Ilias
 | von Homer
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Antike ISBN: 3150002494 | Götter des Krieges und Krieg der Götter Homers Epos "Ilias" setzt erst im zehnten und letzten Jahr des Trojanischen Krieges ein, doch wird in Rückblenden und Vorschauen die ganze gewaltige Auseinandersetzung zwischen den Griechen und den belagerten Trojanern ausgebreitet - eine Auseinandersetzung, welche auch die griechische Götterwelt mit einbezieht. Das zentrale Motiv der "Ilias" ist der Zorn des Achill: Der tapferste und stärkste Krieger der Griechen zieht sich wegen einer persönlichen Beleidigung grollend aus dem Kampf um die Stadt zurück. Dieser Rückzug steht am Beginn einer langen Ereigniskette, an deren Ende der von einem höheren Schicksal vorherbestimmte Untergang der Stadt Troja steht. Allerdings wird Trojas Verderben und die weltberühmte Geschichte vom hölzernen Pferd nicht in der "Ilias", sondern in Homers zweitem Epos, der "Odyssee", erzählt. Die "Ilias" mag heutigen Lesern streckenweise weitschweifig und mit Nebenepisoden überfrachtet erscheinen; dennoch beeindruckt sie durch überwältigende Sprachkraft, Spannung, Dramatik und psychologische Raffinesse. Das Epos übte in fast allen Epochen eine große Wirkung aus und hat neuerdings auch Hollywood in seinen Bann gezogen. Die Verfilmung durch Wolfgang Petersen aus dem Jahre 2004 weicht allerdings in vielen Teilen von der homerischen Vorlage ab.
Fragwürdiges Propagandastück Als Homer die Ilias verfasste, schlug die Geburtsstunde der abendländischen Literatur. Was für ein Balg ist dabei herausgekommen! Mag sein, dass sich Graecophilen ein philologisches Meisterwerk erschließt. Wer sich - wie ich - mit der deutschen Übersetzung begnügen muss, liest ein Buch fragwürdigen Inhalts. Es herrscht Krieg in Troia. Und damals wie heute gilt: Krieg gebiert Helden. Was hier an Hau-Drauf-Gestalten im Feld steht, spottet jedem Superhelden-Comic. Die Verherrlichung von Soldatentum und Kampf erinnert an die Kriegspropaganda von vor 50 Jahren (und von heute, leider). Viele Szenen sind mit derart detaillierten Bluttaten gespickt, dass ich mich mehrfach gefragt habe, wie dieses Buch Jahrhunderte lang als Schullektüre gedient haben konnte. Interessant einzig die archäologischen Bezüge zu Rüstungen, Schiffen, Bewaffnung und Baukunst. Wer einen genauen Blick in graue Vorzeit werfen will, ist hier am rechten Ort. Allen anderen drehen sich der Magen und das Gewissen um.
Homer als Herausforderung Was uns heute die Bibel ist, war den alten Griechen ihr Homer. Auch wenn wir beim lesen der Verse diesen Zusammenhang nur noch erahnen können, ist die ILIAS doch nach wie vor ein Meisterwerk. Wie Ovids Metamorphosen ist die Jahrhunderte alte Dichtung allerdings nicht einfach zu lesen und präsentiert sich einem „normalsterblichen" Leser von heute als wahre Herausforderung. Wer also kein allzu großes Interesse an dem Stoff und keine große Geduld hat sollte vielleicht auf eine Vereinfachung wie: Ilias und Odyssee(Meisterwerke kurz und bündig)von Gerhard Fink, zurückgreifen. Meiner Meinung nach ist die ILIAS aber einen Versuch wert. Die Sage um die belagerte Stadt Troja gehört für mich zu den besten und interessantesten der griechischen Mythologie. Trotz seines „Alters" bietet der Stoff mit Liebe, Leidenschaft, Hass und Intrigen alles was auch bei guter moderner Unterhaltung gefragt ist. Kein Wunder also das sich der Roman schon des öfteren dieses Stoffes angenommen hat( Wie zum Beispiel Marion Zimmer Bradley mit DIE FEUER VON TROJA) und nun auch Hollywood auf die ILIAS aufmerksam geworden ist. Siehe auch: |