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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMittwoch, 12. August 2020 

Zuckmücken


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Zuckmücken
Systematik
Unterstamm : Tracheentiere (Tracheata)
Überklasse : Sechsfüßer (Hexapoda)
Klasse : Insekten (Insecta)
Unterklasse : Fluginsekten (Pterygota)
Überordnung : Neuflügler (Neoptera)
Ordnung : Zweiflügler (Diptera)
Familie : Zuckmücken (Chironomidae)
Unterfamilien
  • Tanypodinae
  • Orthocladinae
  • Chirinominae
Die Zuckmücken (Chironomidae) auch bekannt als Tanzmücken oder sind eine Familie der Zweiflügler (Diptera) und gehören zu den Mücken (Nematocera). Weltweit leben etwa 5000 Arten Tiergruppe etwa 570 Arten sind aus Deutschland Es handelt sich dabei um meist sehr bis mittelgroße Mücken mit Körperlängen zwischen zwei 14 Millimetern.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale der Zuckmuücken

Wie die Stechmücken (Culicidae) sind auch Zuckmücken weichhäutig und filigran gebaut. Die Mundwerkzeuge zum Stechen und Blutsaugen nicht geeignet bei Arten sind sie auch gänzlich rückgebildet. Die Antennen sind in Wirteln behaart damit sie zur Aufnahme von Schwingungen geeignet sind. Diese an das Johnston´sche Organ geleitet und dort verarbeitet. Die Brust hochgewölbt die Flügel sind meistens sehr gut Sie können jedoch auch bei einem oder beiden Geschlechtern mehr oder weniger stark zurückgebildet (etwa bei der Gattung Clunio ).

Lebensweise der Zuckmücken

Die meisten Arten der Zuckmücken ernähren von Nektar und Honigtau . Die Lebensdauer der Imagines beträgt allerdings einige Tage.

Ihren Namen verdanken die Zuckmücken der dass sie auch in Ruhe immer zuckende der frei nach vorn gerichteten Vorderbeine durchführen. Bedeutung dieser Zuckungen ist unbekannt. Die Flügel in Ruhe dachartig auf den Körper gelegt. meisten Zuckmücken bilden große Schwärme zur Partnerfindung bei Massenvorkommen an Rauchschwaden erinnern können. Ein der Feuerwehr aufgrund dieser Schwärme ist mehrfach Die Schwärme bestehen vorwiegend bei manchen Arten ausschließlich aus Männchen und treten artspezifisch zu Tageszeiten und vorwiegend bei Windstille oder nur Wind auf. Auch ein gleichzeitiges Schwärmen verschiedener kommt vor wobei sich die Arten jedoch der Schwärme nicht vermischen und sich beispielsweise unterschiedlicher Höhe vom Boden aufhalten. Die Partnerfindung des Schwarms ist bislang nicht aufgeklärt bei Sumpfarten wirken jedoch Methangase anlockend und schwarminduzierend. Eine Wasseroberfläche wird des polarisierten Lichtes erkannt.

Die Isolierung der Arten gegeneinander erfolgt durch jahreszeitlich verschiedenes Auftreten der Imagines. So am Plöner See jahreszeitliche Vorkommen registriert werden nach denen Tiere klassifiziert werden können. Zu den Vorfrühlingsarten gehören demnach Chaetocladius und Trissocladius grandis die Frühlingsarten (April/Mai) bilden Stietochironomus crassiforceps und Microtendipes pedellus . Die Sommerarten (Juni bis August) bilden Psectrocladius sordidellus und viele andere Arten hierbei handelt sich um die Hauptschlüpfzeit der Zuckmücken. Als Herbstart (September/Oktober) wurde Chironomus plumosus eingestuft.

Zur Fortpflanzung fliegen die Weibchen wahrscheinlich geleitet einen Männchenschwarm an woraufhin es zu Erregung der Männchen kommt. Das Weibchen wird oben kommend von einem Männchen mit den gegriffen und die Kopulation beginnt bereits in der Luft und dann meist am Boden vollendet. Dieses Verhalten artspezifisch bei einigen Arten erfolgt auch die Kopulation im Flug bei anderen geht sie auf dem Substrat vonstatten. Häufig fliegen Weibchen in einen Schwarm einer anderen Art die Kopulation wird allerdings dadurch gesichert dass die arttypisch nach den Schlüssel-Schloss-Prinzip aufeinander abgestimmt sind. bei den meisten Zweiflüglern wird das Sperma Form einer Spermatophore übertragen.

Die Weibchen beginnen mit der Eiablage nach der Kopulation bei einigen Arten kommt Parthenogenese vor. Die Eier werden meistens in Dämmerung oder in der Nacht abgelegt und Ablage erfolgt artspezifisch unterschiedlich. Bei Chironomus plumosus und Chironomus anthracinus werden die Eiballen über der freien abgeworfen die Larven entwickeln sich in den Tiefenschichten der Gewässer. Bei anderen Arten werden Eiballen an irgendwelche Gegenstände am Wasserspiegel angeheftet am Ufer von stehenden oder fließenden Gewässern Manchmal erfolgt die Eiablage auch auf feuchtem außerhalb des Wassers. Durch das starke Aufquellen Gallerthülle der Eier bilden sich typische Eiballen die ein Vertrocknen auch bei Trockenfallen verhindern.

Larvalentwicklung

Die Larven

Die Larven der Zuckmücken sind im recht gleichförmig gebaut. Es handelt sich um schlanke wurmförmige Larven mit Kopfkapsel (eucephal). Arttypisch sind die Mundwerkzeuge vor allem die Bezahnung des Labium und der kräftigen Mandibeln . Entsprechend werden vor allem diese zur genutzt. Der Körper besteht aus drei Brust- neun Hinterleibssegmenten und trägt am ersten Brustsegment Paar Stummelfüße. Am letzten Segment sitzt ein Nachschieber an die wie die Stummelfüße mit und Borsten besetzt sein können bei Arten Gebirgsbächen sogar zusätzlich einen medianen Saugnapf tragen. Stummelfüßchen und die Nachschieber ermöglichen eine relativ Fortbewegung auf dem Substart. Die Atmung erfolgt die Haut die Tracheen sind immer geschlossen. Bei einigen besonders sauerstoffarmen Gewässern lebenden Arten wird die Atmung fädige Tubuli am Hinterleib ergänzt. Rund um After können außerdem Analpapillen zur Osmoregulation ausgebildet

Um die Atmung zu unterstützen führen Larven regelmäßig schlängelnde Bewegungen aus die einen um den Körper erzeugen. Besonders Arten in Gewässern sind außerdem meist rot gefärbt da als Blutfarbstoff Hämoglobin besitzen und so noch effektiver Sauerstoff dem Wasser aufnehmen können. Einige Arten wie Chironomus riparius kommen phasenweise auch vollkommen ohne Sauerstoff (Anaerobiose).

Aufgrund der sehr unterschiedlichen Lebensweise werden Zuckmückenlarven entsprechend ihres Lebensraumes in zwei Hauptgruppen die Wasserbewohner (aqautische Larven) und die Bodenbewohner Larven).

Die weitaus größte Anzahl der Zuckmückenlarven im Wasser und viele Arten zeigen dabei erstaunliche Anpassungsfähigkeit gegenüber den Umweltbedingungen dieses Lebensraumes. kann man sie sowohl im Süßwasser als im Salzwasser bis zu 37% Salzgehalt finden am Ufer in der Seentiefe in Gletscherseen bis 51 Grad Celsius Temperatur in Mineralquellen in winzigen Wasseransammlungen in Blattachseln von Pflanzen Manche Larven ertragen längeres Eintrocknen oder Einfrieren die Einlagerung von Glycerin in die Hämolymphe. Zuckmückenlarven leben ausschließlich Substrat am Boden oder im Aufwuchs von und Pflanzen im Wasser. Aufgrund ihres manchmal Vorkommens spielen sie eine wesentliche Rolle als für räuberische Arthopoden ( Krebstiere Wassermilben und Wasserinsekten) und auch für Sehr viele Arten leben in selbst gebauten wobei die Fäden in den Speicheldrüsen gebildet werden. Oft sind diese Röhren bei den Köcherfliegen -Larven (Trichoptera) mit Substratelementen besetzt. Oder durch versteift. Die Larven von Lithotanytarsus emarginatus leben oft massenhaft in kalkreichen Gebirgsbächen Röhren die durch die Tätigkeit von Kalk Algen mit Kalk inkrustiert sind (Chironomiden-Tuff).

Aquatische Zuckmückenlarven leben meistens von Abbaustoffen Wasser und von Algen. Diese bekommen sie Beweidung des Substrates (häufig Kieselalgen ) oft jedoch auch durch Einsatz ihres als Fangnetz in dem sich Schwebstoffe verfangen. Gespinst wird dann etwa alle zwei Minuten Inhalt verspeist und neu gebildet. Einige Psectrocladius -Arten fressen Fadenalgen der Gattung Spirogyra die Larven von Cricotopus brevipalpis leben als Minierer in den Schwimmblättern Potamogeton -Arten Cricotopus trifasciatus -Larven leben als Halbminierer an der Oberfläche Wasserpflanzen. Parachironomus tenuicaudatus fressen sogar die leeren Puppenhüllen von Chironomus -Arten. Tanypus -Arten und nahe Verwandte leben sogar als und jagen andere Insektenlarven die Larven von Xenochironomus xenolabis leben in Süßwasserschwämmen und fressen sich das Schwammgewebe. Die Larve von Parachironomus varus baut ein Gehäuse auf den Häusern Blasenschnecke ( Physa fontinalis ) und ernährt sich vom Gewebe der Sie kann auch die Öffnung verspinnen und die Schnecke töten. Symbiocladius rhitrogenae setzt sich unter die Flügelscheiden von Eintagsfliegenlarven (Ephemeroptera) und saugt dort Hämolymphe des und verpuppt sich auch dort.

Im Boden und in anderen terrestrischen leben ausschließlich Arten der Unterfamilie Orthocladiinae die allerdings auch aquatisch sein Kennzeichnend für diese Arten sind verkürzte Antennen teilweise Rückbildung der Stummelfüßchen und der Nachschieber harten Wülsten. Die Tiere haben unterschiedliche Feuchtigkeitsansprüche. Arten leben in feuchten gelegentlich sogar überschwemmten wie etwa Pseudosmittia virgo und Bryophaenocladius subvernalis . Paraphaenocladius impensus findet sich an Spülsäumen und in trockene Moospolster in Dächern oder Ritzen im bevorzugt Bryophaenocladius muscicola und Pseudosmittia - und Parasmittia -Arten finden sich in humusreichem Wiesen- und Camptocladius stercorarius schließlich lebt als Koprophage in weichem Dung. Die Nahrung dieser besteht aus organischen Teilchen verschiedenster Art untermischt Sandkörnchen. Der Übergang zum Landleben ist bei Zuckmückenarten sicherlich mehrfach erfolgt da die dort findenden Arten nicht näher miteinander verwandt sind. Pseudosmittia ruttneri kann eine sekundäre Rückkehr ins Wasser werden da alle anderen Arten der Gattung sind.

Die Puppen

Die Puppen der Zuckmücken sind ebenfalls gleichartig gebaut. Die Verpuppung erfolgt immer nach Stadien. Sie besitzen meist Hörnchen als Atmungsorgane der Brust (Prothorakalhörner). Diese fehlen bei einigen ganz vor allem bei Bewohnern von sauerstoffreichem oder den im Meerwasser lebenden Clunio -Arten sowie bei vielen terrestrischen Arten. Aufgrund Lebensweise unterscheidet man die Puppen in frei Formen und Gehäusepuppen.

Die frei bewegliche Puppen besitzen Atemhörner offener Verbindung zum Tracheensystem. Sie hängen sich Atmen an die Wasseroberfläche und lassen sich Störung purzelnd in die Tiefe fallen. Als dient ein Haarfächer am letzten Hinterleibssegment. Zu Formen gehören vor allem die Angehörigen der Tanypodinae.

Bei den Puppen die in Gehäusen sind die Atemhörnchen einfach oder wie Tracheenkiemen gegen das Tracheensystem sind sie immer verschlossen. Verpuppung erfolgt in der mehr oder weniger Wohnröhre der Larve wobei diese oft verkürzt etwas erweitert wird. Bei manchen Arten ist zur Verpuppung mit einem siebartigem Deckel versehen das Atemwasser durchlässt. Die Wasserzufuhr erfolgt durch Schwingungen des Hinterleibes. Die Puppe verlässt vor Schlüpfen der Imago das Gehäuse unterstützt durch Bewegung des Hinterleibsendes und wird mit dem ans Ufer getragen. Bei stehenden Gewässern schwimmt aktiv mit Hilfe des Schwimmfächers an die oder steigt passiv durch eine Luftansammlung zwischen und Imago auf. Die Imago schlüpft innerhalb Sekunden und fliegt davon. Bei den terrestrischen gibt es keinerlei Schwierigkeit beim Schlupf. Die schlüpfen zu unterschiedlichen Tageszeiten. So schlüpft etwa Chironomus thummi während des Tages Chironomus plumosus erst am Abend.

Bei den meisten Arten der Zuckmücken es nur eine Generation im Jahr wobei längste Zeit auf das Larvenstadium entfällt und das Puppen- als auch das Imagostadium nur Tage ausmachen. Die Überwinterung erfolgt als Larve.

Besonderheiten bei den Meeresarten der Gattung Clunio

Die Arten der Gattung Clunio und einige nahe verwandte Arten entwickeln überwiegend im Meerwasser so etwa die Art Clunio marinus welche an der westlichen Ostsee und Nordsee zu finden ist. Die Wohnröhren der befinden sich auf Fels- oder Sandboden der Gezeitenzone. Die Weibchen der Arten sind durchweg die Männchen tragen bei den meisten Arten entwickelte Flügel es gibt jedoch auch solche verkümmerten oder gar keinen Flügeln. Die Männchen außerdem große Genitalzangen mit denen das Weibchen und herumgeschleppt wird. Dabei wird es häufig aus der Puppenhülle gezerrt. Das Weibchen kann auch allein schlüpfen (außer bei Clunio aquilonius aus Japan). Die Fortpflanzung kann allerdings in der Zeitspanne innerhalb der ersten zwei nach dem Schlüpfen aus der Puppenhülle erfolgen Treffen wird dadurch gewährleistet dass alle Imagines an den Tagen unmittelbar nach Voll- bzw. zur Zeit des abendlichen Niedrigwassers schlüpfen dabei Männchen etwas früher als die Weibchen. Bei Clunio aquilonius Tokun. sucht das Männchen auf der gleitend eine weibliche Puppe auf die sich mit Hilfe des Männchens zur Imago häuten Dies berührt die Puppe mit den Vorderfüßen Puppenhaut platzt vorn-oben auf und wird nun wenigen Sekunden vom Männchen mit den Hinterfüßen Genitalzangen nach hinten gestreift. Direkt anschließend erfolgt Begattung und die Eiablage das Weibchen stirbt dem Gelege.

Literatur

  • Honomichl K Bellmann H (1994): Biologie und Ökologie der Insekten ; CD-Rom Gustav Fischer Verlag Stuttgart.
  • Leuchs H; Neumann D (1985): Das Verhalten von Chironomus-Larven (Pumpen Fressen Ruhen) dessen Konsequenzen für den Wasseraustausch zwischen Sediment Freiwasser. Verh Dtsch Zool Ges 78 : 323
  • Oliver DR (1971): Life history of Chironomidae. Ann Rev Ent 16 : 211-230
  • Pinder LCV (1986): Biology of freshwater Chironomidae. Ann Rev Entomol 31 : 1-23
  • Schwind R (1992): Reflexions-Polarisation: Ein Signal zur Erkennung des Habitats hydrophile Insekten. Verh Dtsch Zool Ges 85 .1: 42
  • Wesenberg-Lund C (1943): Biologie der Süßwasserinsekten. Berlin
  • Wichard W Arens W Eisenbeis G Atlas zur Biologie der Wasserinsekten. Stuttgart

Weblinks



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