Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Die Zeugen Jehovas sind eine kontrovers beurteilte religiöse Gemeinschaft. diesem Artikel wird auf einzelne Kritikpunkte eingegangen. die Darstellung der Lehre und Praxis siehe Hauptartikel.
Die Zeugen Jehovas werden von einigen Religionswissenschaftlern Sektenexperten und Mitgliedern als totalitäre religiöse Gruppe angesehen da sie die Meinungs- und der Mitglieder durch organisatorische und gruppendynamische Faktoren stark eingeschränkt sehen. Folgende Gründe dafür genannt:
Die Zeugen Jehovas sehen sich als die wahre christliche Religionsgemeinschaft und als einzigen Weg Erlösung. Diese Einstellung übe einen ziemlichen Druck die Mitglieder aus da ein Ausschluss dem Tod gleichkomme. Die übrige Welt und die christlichen Konfessionen würden als von Satan beherrscht (1. Johannes 5 19) was die Freiheit Mitglieder sich objektiv zu informieren einschränke - für Mitglieder die von Kind auf bei Zeugen Jehovas seien.
Eine starke Betonung des nahe bevorstehenden Weltendes einen starken Missions- Leistungs- und Spendendruck der Zeit und Aufmerksamkeit für anderes übrig lasse.
Es gäbe bei den Zeugen Jehovas keine bezüglich der Lehre. Die genaue Auslegung der werde von der "Leitenden Körperschaft" in Brooklyn bestimmt. Zweifel an dieser Lehre würden Rebellion gegen Gott ausgelegt. Die einzig mögliche bestehe darin die Lehre abzulehnen und die zu verlassen oder an den Aktivitäten der nicht mehr teilzunehmen. Da damit aber nach der Zeugen Jehovas der ewige Tod verbunden seien die Mitglieder stark unter Druck gesetzt Lehre der Leitung zu akzeptieren.
Die Mitglieder würden angehalten gesellschaftliche Kontakte mit zu vermeiden. Kontakte würden von der Leitung verboten aber es wird im Geiste von Korinther 15 gezeigt dass solche Kontakte die Ziele (Paulus nennt die Auferstehungshoffnung) verwischen könnten.
In Kombination mit der großen zeitlichen Belastung bis zu fünfmal wöchentliche Zusammenkünfte und der erwünschten Missionstätigkeit wozu natürlich auch noch Beruf Haushalt kommen sei es in der Praxis erschwert Beziehungen zu Außenstehenden zu pflegen zumal sonst übliche Festlichkeiten z.B. Geburtstage oder Weihnachtsfeiern Zeugen Jehovas als heidnisch gelten und vermieden
Kontrolle der Information die Mitglieder bekämen: Die seien angehalten die zweiwöchentlichen Zeitschriften und weitere vollständig und genau zu studieren. Zu jedem müssten vorgegebene Fragen beantwortet werden. Jede Woche es mehrere Zusammenkünfte auf denen diese Lektüre eingeprägt werde. Jedoch hätten die gewöhnlichen Mitglieder Einfluss auf den Inhalt der Zeitschriften. Andererseits Wachtturm-kritische Literatur streng verboten. Insgesamt habe die in mancher Hinsicht mehr Ähnlichkeit mit einem Drückerkolonnen und Multi-Level-Marketing als mit einer Kirche.
Da die Reinheit der Gruppe ein sehr Faktor sei würden die Mitglieder dazu angehalten Fehlverhalten anderer Mitglieder den Ältesten zu melden dafür werde 3. Mose 5 1 zitiert. Das führe auch solche Meldungen nur selten tatsächlich gemacht würden einer strengen gegenseitigen Sozialkontrolle die in der die Handlungsfreiheit des einzelne stark einschränke. Die der Gruppe stehe dabei als Wert über Freiheit des einzelnen. Der Wachtturm vom 1. 1987 schreibe dass dabei in schweren Fällen Umständen gegen das Berufsgeheimnis verstoßen werden könne Gottes Wort mehr gelte als menschliche Gesetze eine schwere Sünde des anderen dessen Verhältnis Gott störe. Mitgliedern die z.B. als Medizinalpersonen Rechtsanwälte einem Berufsgeheimnis unterstehen würde gemäß diesem geraten ihre Mandanten im voraus auf diese hinzuweisen falls sie zutreffe damit durch solche keine Gesetze verletzt würden.
Wer sich bei den Zeugen Jehovas nicht die Weisungen der Leitung halte und sich einer vernünftigen Zeitspanne nicht wieder auf den rechten Weg bringen lasse gegen den werde ein Rechtsverfahren eingeleitet und anschließend werde er ausgeschlossen.
Kinder von Zeugen müssten zwar ein Alter in dem sie selbst entscheiden könnten ob Teil der Gemeinschaft werden möchten. Wenn sie aber gegen die Gemeinschaft entschieden würden die unter Druck gesetzt sich von den Kindern - es gäbe dokumentierte Einzelfälle wo Kinder aus dem Haus geworfen wurden und die den Kontakt abgebrochen haben.
Der ständige Kontakt zu Abtrünnigen könne mit Ausschlussverfahren enden. Zeugen Jehovas beriefen sich dabei Bibeltexte wie 2. Johannes 9-11 und Titus 10-11 in denen erklärt wird dass selbst Grüßen eines solchen verkehrt sei.
1993 befand das Verwaltungsgericht Berlin dass weitere ungeschriebene Verleihensvoraussetzung [für den Status der des öffentlichen Rechts] der &sbquoRechtstreue' bzw. der Achtung der Rechtsordnung' erfüllt" sei. "Anhaltspunkte dafür die Beschwerdeführerin bei der Ausübung ihrer Rechtsstellung Körperschaft im außerkirchlichen Bereich nicht die Gewähr Rechtmäßigkeit ihrer Handlungen biete oder dem Staat Widerstand leisten werde - was allein die der Verleihung von Körperschaftsrechten begründen könne - nicht dargelegt und auch nicht ersichtlich. Angesichts Umstands dass die Beschwerdeführerin als mitgliederstarke Religionsgemeinschaft - mit Ausnahme von Verboten und Verfolgungen der nationalsozialistischen und der kommunistischen Gewaltherrschaft - der demokratischen Gesellschaft unbeanstandet tätig sei müsse davon ausgehen dass es verfassungsfeindliche Bestrebungen und Verhaltensweisen nicht gebe." Das Oberverwaltungsgericht Berlin bestätigte ebenfalls dass "die ungeschriebene Voraussetzung der &sbquoRechtstreue' ebenfalls erfüllt [sei]." Das Bundesverwaltungsgericht widmete sich Kriterium der Rechtstreue 1997 noch nicht da die Nichtteilnahme an staatlichen Wahlen bemängelte. Weiterhin es an dass "die Gemeinschaft ... dem gegenüber ... grundsätzlich positiv eingestellt [sei]". Das bemerkte im Jahre 2000 dass "nicht jeder Verstoß gegen Recht und Gesetz die Gewähr Verhaltens in Frage" stelle. ... "In ihrer Abgrenzung bedachten Haltung die sich auf religiös Verlautbarungen beschränkt und sich politischer Optionen enthält die Beschwerdeführerin offenbar keinen spürbaren Einfluss auf aus." Inwieweit "durch die von ihr empfohlenen das Wohl der Kinder beeinträchtigt oder austrittswillige zwangsweise oder mit vom Grundgesetz missbilligten Mitteln der Gemeinschaft festhält und damit dem staatlichen anvertraute Grundrechte beeinträchtigt" seien wollte das Gericht Zurückverweisung an das Bundesverwaltungsgericht prüfen lassen. Das steht noch aus.
Die Betonung der beiden apokalyptischen Bücher der Bibel - Buch Daniel im Alten Testament und Offenbarung des Johannes im neuen Testament wird von nicht-Zeugen als merkwürdig angesehen da die übrigen christlichen von diesen Büchern eher seltener Gebrauch machen.
Die Ablehnung der kirchlichen Dreifaltigkeitslehre gilt anderen Kirchen als größter inhaltlicher an den Zeugen Jehovas.
Der von den ZJ verwendeten Neue-Welt-Übersetzung der Bibel wird vorgeworfen dass sie gewissen Stellen grammatikalisch nicht richtig übersetzt wurde die Lehre der Zeugen Jehovas zu unterstützen. geben sie häufig keine Beispiele an.
Als populäres Beispiel wird das Johannes 1 1 wo und Gott war das Wort übersetzt wird und das Wort war ein Gott . Diese Form der Übersetzung wird nach der ZJ jedoch auch von einer Reihe anderen Übersetzungen (z.B. Albrecht: "göttliches Wesen hatte Wort" Pfäfflin: "war von göttlicher Wucht") gestützt nicht von Zeugen Jehovas stammen. Außerdem berücksichtigt Übersetzung grammatikalisch völlig korrekt dass Theos "Gott" ein singularisches Prädikatsnomen ist das vernünftigerweise mit "ein" zuvor versehen ist wie das die deutschen Übersetzungen an anderen Stellen praktizieren wie in Markus 6 49; 11 32; Johannes 19 usw.
Ein anderes Beispiel ist die häufige des Namens Jehova im Neuen Testament wo die griechischen ho kyrios wörtlich "der Herr" schreiben -- "Jehova" im griechischen Neuen Testament als Wort gar vor. Damit folgen Zeugen Jehovas anderen jüdischen und katholischen Übersetzern die das Gleiche bereits ihnen getan haben.
Dies betrifft in erster Linie die Vorhersagen: Harmagedon der Tag Gottes wurde für 1914 und 1975 erwartet und beim Nichteintreffen wurde Lehre entsprechend angepasst. Diese Falschvoraussagen werden zwar und wieder in der ZJ-Literatur benannt jedoch ihrer oftmals tragischen Bedeutung für Menschen verharmlost. hatten ihr Hab und Gut in der verkauft das Millennium würde zu den genannten Terminen herein Andere kündigten ihre Arbeitsplatz um sich kurz dem Termin ganz "der Sache Jehovas" widmen können. Die Taufzahlen vor 1975 beispielsweise stiegen 1970 und 1971 nahmen sie um 10 % bzw. 9 1 % zu; 1974 sogar ein Plus von 13 5% verzeichnet. auf das Jahr 1975 gerichteten Erwartungen waren der ZJ-Literatur regelrecht angeheizt worden: "Bedenkt liebe dass nur noch ungefähr 90 Monate verbleiben 6000 Jahre der Existenz des Menschen hier Erden voll sind!" ("Königreichsdienst" ZJ-Zeitschrift für den April 1968). Für die Rücknahme dieser falschen ließ man sich Zeit. Erst 1980 - 5 ganze Jahre danach - fühlte sich Leitung der ZJ bemüßigt den Termin 1975 - mit einer schwachen Begründung. Im Alten findet sich zu diesem Sachverhalt folgender Kommentar: der Prophet im Namen Jehovas redet und Wort trifft nicht ein oder bewahrheitet sich so ist dieses das Wort das Jehova geredet hat. Mit Vermessenheit hat der Prophet geredet. Du sollst vor ihm nicht erschrecken." Mose 18 22 / "Neue Welt"-Übersetzung).
Den Zeugen Jehovas wird von ehemaligen vorgeworfen dass sie sexuellen Missbrauch von Kindern vielen Fällen nicht verfolgt haben; gemäß Richtlinien Zeugen Jehovas wird nur gegen jemand vorgegangen der Betreffende entweder geständig ist oder es den Vorfall mehrere Zeugen gibt. Es sind dokumentiert wo verschiedene Opfer über den gleichen aussagten das aber nicht akzeptiert wurde da für den einzelnen Fall nicht mehrere Zeugen
Gemäss Zeugen Jehovas sind diese Missbräuche Fällen wo die Vorwürfe nachprüfbar waren aufgedeckt behandelt und die Opfer geschützt worden und den letzten Jahren wurde in der Literatur Zeugen Jehovas besonders in der Zeitschrift Erwachet über das Thema aufgeklärt.
Gerade der Punkt der Körperschaftsklage ist für die weitere Entwicklung der Zeugen Jehovas. von Kritikern vorgebrachten Äußerungen sehen dieses Ansinnen eine Möglichkeit die wahren Beweggründe der Tätigkeit Zeugen Jehovas aufzudecken. Kritiker stellen z.B. die Frage die Zeugen Jehovas mit Ihrer Lehre dass Staat einer der Feinde Gottes sei gut tun die Körperschaft öffentlichen Rechts einzufordern und eine Verbindung mit eben diesem einzugehen.
Offizielle Stellungnahme der Zeugen Jehovas auf Webseite: "Bei der Zuerkennung der Körperschaftsrechte geht es unsere Religionsgemeinschaft darum unsere Glaubensangehörigen in ihrer rechtlich angemessen zu vertreten. Dafür besteht nach schrecklichen Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime und Grund der weiteren nahezu 40jährigen Verfolgung unserer unter der kommunistischen Zwangsherrschaft ein Bedarf."
Die Zeugen Jehovas verbieten ihren Mitgliedern Wählen. Wer es trotzdem macht und sich bekennt wird von der Gemeinschaft ausgeschlossen. Von Seite wird nicht beanstandet dass einzelne Zeugen üben sondern dass das der ganzen Gruppe vorgeschrieben wird während Zeugen Jehovas sagen dass jeder einzelne vor seiner Taufe für sich entschieden hat und bei Ablehnung dieses Lehrgedankens kein Zeuge Jehovas geworden wäre.
Zitat von der Webseite der Zeugen "... Nicht nur Jehovas Zeugen sondern auch andere Bürger machen von ihrem Recht der Gebrauch. Totalitäre Systeme zeichnen sich besonders dadurch dass sie angeblich freie Wahlen veranstalten dann durch Druck den Bürgern das Recht verweigern der Stimmabgabe zu enthalten. ..."
Raymond Franz Der Gewissenskonflikt. Menschen gehorchen oder Gott treu Ein Zeuge Jehovas berichtet. - Claudius Verlag München 3. Aufl. 1996 ISBN 3-532-62074-X (Bericht eines ehemaligen Führungsmitglieds)
Carl Olof Jonsson Die Zeiten der Nationen näher betrachtet - Oros Verlag Altenberge ISBN 3-89375-048-7 - Nur auf Englisch existiert eine Neuausgabe von 1998 ISBN 0-914675-06-0
Jerry R. Bergman: Jehovas Zeugen und das Problem der seelischen Münchener Texte und Analysen zur religiösen München
Gerd Borchers-Schreiber Mein Leben als Zeuge Jehovas - Bericht Aussteigers - Gütersloher Taschenbuch 1142 1999 ISBN 3-579-01142-1
Manfred Gebhard Die Endzeit der Zeugen Jehovas Berlin 2002 ISBN 3-8311-4761-2
Eva Maria Kaiser / Ulrich Rausch Die Zeugen Jehovas - Ein Sektenreport - Pattloch Verlag Augsburg 1996 ISBN 3-629-00687-6
Die besondere Bedeutung des Jahres 1914 : Christus hat im Himmel die Herrschaft und dabei wurde Satan auf die Erde Dabei wird nach der Meinung von Kritikern fragwürdige Rechnungsweise verwendet weil die Zeugen Jehovas Zerstörung Jerusalems mit 607 v. Chr. angeben. Historiker sehen eher 587 v. Chr. oder 588 v. Chr. als korrekte Jahreszahlen (siehe dazu insbesondere Buch von C. O. Jonsson). Zeugen Jehovas sich in erster Linie auf die klare der Bibel dass 70 Jahre vergehen würden Jerusalem wieder aufgebaut würde. Ihre Rückrechnung von ergibt 607 nicht umgekehrt.