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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 25. Mai 2013 

ADS - Unkonzentriert, verträumt, zu langsam und viele Fehler im Diktat. Hilfen für das hypoaktive Kind.


von Helga Simchen

Kategorie: Konfliktfeld Schule
ISBN: 3170182846

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Gesponsert von der Pharmaindustrie?
Zunächst fand ich die Aufklärung über die Symptomatiken des ADS ohne Hyperaktivität sehr interessant und einleuchtend. Doch schließlich drängte sich mir unvermeidlich der Eindruck auf, dass Frau Dr. Simchen von einem Hauptmotiv geleitet wird; nämlich, möglichst viele Kinder zu Methylphenidat-Bedürftigen zu erklären.

In verharmlosender Weise wird die Substanz mit Insulin verglichen und als völlig nebenwirkungsfrei dargestellt. Gleich einen homöopathischen Präparat greift das Mittel bei evtl. Fehldiagnose überhaupt nicht. So könnte man letztlich die Verabreichung selbst zur Diagnosestellung einsetzen.

Die Symptombeschreibung ist schwammig, was so alles bei ADS sein kann – aber nicht sein muss. Allen Betroffenen gemein gilt auf jeden Fall ein (angeblich) nachweislich veränderter Hirnstoffwechsel.

Was bei näherem Hinsehen als keineswegs schlüssig erscheint, wird als wissenschaftlich fundiert und erwiesen dargestellt.
Bei mir als Leser auftretende Fragen wie: „Woher nehmen die Kinder, bei Dingen die sie interessieren, die Konzentrationsfähigkeit bzw. das ansonsten im Hirn zu knapp bemessene Dopomin?“ „Wieso sind, wenn ADS als Gendefekt bzw. genetisch weitergereichte Fehlfunktion, begründet wird, bei eineiigen Zwillingen nicht notwendiger Weise beide betroffen?“, werden nicht näher erläutert.

Angepriesen wird, dass sich die Wirkung der Stimulanzien nach 20 Minuten einstellt und bereits nach der ersten Einnahme deutliche positive Effekte zeigt. In Aussicht wird gestellt, dass sich die Schulnoten der Kinder um durchschnittlich 2 Stufen bessern könnte. Es werden Kinder zitiert, die mit der Drogeneinnahme sehr zufrieden sind. Endlich im Stande, einem Anforderungskatalog zu entsprechen, das als normgerecht angesehen wird. Die Kinder haben jetzt Freude und Freunde!

Welche verunsicherten Eltern könnten sich da noch entziehen? Nichts wie hin zum Neurologen und nichts wie rein mit dem Methylphenidat. Bedenken, dass eine frühbegonnene Stimulanzien-Einnahme zu Sucht und Gewöhnung führen könnte, werden zerstreut. Ganz das Gegenteil soll der Fall sein. Dieser Stoff macht nachweislich nicht süchtig, das ist durch Langzeitbeobachtungen und Studien belegt. Verschwiegen wird allerdings auch hier wieder etwas; nämlich, dass sich diese Untersuchungen rein auf körperliche Abhängigkeiten beziehen.
Selbstverständlich sind psychische Fixierungen auf eine Tabletteneinnahme möglich und können zur Abhängigkeit führen – was allerdings sorgsam unerwähnt bleibt.
Das Buch gibt sich alle Mühe elterlichen Bedenken und natürlichen Vorbehalte zu zerstreuen. Und wen diese Zerstreuung nicht restlos zu überzeugen vermag, dem wird versucht mit Zukunfts-Schreckensbildern zuzusetzen.
Lt. dieser Lektüre, wäre ein nicht medikamentös behandeltes ADS Kind geradezu zum Scheitern verurteilt. Drogenabhängigkeit aufgrund von Selbstmedikation, Depression, Suizidtendenz etc. und natürlich ein Leben ohne Freude, Freunde, Anerkennung und vor allem ohne Hoffnung, je verstanden werden zu können.
Zwar werden tatsächlich alternative Behandlungsmöglichkeiten, wie beispielsweise Kinesilogie, Ernährungsumstellung, Akupunktur und weitere, kurz umrissen – allerdings nur, um sie dann letztlich als die Verschwendung kostbarer Zeit auf dem Weg zur richtigen Hilfe anzutun. Und diese kann, nach Fr. Dr. Simmchen, unmissverständlich nur in der medikamentösen Einstellung bestehen. Die Erwähnung begleitender Familienverhaltenstherapie wirkt neben der Pharma-Propaganda geradezu Alibi mäßig.

Das AHA- Erlebnisbuch
zum Thema hypoaktives ADS. Es ist ein unbedingtes Muß für Eltern und Lehrer von Hans-Guck in die Luft und Träumersuse.
Absolut hilfreich! Beim Lesen diese Buches sind mir Schuppen von den Augen gefallen- aber gleichzeitig bin ich erschrocken, was an Risiken und Schäden auftreten kann, wenn hypoaktive Kinder langsam aber allmählich "untergehen" und unbehandelt bleiben.
Ein aufrüttelndes, sehr gut geschriebenes Buch, das von einer Autorin stammt, die wohl tagtäglich mit dem Leid der betroffenen Eltern und Kinder konfrontiert wird. Dieses Buch sollte eigentlich auch ein Muß für alle ADS-Gegner und ADS- Besserwisser und erst recht für alle ADS-Ignoranten sein!

Sehr hilfreich und mit vielen Hintergrundinfos
Endlich einmal etwas zum Thema ADS ohne Hyperaktivität! Das Buch bietet sehr viele Informationen und hält einige Tipps bereit. Ist für den medizinische Laien recht verständlich geschrieben.
Siehe auch:

Konfliktfeld Schule > ADS - Unkonzentriert, verträumt, zu langsam und viele Fehler im Diktat. Hilfen für das hypoaktive Kind.
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