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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 20. April 2014 

Die Kriege der Familie Bush


von Eric Laurent

ISBN: 3100448502

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Politik als Fortsetzung ökonomischer Interessen mit anderen Mitteln -- so könnte man die Praxis der gegenwärtigen amerikanischen Regierung nach der Lektüre des neuesten Buches des französischen Journalisten und Nahost-Kenners Eric Laurent am prägnantesten beschreiben.

In der unheilvollen Tradition dieses Politikverständnisses erscheint George W. Bush als Erbe einer jener typischen Dynastien, die das wirtschaftliche und politische Leben der USA beherrschen. Obwohl als Geschäftsmann mittelmäßig, gelingt es ihm immer wieder, sich lukrativ aus der Affäre zu ziehen. Dabei profitiert er jeweils von den internationalen Netzwerken seines Vaters. Es überrascht dabei kaum, dass in diesem Sumpf auch die Namen Bin Laden und Saddam Hussein auftauchen.

Letztgenannter wurde in den 80er-Jahren von Ronald Reagan und George Bush systematisch mit Krediten und Waffen -- auch chemischen -- versorgt. Der langjährige Familienfreund der Bushs, Donald Rumsfeld, fädelte damals als Sonderbotschafter die Geschäfte mit dem irakischen Diktator ein, mit dem er sich "auf einer Wellenlänge" fühlte. Beziehungen der Bushs zum Bin-Laden-Clan bestehen ebenfalls seit mehr als 20 Jahren, und sie wurden vermittels der politisch einflussreichen Investmentfirma Carlyle stetig gefestigt. Nicht nur war George W. Bush dort jahrelang Mitglied des Aufsichtsrates, sondern die Bin Ladens bis zum 11. September auch finanzstarke Aktionäre.

Das sind nur einige der von Eric Laurent dargestellten Verflechtungen von privaten, industriellen Interessen und amerikanischer Politik. Vieles davon mag bereits bekannt sein. Die Stärke des Buchs besteht indessen darin, diese Zusammenhänge ebenso systematisch wie detailliert darzustellen und die Logik aufzuzeigen, die schließlich in das Abenteuer eines Krieges führen sollte. Man kann es in einem Atemzug mit den zahlreichen, imperialistische Züge der US-Politik entlarvenden Schriften Noam Chomskys (Menschenrechte und Schurkenstaaten oder Neoliberalismus und globale Weltordnung) nennen. Eine unerlässliche Lektüre zum richtigen Verständnis des neuesten Krieges der US-Amerikaner. --Jens Kertscher

Widersprüchlich
Es fällt auf, daß der Autor in "Die neue Welt des George W. Bush" exakt die gegenteilige These vertritt: Während George W. Bush in diesem Buch ausschliesslich aus wirtschaftlichen Interessen handelt, wird er im anderen Buch des Autors ausschließlich von religiösen Gründen motiviert. Der Autor scheint den Widerspruch nicht zu erkennen: Einerseits sei Bush radikaler Materialist, andererseits radikaler Idealist. Die Argumentation des Autors erscheint somit recht willkürlich. Zumal als "Beweis" für Bushs Materialismus schon die Tatsache ausreicht, daß er als Unternehmer wirtschaftlich gehandelt hat. Beides gleichzeitig ist aber nach den Gesetzen der Logik nicht möglich.
Außerdem ist die Argumentation recht dürftig. Für die Fundamentalismusthese reicht für den Autor Bushs Bekenntnis zum Protestantismus. Irgendwie habe ich den Eindruck, daß es dem Autor in erster Linie darum geht, mit der gegenwärtigen Anti-Bush Stimmung Kasse zu machen, indem er möglichst viele schnell gestrickte Bücher veröffentlicht.

Guter Wille allein reicht nicht
Habe das Buch gerade angefangen (Seite 35). Der Verfasser macht den Versuch, vor allem die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Bush, Bin Laden und Saddam Hussein aufzuzeigen. Inwieweit seine Recherchen stimmen, kann ich nicht beurteilen. Aber selbst wenn, Eric LAURENT macht es einem schwer sich für seine Abhandlung zu begeistern. Er spannt innerhalb mancher Kapitel zwischen den Jahren 1976 bis 1999 eine Bogen, um dann im nächsten Kapitel wieder auf die Jahre 1976 zurückzukommen ohne das es logisch erscheint. Weiterhin scheint er ab und zu den Faden zu verlieren. Innerhalb eines Kapitels über einen Halbbruder Osama, welcher Investionsmöglichkeiten für die Bin Ladens in den USA prüft, fügt er eine Anekdote über die Absetzung von Georg Bush senior als CIA - Direktor ein, welche zwar zeitlich in den Rahmen passt, aber der sachliche Zusammenhang bleibt im Verborgenen.
Sicherlich ist Thematik schwierig, da, wenn seine Quellen stimmen, man es mit Leuten zu tun hat, die möglichst keine Spuren hinterlassen wollen. Doch scheint mir bis jetzt, daß es LAURENT nicht geschafft hat sein Fachwissen adäquat umzusetzen. Bei Nennung von unzähligen Banken, Wirtschaftsunternehem, Namen der Wirtschafts- und Finanzwelt, fehlt einem der sog. Rote Faden, so daß man noch ein Buch bräuchte, um in der Thematik durchzusteigen, aber das hatte ich mir von diesem Buch erwartet. Fazit: Ziel verfehlt.

Zu wenig Hintergründiges!
Schade, dieses Buch greift leider zu kurz.
Im ersten Teil des Buches werden noch interessante Details zu den Verbindungen der Familien bin Laden und Bush, sowie deren Freunden aufgezeigt, ohne jedoch wirklich neues zu präsentieren.

Im zweiten Teil wird der Weg zum Irak Krieg skizziert. Dieser Teil des Buches liest sich zwar spannend, stellt aber im Wesentlichen nichts anderes dar, als eine chronologische Auflistung der bekannten Ereignisse.

Auf die Frage des Warum des Krieges kann der Author keine schlüssige Antwort geben, auch werden die persönlichen Interessen des Bush Clans überhaupt nicht beleuchtet. Die Frage, ob Mitglieder der Familie Bush persönlich von einem Irak Krieg profitieren würden, oder vieleicht auch nicht, bleibt völlig unbeantwortet.

Auch hätte ich mir in diesem Teil des Buches mehr Informationen darüber gewünscht, welche Interessen die Regierungen in Paris, Berlin und Moskau mit ihren Positionen verfolgten und warum.

Auch darauf geht der Autor praktisch nicht ein.

Fazit: Dieses Buch bietet für regelmäßige Zeitungsleser zu wenig neues um einen Kauf rechtfertigen zu können.
Siehe auch:

> Die Kriege der Familie Bush
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