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Zweites Kaiserreich


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Der Ausdruck Zweites Kaiserreich steht für die Periode von 1852 bis 1870 in der Geschichte Frankreichs . In dieser Zeit war Napoleon III. der Kaiser Frankreichs .

Inhaltsverzeichnis

Ursprünge

Den Ruf seines Verwandten Napoleons I. nutzend hatte Charles-Louis Bonaparte die Präsidentschaftswahlen gewonnen. Im Dezember 1851 vollzog Napoleon den Staatsstreich mit diktatorischen Vollmachten und krönte sich 2. Dezember 1852 zum Kaiser der Franzosen. Die Verfassung die er ausarbeitete bedeutete faktisch eine Diktatur .

Innenpolitisches System

Charles-Louis Bonaparte bestieg am 2. Dezember als Napoleon III. den Thron nachdem er ein Jahr einen Staatsstreich durchgeführt hatte. Zunächst regierte er absoluter Macht das Parlament ( Corps législatif ) besaß keine Gesetzesinitiative sondern konnte nur Kaiser eingebrachte Gesetze billigen. Säulen des Systems Armee und Kirche so dass Napoleon III. sogar als Beschützer des Vatikan gerieren konnte

Phase 1: Das autoritäre Empire (1851/52 -

Parlament ( Corps lègislatif )

  • Mehrheitswahlrecht . Das damalige Wahlsystem beruhte auf Zetteln Farbe den Kandidaten festlegte. Die Bürokratie setzte Wahlen regelmäßig die Opposition unter Druck ließ bestimmter Farben für die Wahldauer nicht verkaufen durch Staatsbeamte abreißen etc. Freie Wahlen im Sinne fanden also nicht statt.
  • keine Gesetzesinitative nur Billigung kaiserlicher Gesetzesvorschläge. konnten auch keine gegen das Regime gerichteten erlassen werden.
  • eingeschränktes Budgetrecht.

Opposition

  • Deportationen missliebiger Personen entweder nach Französisch-Guayana B. Teufelsinsel ) oder nach Neukaledonien . Sehr viele Oppositionelle wurden auch in gebracht.
  • Attentatsversuche auf Napoleon III. von Oppositionellen so und – wohl am bekanntesten – 1858 den Italiener Orsini.

Phase 2: Das liberale Empire (1860/61 –

Seit 1860/61 wurde der Regierungsstil geändert Parlament erhielt mehr Rechte die Pressefreiheit wurde und Gewerkschaften zugelassen.

Parlament

  • Droit d'adresse;
  • Veröffentlichung der Debatten in dem Journal Le Moniteur (ab 1860);
  • Budgetrecht erweitert;
  • Umwandlung in ein halb-parlamentarisches System: das erhält das Interpellationsrecht (1867);
  • Recht zur Gesetzesinitiative (1869).

Opposition

  • antiklerikale Maßnahmen gegen katholische Blätter wie L'Univers ;
  • Adolphe Thiers der französische Liberale fordert von Napoleon Garantie der Freiheitsrechte;
  • Die republikanische Opposition wuchs Jahr für (1863: 32 Oppositionelle im Corps Législatif);
  • Manifest der Neunundsechzig (1864): die Republikaner beanspruchen die soziale der Arbeiter;

Arbeiter

Noch im März 1870 fand ein Plebiszit statt in dem dafür gestimmt wurde diese napoleonische Gesetzgebung fortgeführt werde. So schien System bei Kriegsbeginn im Sommer 1870 gefestigt einen Krieg zu überdauern.

Wirtschaft

Das zweite Kaiserreich ist gekennzeichnet durch wirtschaftliche Entwicklungen:

  • Zunahme der Industrialisierung
  • Verdreifachung der Länge des Schienennetzes der Eisenbahn
  • vermehrte Bankengründungen und damit verbunden ein Zuwachs an benötigem Kapital für ein nationales Kreditsystem
  • langsamer Abbau des Protektionismus : Freihandelsabkommen mit Großbritannien (1860) und einer Reihe anderer Länder
  • umfangreiche öffentliche Bauprogramme
  • Kanalbauten (Finanzierung des Suez-Kanals 1869)

Frankreich stieg damit zur Nation der Rentiers auf und verfügte über sehr viel Diese Maßnahmen hatten allerdings auch negative Auswirkungen. war das Eisenbahnsystem strikt auf die Hauptstadt Paris fixiert; es gab so gut wie Verbindungen zwischen den anderen Städten Frankreichs wie Caen Marseille Bordeaux oder Lyon . Um von einer Stadt zur nächsten gelangen musste man über Paris fahren. Dies sollte sich als besonders im Krieg gegen Preußen 1870/71 erweisen als Truppen nicht rasch mit der Eisenbahn bewegt werden konnten.

Die Weltausstellung von Paris 1855 und 1867 sollte der ganzen Welt das industrielle Frankreichs vor Augen führen.

Die wirtschaftliche Entwicklung verlief anfänglich positiv Mitte der 1860er Jahre geriet die Wirtschaft in eine Krise was mit zum Ende imperialen Systems beitrug.

Außenpolitik

Die Ausgangslage Frankreichs war um 1852 immer noch die seit dem Wiener Kongress 1815 unter europäischer Kontrolle stehenden Staatswesens für alle europäischen Mächte als revolutionärer Unruheherd Das erste Ziel der napoleonischen Politik musste sein diese außenpolitische Isolation zu überwinden.

Krimkrieg (1854 - 1856)

Anlass für den Krieg war die russische Forderung nach Gebieten des Osmanischen Reiches welche im heutigen Rumänien und Bulgarien ( Dobrudscha ) liegen. Frankreich trat auf Seite der anti-russischen Koalition den Krieg ein und konnte auf Napoleons den Krieg durch den Frieden von Paris ( 1856 ) beenden. Diese Konferenz unter Leitung Kaiser Napoleons III. verhalf Frankreich zur Wiederanerkennung des Großmachtstatus durch die Mächte. Frankreich konnte sich so zum (Schieds-)Richter ( arbiter europae ) aufschwingen.

Italienische Einigung (1859)

Als Schutzherr der nationalen Idee trat Frankreich auf Seiten Savoyens gegen Österreich in den Krieg von 1859 ein; diesem Krieg wurde das Rote Kreuz gegründet. Als Folge der Niederlage Österreichs ein einheitlicher italienischer Nationalstaat geschaffen werden. Der den Savoyen für die Unterstützung Frankreichs zahlen musste in der Abtretung des Gebiets südlich des Genfer Sees . Um den Anschluss zu legitimieren ließ eine (Schein-)Abstimmung durchführen die zustimmend ausfiel.

Mexikanischer Krieg (1862 – 1867)

In der Annahme dass die USA im Amerikanischen Bürgerkrieg gebunden waren und somit nicht die Monroe-Doktrin durchsetzen konnten wurden französische Truppen nach Mexiko entsandt um den habsburgischen Kaiser Maximilian der Anspruch auf den mexikanischen Thron zu unterstützen. Nach anfänglichem Kriegsglück wendete sich Blatt und schließlich mussten die Franzosen das verlassen Maximilian wurde von den Mexikanern hingerichtet. Niederlage wirkte nochmals destabilisierend auf das Regime.

Deutsch-deutscher Krieg ( 1866 )

Bismarck versprach Napoleon III. das Gebiet zwischen Rhein und Mosel wenn Frankreich nicht in den Krieg intervenierte und Friedenskonferenz forderte. Nach dem Sieg über Österreich konnte Bismarck allerdings mit Rücksicht auf innenpolitische Gründe deutsches Gebiet abtreten so dass Napoleon III. diesmal keinen Erfolg verzeichnen konnte.

Luxemburger Kompensation (1867/69)

Als Ausgleich forderte Napoleon III. nun Luxemburg was Bismarck scheinbar zugestand dann jedoch die britische davon in Kenntnis setzte. Der britische Protest die Annexion Luxemburgs; ähnlich wurde im Falle geplanten Besetzung Belgiens 1869 reagiert.

Deutsch-französischer Krieg (1870/71)

In Spanien wurde seit 1868 ein Thronfolger gesucht nach längeren Recherchen fiel die Wahl schließlich einen Hohenzollern aus dem katholischen Zweig der Familie Kandidatur durch den protestantischen preußischen Zweig unterstützt Frankreich sah nun die abermals Gefahr welche einmal unter Kaiser Karl V. bestanden hatte nämlich die Einkreisung Frankreichs eine gegnerische Macht. Ferner bestand die Möglichkeit Napoleons Sohn dessen Mutter ja eine geborene Prinzessin war gleichfalls diesen Thron übernehmen konnte. diplomatischen Druck Frankreichs hin lehnte der katholische ab. Napoleon wollte diesen diplomatischen Sieg auskosten zu einem außenpolitischen Triumph werden lassen: durch Gesandten wurde dem preußischen König Wilhelm I. der zur Kur in Bad Ems weilte eine Nachricht zugestellt die den Verzicht auf den spanischen Thron verlangte. Wilhelm seinen Ministerpräsidenten Bismarck per Depesche. Bismarck kürzte Text und veränderte ihn minimal sandte aber davon an die Regierungen der übrigen europäischen Bismarcks Text die sog. Emser Depesche war so gehalten dass niemand diese annehmen konnte. Napoleon war in den Augen damaligen Öffentlichkeit entehrt und nun genötigt Preußen Krieg zu erklären. Somit stand Frankreich vor Welt als Angreifer dar obwohl es selbst Krieg gewollt hatte. Die Schutz- und Trutzbündnisse mit den süddeutschen Staaten führten dazu dass Krieg gegen Frankreich zum nationalen Einheitskrieg wurde.

Für Napoleon verlief der Krieg ungünstig: französischen Armeen verloren bei Sedan am 2. September 1870 und der Kaiser persönlich geriet in In Paris wurde bei Eintreffen dieser Nachricht schon 4. September 1870 die Dritte Republik ausgerufen. Das Kaiserreich war beendet.

Kolonialreich

Frankreich benötigte Absatzmärkte und Rohstofflieferanten für Wirtschaft . Außerdem trug man spätestens seit der Französischen Revolution von 1789 auch den Anspruch vor Welt zivilisatorisch zu missionieren. Das Kolonialreich bestand 1850 fast nur noch aus Inseln wie Guadeloupe Martinique St. Pierre et Miquelon Reunion Seychellen und pazifischen Gebieten wie Neukaledonien . Die Phase der neuen Kolonialpolitik begann als ein Sohn Napoleons III. zum Kolonialminister wurde.

Senegal / Westafrika

Schon 1854 begann die Eroberung des Senegal die 1865 erfolgreich beendet wurde. Die Dakar der Verwaltungssitz des Kolonialministeriums wurde 1857 Aus diesem Gebiet Westafrikas sollte später Französisch-Westafrika entstehen.

Indochina

Schon die Compagnie des Indes hatte Interessen in Indochina bekundet. 1858 wurde ein gemeinsames französisch-spanisches nach Indochina entsandt um die Verfolgung westlicher zu beenden und den Expansionsdrang durch Thailand ( Siam )zu beschränken wie es offiziell hieß. Die 15 Jahre sind von schweren Kämpfen erfüllt erst die Dritte Republik beendet. 1860 wurden Mekong-Delta und Saigon ( Cochinchina ) erobert nur zwei Jahre später wurde Kambodscha französisches Protektorat .

Algerien

Die Eroberung Algeriens hatte schon 1830 begonnen und war durch die Fremdenlegion durchgeführt worden. 1864-1871 gab es schwere gegen die Kolonialmacht die erst im Zuge des Deutsch-französischen Krieges beendet wurden. 1871 lebten bereits 300.000 Spanier Italiener und Deutsche in dem Küstenstreifen

Madagaskar

Hier verfolgte Napoleon III. eine subtilere und setzte auf eine langsame Infiltration. Diese jedoch 1863 mit der Ermordung des frankophilen Radama II. Erst in den 1890er Jahren die Insel unter französische Oberhoheit gestellt werden.

Kultur und Geistesleben

Bedeutende Personen waren:
  • Paul Cézanne (1839 - 1906) Maler
  • Victor Hugo (1802 - 1885) Schriftsteller; einer der politischen Oppositionellen im Zweiten Kaiserreich; er schrieb Das Phantom der Oper und Der Glöckner von Notre Dame .
  • Pierre-Auguste Renoir (1841 - 1919) Maler; gehörte dem Impressionismus an.
  • Jules Verne (1828 - 1905) Schriftsteller; Begründer der Science-Fiction ; Werke u.a.: 20.000 Meilen unter dem Reise zum Mittelpunkt der Erde; Um die in Achtzig Tagen; Die 500 Millionen der (hierin beschreibt er beklemmend präzise eine mögliche Diktatur).
  • Émile Zola (1840 - 1902) Schriftsteller; Republikaner ; wurde in der Dritten Republik zum von Alfred Dreyfus .

Literatur

Olivesi A./ Nouschi A. : La France de 1848 1914. Paris Nathan Université 1997.

Smith W.H.C.: Napoléon III. Paris Hachette 1982

Wüstemeyer Manfred: Demokratische Diktatur. Zum politischen System Bonapartismus im Zweiten Empire Köln 1986

Weiterführende Links

  • Umfangreiche Literaturliste zu Napoleon III. und dem Zweiten mit Biographie Napoleons.



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