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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 18. Mai 2013 

Die Verschwörung des Catilina. (Lernmaterialien)


von Sallust

Kategorie: Literatur-Theorie & Interpretationen
ISBN: 3150008891

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Cicero gegen Catilina. Aus "neutraler" Perspektive
Die berühmte Verschwörungsgeschichte des Catilina gegen Cicero - diesmal nicht aus Sicht des Cicero. Dabei nimmt man dem Autor seine Neutralität ab: zwar schildert er gnadenlos die Verwerflichkeit der Bande um Catilina (v.a. als Kinder einer korrumpierten Zeit) und prangert die Mißstände der damaligen Zeit an; jedoch ist der Autor nicht frei von Sympathie mit den Verschwörern (Catilina wird als Mensch mit einigen guten Charakterzügen nur mit falschen Zielen und Idealen dargestellt) und Kritik am Verhalten Ciceros (Durchsetzen der Todesstrafe gegen römische Bürger).
Fazit: Detailgenau und -treue Darstellung und somit Exempel par excellence einer Verschwörung von den Wurzel angefangen, mit dem Ende des Catilinas endend - ein Fallbeispiel über das Aufbegehren eines moralisch tief gefallenen (Catilina), über die Intrigen im Senat und schließlich über einen Konsul (Cicero) mit Durchsetzungskraft (und Willem zur Macht?), dessen Hang zu leichter Überheblichkeit den Anfang vom Ende markiert - quasi eine Parabel über Macht, und über jene die sie erlangen, behalten und erschleichen möchen, immer aktuell.

Zeitloser Klassiker
Die Gegebenheit selbst, die im Werk beschrieben wird, nämlich die Verschwörung des Senators Catilina zum Sturz der römischen Republik im Jahre 63 v.Chr., ist heute längst nicht mehr ein wichtiges (politisches) Thema. Sallust selbst, der sich zum Geschichtsschreiber berufen sah, beschreibt die Geschehnisse auch mit einigen Jahren Abstand. Sein literarisches Werk allerdings ist auch heute noch lesenswert. Es ist eine Mischung aus historischem Sachtext, "antikem Krimi" und philosophischer Abhandlung. Sallusts gesellschaftliche Analysen haben zeitlose Gültigkeit, da seine Ausführungen über Mensch, Leben und Staat auch noch heute gültige psychologische und philosophische Aspekte vermitteln. Dem heutigen Leser weniger faßbar ist freilich der römisch-patriotisch-pathetische Stil seines Werkes. Jedoch erweckte er durchaus bei mir Interesse an seiner "Story". Sie ist auch weder lang noch langweilig, so daß sie gut geeignet ist als Einstieg in die römische Literatur. In einem Punkt will ich aber Sallust nicht ungestraft davonkommen lassen: In Abschnitt 4 beschreibt er, daß er aus eigenem Entschluß die Politik verließ. Fakt ist aber, daß er wegen ungebührlichen Verhaltens aus dem Senat geschmissen wurde. Aber das ist ja inzwischen verjährt... Fazit: Das Werk ist dem "geneigten" Leser auf jeden Fall zu empfehlen.

Wichtig
Wer von denen, die noch in den Genuß kamen, an der Schule das Latinum erwerben zu dürfen hat sich wohl nicht auch einmal mit dem Sallust'schen Bericht über die Verschwörung des Catilina herumplagen müssen? Immerhin war diese Geschichte spannender als so manches Gedicht von Ovid oder ein philosophischer Traktat von Cicero. Das Reclamheft war da immer stiller, aber treuer Begleiter und konnte bei immer wieder auftretenden Anfällen von Faulheit schnell mal nachhelfen, wenn es darauf ankam. Das ist der große Verdienst dieses Büchleins. Man sollte aber wohl auch erwähnen, daß der Bericht des Sallust eine der wichtigen Geschichtsquellen zu dem versuchten Putsch oder wie immer man die gescheiterte Rebellion bezeichnen will, darstellt. In der Übersetzung im Reclamverlag wird dieses Werk auch dem Nicht-Lateiner bzw. dem Nicht-mehr-Lateiner zugänglich gemacht. <font size="-1" face="geneva, arial, helvetica">(Dies ist eine <b>Amazon.de an der Uni</b>-Studentenrezension.)</font>
Siehe auch:
Literatur-Theorie & Interpretationen > Die Verschwörung des Catilina. (Lernmaterialien)
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