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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 20. November 2014 

Jochpilze


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Jochpilze
Systematik
Klassifikation : Lebewesen
Domäne : Eukaryonten (Eucaryota)
Reich : Pilze (Fungi)
Abteilung: Jochpilze (Zygomycota)
Klassen
  • Zygomycetes
  • Trichomycetes

Die Jochpilze (Zygomycota) bilden eine Abteilung innerhalb des Reichs der Pilze . Sie sind nach den bei der Vermehrung auftretenden jochartigen Strukturen bzw. den darin charakteristischen schwarzen Zygosporen benannt.

Ob die Jochpilze eine natürliche Gruppe ist umstritten; möglicherweise handelt es sich um paraphyletisches Taxon es umfasst dann nicht alle Nachkommen letzten gemeinsamen Vorfahrens. Die engsten Verwandten der sind nach heutigem Kenntnisstand entweder die Töpfchenpilze (Chytridiomycota) oder die von Schlauchpilzen (Ascomycota) und Basidienpilzen (Basidiomycota) gebildete Gruppe Dikaryomycota.

Inhaltsverzeichnis

Aufbau

Wie alle Pilze besitzen die Jochpilze aus Hyphen langen Zellfäden bestehendes Geflecht das Myzel welches in tote Materie oder befallene einwächst und dort durch Abgabe kräftiger Enzyme Makromoleküle zersetzt die zerkleinert dann als Nährstoffe die Zellmembran aufgenommen werden können. Die Hyphen Jochpilze besitzen meist keine echten Zelltrennwände oder eine Ausnahme bilden die Sporangien genannten Vermehrungsstrukturen meist vom Rest der Hyphe abgesetzt sind.

Jochpilze sind oft über zahlreiche Rhizoid Stützstrukturen auf ihrem Wirt oder in toter verankert. Diese können ihrerseits untereinander durch so Laufhyphen miteinander verbunden sein. Außerhalb des Wirtes sich manchmal durch einen Sporangiophor genannten "Stiel" die sporenbildenden Sporangien.

Ernährung

Jochpilze leben sowohl saprobiontisch d. h. abgestorbenen Pflanzen- oder Tierresten Samen oder Früchten als auch parasitisch . Ihre Wirte können Tiere Pflanzen oder auch andere Pilze sein.

Einen besonders interessanten Fall bilden die der Art Zoopagus tentaclum : Sie lassen sich ohne Übertreibung als Pilze bezeichnen! Dazu bilden sie aus Hyphen kleine Schlingen in denen sich z. B. verfangen können. Durch Berührungsreize zieht sich die zu hindert ein Entkommen der Beute und dann langsam in das Opfer ein das nach Pilzart durch kräftige Enzyme von innen wird. Andere Pilzarten setzen klebrige Strukturen zum ein. Durch das häufige Vorkommen in stickstoffarmen ist es wahrscheinlich dass wie auch bei meisten fleischfressenden Pflanzen die Beute weniger zur von Stoffwechselenergie sondern mehr zum Ausgleich des gefangen wird.

Daneben gehen manche Jochpilze symbiotische Lebensgemeinschaften Pflanzen ein sie wirken als so genannte Das bedeutet dass sie der Pflanze an Wurzeln bei der Aufnahme von Nährstoffen aus Boden behilflich sind und als Ausgleich dafür dieser Photosynthese-Produkte wie z. B. energiereiche Kohlenhydrate Daneben wehren Mycorrhizae oft andere Pilze ab ihre Wirtspflanze als Parasiten befallen könnten. Auch oben beschriebene Fang von pflanzenschädigenden Fadenwürmern kann Funktion dienen.

Verbreitung

Jochpilze sind fast ausnahmslos landlebend. Sie sich in den Böden aller Kontinente mit Ausnahme Antartikas . Parasitische Arten sind naturgemäß auf das ihres Wirtes beschränkt.

Fortpflanzung

Jochpilze können sich sowohl ungeschlechtlich als geschlechtlich vermehren.

In ersterem Falle bilden sich in Strukturen den Sporangien die ungeschlechtlichen und durch Mitose entstandenen Sporen des Pilzes die einzeln den Wind oder tierische Überträger verbreitet manchmal als Sporenpaket regelrecht abgeschossen werden. Aus ihnen sich bei geeigneten Verhältnissen wieder ein mit Ausgangsorganismus genetisch identisches und mit einem Chromosomensatz ausgestattetes also haploides Individuum. Die ungeschlechtlichen auch Anamorphen genannt sind innerhalb der Jochpilze extrem ausgebildet.

Dagegen ist die geschlechtliche Fortpflanzung bei es zur Rekombination der genetischen Information zweier Organismen kommt einheitlich. Die beiden Individuen müssen allerdings einem Paarungstyp einer Art "Pilzgeschlecht" angehören der sich meist äusserlich nicht bestimmen lässt und daher nicht als männlich oder weiblich sondern schlicht Plus- oder Minus-Typ bezeichnet wird.

Eingeleitet wird der als Konjugation bezeichnete Prozess durch Pheromone genannte Botenstoffe. Zwischen den beteiligten Hyphen sich nun jochartige Brücken aus: Dazu wachsen aus beiden Zellfäden spezielle Strukturen die Gametangien und aufeinander zu. Berühren sich diese wachsen überraschend voneinander weg aber nur um durch Schleifendrehung um so sicherer wieder aufeinanderzutreffen. Es dann erst zu einer Schwellung an der darauf löst sich dort die Trennwand auf es kommt zur Plasmogamie d. h. die Zellplasma-Anteile der Gametangien zusammen während die zahlreichen ursprünglich in diesen Zellkerne vorerst noch voneinander getrennt bleiben.

Die Schwellung kapselt sich jetzt durch Trennwände von den Gametangien ab und entwickelt zur für die Jochpilze charakteristischen Zygospore weiter gegen widrige Umwelteinflüsse gut gerüsteten kugelförmigen dickwandigen Sporenbehälter. Der Name Zygospore für diese Struktur ist etwas irreführend es sich bei ihr eigentlich nicht um Spore im engeren Sinne handelt. Diese Zygospore zunächst noch durch die jetzt Suspensoren genannten ehemaligen Gametangien mit den "Elternorganismen" Die aus Suspensoren und Zygospore bestehenden geschlechlichen heißen im Gegensatz zu den oben angesprochenen auch Teleomorphen .

Innerhalb der Zygospore findet schliesslich zwischen zwei Kernen die Kernverschmelzung (Karyogamie) statt der fast immer sofort die Meiose genannte Reifeteilung folgt so dass der zwei vollständige Chromosomensätze charakterisierte diploide Zustand im der Jochpilze nur äusserst kurz andauert. Die entstandenen haploiden Tochterkerne werden nun mit etwas als haploide Geschlechtssporen "verpackt" und bei geeigneten freigesetzt.

Systematik

Die heute bekannten etwa 1000 Arten sich in zwei Klassen auf die weiter in elf Ordnungen und dreißig Familien untergliedert werden können:

  • Die Zygomycetes sind die größere der beiden und umfassen sieben Ordnungen und dreiundzwanzig Familien:
    • Die Mucorales sind fast ausschliesslich Saprobionten leben von totem Material. Zu ihnen gehört auch Gemeine Brotschimmelpilz ( Rhizopus stolonifer ) der nicht nur Brot sondern als auch Früchte wie z. B. Erdbeeren befällt. Eine besonders interessante Gruppe bilden Hutwerfer ( Pilobolus ) die ihre Vermehrungssporen gezielt über zwei weit in Richtung des Sonnenlichtes schiessen können dazu über ein effektives Photorezeptor-System verfügen.
    • Die Entomophtorales leben fast alle parasitisch ihre sind meist Insekten die einmal vom Pilz befallen mit durchwachsen werden und dann absterben. Arten aus Ordnung gelten als Anwärter für eine biologische von Pflanzenschädlingen.
    • Auch die Zoopagales leben meist als Parasiten; sind die Wirte meist Amöben Fadenwürmer oder andere Protisten und Kleintiere aber auch andere Pilze zu ihren Opfern. Die oben angeführte "fleischfressende" Zoopagus tentaclum gehört zu dieser Ordnung.
    • Die nach einem Mycologen names Kickx benannten zeigen eine für Jochpilze ungewöhnliche Eigenschaft septierte Ihre ungeschlechtlichen Fortpflanzungsvorrichtungen die Anamorphen sind zum hochkomplex.
    • Dimargaritales
    • Endogonales
    • Die Glomales sind heute eine umstrittene Ordnung. sind nach kladistischer Sicht wohl nicht näher den anderen Jochpilzen verwandt und werden daher in ihre eigene Klasse gestellt die dann heißt und zuweilen sogar noch als eigene Glomeromycota von den Jochpilzen abgeteilt wird. Ökologisch sie aber als Endomykorrhizae durch die oben Pilz-Pflanze- Symbiosen von nicht zu überschätzender Bedeutung.
  • Die Trichomycetes leben fast alle kommensal d. ohne Auswirkungen auf den Wirtsorganismus selten auch im Körperinneren von Gliederfüßern (Arthropoda) wie Insekten (Insecta) Tausendfüßern (Myriapoda) oder Krebstieren (Crustacea). Zu ihnen gehören vier Ordnungen sieben Familien:
    • Die Harpellales
    • die Asellariales und
    • die Eccrinales gelten als eng miteinander verwandt.
    • Die Amoebidiales bilden dagegen eine recht obskure umstrittene Gruppe.



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