Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 25. Oktober 2014 

Zinsstruktur


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Als Zinsstruktur bezeichnet man die Abhängigkeit des Zinssatzes der Bindungsdauer einer Anlage.

Jeder Bankkunde hat die Erfahrung daß für Geld welches für einen langfristigen Zeitraum angelegt wird einen höheren Zinssatz bezahlt bekommen als für Geld welches nur kurzfristig angelegt

Die Zinsstruktur wird als flach bezeichnet wenn der Zinssatz von der Bindungsdauer unabhängig ist. Dies jedoch die Ausnahme. In der Regel steigt Zinssatz mit der Bindungsdauer eine solche Zinsstruktur deshalb als steigend oder normal bezeichnet. Selten sind inverse Zinsstrukturen wo für langlaufende Titel weniger bezahlt wird als für kurzfristige Titel.

Die Zinsstruktur kann in der sogenannten Zinskurve veranschaulicht werden.

Inhaltsverzeichnis

Erklärungsmodelle für die Zinsstruktur

Es gibt drei Erklärungsmodelle warum die des Zinssatzes von der Bindungdauer abhängig sind. drei Zinsstrukturhypothesen ergänzen sich teilweise teilweise konkurrieren miteinander.

Die (reine) Erwartungshypothese

Die reine Erwartungshypothese folgt aus der der vollständigen Informationseffizienz des Marktes und der Annahme der Risikoneutralität der am Markt handelnden Sujekte.

Dann ergibt sich folgendes Bild:

  • werden steigende Zinsen am Markt erwartet wird niemand heute Geld für langlaufende Titel wenn nicht für langfristige Bindungen höhere Zinsen werden. Daraus folgt eine steigende Zinsstruktur .

  • werden am Markt fallende Zinsen erwartet tritt der gegenteilige Zustand ein: Die Kapitalanleger das Geld zu hohen Zinsen langfristig anlegen. Angebot und Nachfrage entwickelt sich dann die inverse Zinsstrktur .

Die Erwartungshypothese liefert die gedankliche Grundlage die Berechnung von forward rates .

Die Erwartungshypothese kann erklären warum in die Zinsstruktur häufig invers ist und warum Niedrigzinsphasen die Zinsstruktur in der Regel steigend Sie erklärt jedoch nicht warum steigende Zinsstrukturen Regel und inverse Zinsstrukturen die Ausnahme sind. vernachlässigt sie daß langlaufende Anlagen ein höheres aufweisen als kurzfristige Anlagen.

Die Liquiditätspräferenzhypothese

Die Liquiditätspräferenzhypothese ergänzt zur Erwartungshypothese den daß Investoren ihre zukünftigen Pläne nicht genau und deshalb ihre Mittel lieber kurzfristig anlegen. wird durch die Furcht begründet daß man angelegte Mittel nur zu sehr ungünstigen Bedingungen flüssig machen kann.

Um die Investoren zu langfristigen Anlagen motivieren wird daher eine Liquiditätsprämie bezahlt.

Dies erklärt warum die Zinsstruktur in Regel steigend ist.

Kombiniert man die Aussagen von Erwartungshypothese Liquiditätspräferenzhypothese so kann man aus der Zinsstruktur vom Markt erwartete Zinsänderung ableiten zum Beispiel:

  • Eine schwach steigende Zinsstruktur bedeutet somit für langlaufende Titel lediglich die Liquiditätsprämie bezahlt und der Markt somit keine Zinsänderung erwartet.

  • Eine stark steigende Zinsstruktur bedeutet daß Markt steigende Zinsen erwartet: Es wird für Titel im vergleich zu kurzfristigen Bindungen mehr die Liquiditätsprämie gezahlt.

Die Marktsegmentierungshypthese

Die Marktsegmentierungshypothese beruht auf der Erfahrung es keinen einzigen einheitlichen Anlagemarkt gibt sondern die Martteilnehmer in einem Segment operieren und selten verlassen. Somit gibt es Angebot/Nachfrage-Situationen in einzelnen Segment was zu verschiedenen Zinssätzen in einzelnen Segmenten und damit einer nicht-flachen Zinsstruktur

Die Marktsegmentierungshypothese ist in der Lage erklären warum es (selten aber doch) auch Zinsstrukturen gibt (z.B. buckelige Zinsstrukturen).

Spot rates und forward rates

Die Zinsstruktur ist eine Abfolge von spot rates das heißt von Zinssätzen gültig ab heutigen Tag zu ihrer Bindungsdauer.

Die Zinsstruktur wird jedoch auch zur von forward rates benutzt das sind Zinssätze die ab bestimmten Datum in der Zukunft zu einer Bindungsdauer gelten.

Ermittlung der Zinsstruktur

Um die Zinsstruktur empirisch zu ermitteln man die Rendite von erstklassigen Nullkuponanleihen mit verschiedenen Restlaufzeiten ermitteln. Da Nullkuponanleihen sehr häufig vorkommen muß man sich teilweise kupontragenden Anleihen aushelfen was zur Kuponverzerrung führt der Kupon eine andere Laufzeit hat als gesamte Anleihe) und daher die Berechnung sehr macht.



Bücher zum Thema Zinsstruktur

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Zinsstruktur.html">Zinsstruktur </a>