern“ sollte für einen geplanten Liniendienst nach Stockholm eingesetzt werden.

1921 verlangten die Siegermächte jedoch dass auch beiden Luftschiffe ausgeliefert würden und zwar als für jene Zeppeline die 1919 von ihren zerstört worden waren. Weitere Projekte konnten zunächst verwirklicht werden teils auf ausdrückliches Verbot der hin. So kam die deutsche Zeppelin-Luftfahrt vorübergehend Stillstand.

Eckener und seine Mitarbeiter gaben jedoch auf und suchten weiter nach Investoren sowie einem Weg die Restriktionen der Alliierten zu Ihre Chance kam schließlich im Jahre 1924 .

Der Auftrag aus Amerika

Mittlerweile hatten nämlich die USA begonnen mit Starrluftschiffen zu experimentieren. Mit ZR-1 „USS Shenandoah“ hatten sie nach Vorbild eines deutschen selbst eines konstruiert und ein weiteres in bestellt. Doch zur Auslieferung des als ZR-2 vorgesehenen britischen R38 war es nicht gekommen: das Luftschiff bei einer Testfahrt über dem Fluss Humber auseinander gebrochen und hatte 44 Menschen den Tod gerissen.

Vor diesem Hintergrund gelang es Eckener Auftrag für das nächste amerikanische Luftschiff nach zu holen. Die Kosten für den Bau freilich Deutschland selbst tragen denn sie wurden den Reparationskonten verrechnet. Für die Zeppelingesellschaft war jedoch nebensächlich und so entwarf Dr. Dürr LZ126 das sogenannte Amerikaluftschiff .

Die Firma brachte all ihre jahrelange in das Projekt ein und stellte so ihren bis dahin besten Zeppelin fertig. Die Testfahrt erfolgte am 27. August 1924 .

LZ126 vor der Landung in Lakehurst

Eckener der großes Vertrauen in das Schiff setzte überführte es am 12. Oktober persönlich von Friedrichshafen nach Lakehurst bei New York . Die 81 Stunden dauernde Reise über Atlantik verlief tatsächlich ohne Zwischenfälle. In den wurden die Ankömmlinge von begeisterten Menschenmengen gefeiert Präsident Calvin Coolidge lud Eckener und seine Mannschaft ins Weiße Haus ein wo er den neuen Zeppelin einen „Friedensengel“ bezeichnete.

Unter seiner neuen Bezeichnung ZR-3 „USS Los Angeles“ wurde LZ126 das erfolgreichste amerikanische Starrluftschiff. Der Zeppelin fast acht Jahre lang zuverlässig seinen Dienst er 1932 aus wirtschaftlichen Gründen außer Dienst gestellt ab Oktober 1939 verschrottet wurde.

Die Blütezeit der Zeppelin-Luftfahrt

Mit der Lieferung von LZ126 hatte sich die Luftschiffbau Zeppelin GmbH zwar als technologischer Marktführer auf ihrem zurückgemeldet war jedoch noch längst nicht wieder im Geschäft. Eckener und seine Mitarbeiter mussten der nach dem Krieg schwierigen wirtschaftlichen Lage Deutschland zunächst zwei Jahre lang die Werbetrommel um das nötige Kapital für das nächste aufzutreiben.

Zwei weitere Jahre später am 18. September 1928 stieg LZ127 „Graf Zeppelin“ zum ersten Mal auf. Mit diesem das zum erfolgreichsten Luftschiff überhaupt wurde begann Höhepunkt der Zeppelin-Luftfahrt.

Eckener nutzte das neue Schiff zunächst spektakulären Demonstrationsfahrten unter anderem nach Amerika wo im Oktober 1928 einmal mehr begeistert empfangen wurde. Im 1929 umfuhr Graf Zeppelin gesponsort unter anderem vom amerikanischen Medienmagnaten William Randolph Hearst als erstes und bis heute einziges die Welt und verwirklichte 1931 mit einer Arktisfahrt einen zwanzig Jahre alten Traum des Grafen.

Ab 1930 wurde ein transatlantischer Liniendienst eingerichtet. Obwohl die Weltwirtschaftskrise allmählich bemerkbar machte und ferner mit Zeit Konkurrenz durch Flugzeuge aufkam beförderte Graf Zeppelin von nun an bis 1936 jährlich steigende Zahlen von Fahrgästen zwischen Europa und Nord- und Südamerika .

Eckener plante das erfolgreiche Luftschiff durch Zeppelin ähnlicher Bauart zu entlasten. Doch der und verlustreiche Unfall des britischen Passagierluftschiffs R101 am 5. Oktober 1930 veranlasste die Zeppelingesellschaft die Sicherheit von wasserstoffgefüllten Luftschiffen neu zu überdenken.

Die USA verfügten mittlerweile über das unbrennbare Edelgas Helium und nutzten es als Traggas für ihre Luftschiffe. Da die Zeppelingesellschaft gute Beziehungen in die Staaten unterhielt — war sogar im Rahmen eines Joint-Ventures mit der Goodyear Tyre and Rubber Co. der Goodyear-Zeppelin Co. am Bau der US-Starrluftschiffe USS Akron und USS Macon beteiligt — wurde beschlossen das Projekt LZ128 zu den Akten zu legen und völlig neuen Zeppelin zu entwerfen der für Füllung mit Helium geeignet war.

Das Ende der Zeppeline

Ab 1933 begann jedoch der Nationalsozialismus die Zeppelin-Luftfahrt zu überschatten. Für Eckeners vom völkerverbindenden Weltluftschiffverkehr hatten die Nationalsozialisten wenig und da sie wussten dass die Giganten Lüfte längst nicht mehr für den Kriegseinsatz gebrauchen waren verlegten sie sich eher auf Weiterentwicklung der Flugzeugtechnik .

Andererseits waren sie sehr daran interessiert große Popularität der Luftschiffe für Propagandazwecke auszunutzen. Da Eckener dabei nicht kooperieren gründete Reichsluftfahrtminister Hermann Göring 1935 die staatliche Deutsche Zeppelin-Reederei (DZR) welche den Betrieb der Luftschiffe übernahm. nun an zierte das Hakenkreuz unübersehbar die Heckflossen der Zeppeline und Zeit zu Zeit wurden Propagandafahrten unternommen bei das Volk aus der Luft mit Marschmusik und Naziparolen beschallt wurde.

Am 4. März 1936 wurde endlich der neue Zeppelin LZ129 „Hindenburg“ (benannt nach dem früheren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg ) fertiggestellt und unternahm seine erste Testfahrt. den Propagandamissionen begann er wenig später Graf Zeppelin auf den Transatlantiklinien zu unterstützen.

In der neuen politischen Situation war Eckener jedoch nicht gelungen das Helium für Füllung zu bekommen denn die USA die nach wie vor als einzige in nennenswerten herstellen konnten hatten mittlerweile ein Embargo verhängt. So wurde die Hindenburg doch wieder wie ihre Vorgänger mit gefüllt.

Am 6. Mai 1937 fing bei der Landung in Lakehurst Heck des Schiffes Feuer und innerhalb von ging das größte Luftschiff aller Zeiten in auf. Die genaue Ursache der Hindenburg-Katastrophe blieb zunächst ungeklärt. Obgleich oft über möglichen Sabotageakt (von nationalsozialistischer Seite oder auch von Gegnern) spekuliert wurde unterstützen neuere Erkenntnisse klar Unfallszenario nach dem der neuartige Lack des eine fatale Rolle spielte.

So oder so leitete die Katastrophe Lakehurst das Ende der deutschen Luftschifffahrt ein. Vertrauen in ihre Sicherheit war nachhaltig zerstört weitere Personenbeförderung in wasserstoffgefüllten Zeppelinen war von an indiskutabel. LZ127 „Graf Zeppelin“ wurde einen Monat nach dem Unglück Dienst gestellt und zu einem Museum umgebaut.

Dr. Eckener versuchte weiter für das der Hindenburg LZ130 „Graf Zeppelin II“ Helium aufzutreiben jedoch vergeblich. Das als Flaggschiff der Zeppeline vorgesehene Luftschiff wurde 1938 fertiggestellt und unternahm wiederum mit Wasserstoff einige Werkstatt- und Testfahrten beförderte jedoch nie Ein weiteres Projekt das sogar die Hindenburg und die Graf Zeppelin II an Größe übertreffen sollte LZ131 kam nie über die Fertigung einiger hinaus.

Das endgültige Ende kam mit dem des zweiten Weltkrieges . Im März 1940 ließ Göring die Sprengung der Hallen die Abwrackung der verbliebenen Luftschiffe anordnen. Die wurden der Kriegsindustrie zur Verwertung zugeführt.

Den Grund für diesen scharfen Schnitt viele Luftschiffer weniger in sachlichen Notwendigkeiten als in der nationalsozialistischen Ideologie. Eckener selbst schrieb in seiner Autobiographie:

Das alles geschah ohne zwingende Notwendigkeit mit Hast und Zerstörungslust ohne Rücksicht auf den des dabei vernichteten Materials und Gutes daß nicht allein eine völlige Gleichgültigkeit sondern eine verächtliche Abneigung gegen den Zeppelin zutage trat sie Göring auch offen bei der entscheidenden zum Ausdruck brachte. Hier wurde eine klare vollzogen und ich war bei allem Bedauern die Unvernunft der Sprengung einer wertvollen Konstruktion die Halle es war nicht einmal unzufrieden denn in der Tat: die Gedankenwelt um Zeppelin-Idee des alten Grafen und jene um Idee Hitlers waren in ihrem innersten Kern miteinander.

Wirtschaftlichkeit und neuere Entwicklungen

Ökonomisch betrachtet war es bereits in 1930er Jahren eine kleine Überraschung dass die mit anderen transatlantischen Verkehrsmitteln tatsächlich konkurrieren konnten. hatten den Vorteil deutlich mehr Passagiere pro mitnehmen zu können als zeitgenössische Flugzeuge die die Strecke meist noch nicht ohne Zwischenlandung und dabei auch noch Komfort und Luxus bieten wie man ihn sonst nur von gewohnt war.

Andererseits war der Betrieb der Giganten aufwändig und erforderte viel Personal. Oft waren Mannschaftsmitglieder als Fahrgäste an Bord und am wurden bei Start und Landung große Hilfsmannschaften Auch die auf den Flugplätzen benötigten gigantischen Luftschiffhallen sollten nicht vergessen werden.

In Zeiten großer schneller und vor kostengünstiger Flugzeugverbindungen ist es vorsichtig formuliert fraglich Großluftschiffe jemals wieder gewinnbringend für fahrplanmäßigen Personentransport werden können obwohl die Vorstellung des „majestätischen in relativ niedriger Höhe (also mit guter und in komfortabler Atmosphäre sicherlich nach wie ihren Reiz hat.

Nach dem Krieg fanden Luftschiffe allgemein noch in Nischen Verwendung die gut von billigeren und flexibleren Prallluftschiffen (auch Blimps genannt) ausgefüllt werden konnten etwa Langzeitbeobachtungen Werbung . Zeppeline können hier den eigentlichen Vorteil Konstruktionsprinzips nämlich die Möglichkeit sehr große Schiffe bauen die entsprechend große Lasten heben können ausspielen.

Immer wieder wurde denn auch vorgeschlagen Starrluftschiffe als Schwerlasttransporter eine Zukunft haben könnten um extrem große Lasten in schlecht erschlossene zu liefern. Ein entsprechendes Unternehmen in jüngerer war das Cargolifter -Projekt das zwar um 2000 herum bereits recht weit fortgeschritten war im Mai 2002 Insolvenz anmelden musste.

Zeppelin NT im Flug

Die Zeppelin Luftschifftechnik GmbH in Friedrichshafen die sich als Nachfolgerin der ursprünglichen sieht stieg in den 1990er Jahren mit bescheideneren Zielen aber dafür wieder in das Luftschiffgeschäft ein. Das erste des neuen Typs Zeppelin NT stieg im September 1997 zum ersten Mal auf.

Obgleich die „Zeppeline neuer Technologie“ größer als übliche Prallluftschiffe sind sie bei weitem als ihre riesigen Vorgänger. Eigentlich sind sie keine Zeppeline im klassischen Sinne sondern hochmoderne halbstarre Hybridluftschiffe. Ihr Hauptvorzug gegenüber Blimps liegt der höheren Nutzlast in den ausgezeichneten Flugeigenschaften.

Der Zeppelin NT wird mittlerweile in Serie produziert und für Rund- und Forschungsflüge und ähnliche Anwendungen Ein Luftschiff konnte am 2. März 2004 nach Japan verkauft werden.

Zeppelinmythos und Kultur

Die Geschichte der Zeppeline ist von Interesse für Briefmarkensammler . Die Luftschiffe beförderten von 1909 bis 1939 auf ihren nationalen und internationalen Flügen Post . In vielen Ländern wurden Briefmarken mit Nennwert speziell für diesen Zweck herausgegeben und versandten Sammler so frankierte und gestempelte Umschläge für andere Sammler. Zu den seltensten Zeppelinpost-Stücken jene die von der Hindenburg auf ihrer letzten Fahrt transportiert wurden. erhaltenen Umschläge erzielen obgleich an den Rändern heute Preise im Gegenwert mehrerer Tausend Euro .

Der Zeppelinmythos hat zudem verschiedene fiktive Werke inspiriert. Dazu gehören beispielsweise:

  • Zeppelin (GB 1971 ) -- ein Film über eine deutsche Zeppelin-Mission im ersten und einen britischen Flieger deutscher Herkunft der Loyalitätskonflikt mit sich ausmachen muss. Regie Etienne unter anderem mit Elke Sommer Michael York.
  • Die Hindenburg (USA 1975 ) -- Katastrophenfilm über die letzte Fahrt von LZ129 der auf einer unwahrscheinlichen Sabotagegeschichte aufbaut. Robert Wise unter anderem mit George C. Scott Bancroft

Museen

Die reichhaltigste Sammlung zum Thema Zeppelin das Zeppelin Museum in Friedrichshafen das seit Ende der 1990er Jahre in eigenen Räumlichkeiten mit 4000 m² Ausstellungsfläche untergebracht ist. Ein weiteres kleineres gibt es in der nahegelegenen Stadt Meersburg .

Auch an verschiedenen früheren Kriegsluftschiffstandorten widmen Luftfahrtmuseen ausführlich der Zeppelin-Geschichte etwa das Aeronauticum in Nordholz oder das Zeppelin- und Garnisonsmuseum in Tondern (im heutigen Dänemark ).

Literatur

  • Hugo Eckener (Flensburg 1949) Im Zeppelin über Länder und Meere
  • Peter Mayer (Bonn 1996) Luftschiffe - Die Geschichte der deutschen Zeppeline (erste Auflage); Bernard & Graefe Verlag; ISBN 3-7637-5951-4
  • Wolfgang Meighörner (Hrsg.) (1996) Giganten der Lüfte - Geschichte und Technik Zeppeline in ausgewählten Berichten und zahlreichen Fotos; Nebel Sachbuch; ISBN 3-89555-097-3
  • Dorothea Haaland Hans G. Knäusel Günter Jürgen Seifert (Bonn 1997) Leichter als Luft - Ballone und Luftschiffe ; aus der Reihe Die deutsche Luftfahrt ; Bernard & Graefe Verlag; ISBN 3-7637-6114-4

Weblinks


Themenkreis: Zeppelin
Zeppelin-Luftschiff | Liste aller Zeppeline | Ferdinand Graf von Zeppelin
Zeppelin NT | LZ126 | LZ127 „Graf Zeppelin“ | LZ129 „Hindenburg“ | LZ130 „Graf Zeppelin II“
siehe auch: Luftschiff | Starrluftschiff | Halbstarres Luftschiff | Prallluftschiff



Bücher zum Thema Zeppelin

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