Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 26. Juli 2014 

Geschichte der Psychologie. Strömungen, Schulen, Entwicklungen.


von Helmut E. Lück

Kategorie: Entwicklungspsychologie
ISBN: 3170169874

Kommentar abgeben

Auszug Möglichkeiten und Methoden der Psychologiegeschichtsschreibung Warum Geschichte der Psychologie?

Der Themenbereich der Psychologiegeschichte hat in den letzten Jahren in Deutschland einen Aufschwung erlebt, der nicht vorherzusehen war. Man könnte geradezu von einer Mode sprechen, wenn man sich vor Augen führt, daß die Beschäftigung mit der Geschichte der Psychologie in den letzten Jahrzehnten ein relativ wenig beachtetes Randgebiet war: Gegenstand von anekdotischen Rückbesinnungen, Nekrologen und Festreden. Nur gelegentlich entstanden größere psychologiegeschichtliche Abhandlungen (Dorsch, 1963; Hehlmann, 1967; Pongratz, 1967). Psychologiegeschichte war und ist kein Prüfungsfach im Rahmen der Psychologenausbildung. Daß von einer Beschäftigung mit der Psychologiegeschichte kräftige Impulse auf das Fach selbst ausgehen können - eine solche Aussage hätte die Mehrheit der Psychologen vor ein paar Jahren gewiß als Unsinn abgetan. Das Verhältnis der Psychologen zu ihrer Fachgeschichte war - und ist z. T auch heute noch - distanziert.

Diese Distanz zur Geschichte der eigenen Wissenschaft kommt nicht von ungefähr. Sie läßt sich selbst wiederum historisch erklären: Die Psychologie hat geisteswissenschaftliche und naturwissenschaftliche Wurzeln. In dem Maße, wie Psychologen ein Verständnis ihrer Disziplin entwickelten, das an die Methodologie der Naturwissenschaften angelehnt war, erschien ihnen frühere Forschung als überholt und die Beschäftigung mit ihr als mehr oder weniger überflüssig. Gegenwärtig erleben wir in der Psychologie eine Wiederbesinnung auf die geisteswissenschaftliche Tradition der Psychologie (vgl. z. B. Jüttemann, 1986), einschließlich einer Neubesinnung auf die Psychologiegeschichte.

Dieser Umschwung hat verschiedene Gründe: Ein Grund ist, daß sich immer deutlicher die Unzulänglichkeit des empiristischen Denkens gezeigt hat. Kritische Psychologen wie Klaus Holzkamp haben früh auf die Defizite der vorherrschenden experimentellen Psychologie aufmerksam gemacht und unter Bezug auf die Gesellschaftstheorie von Karl Marx auf die historische Bedingtheit des Handelns verwiesen.


Siehe auch:
Entwicklungspsychologie > Geschichte der Psychologie. Strömungen, Schulen, Entwicklungen.
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/buecher/isbn/3170169874/">Geschichte der Psychologie. Strömungen, Schulen, Entwicklungen. </a>