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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 21. Mai 2013 

Rebellakatzenthier und Artilleriehund. Die Affäre Adele Sandrocks mit Alexander Roda 1900/1901.


von Oskar Pausch

Kategorie: Roda Roda, Alexander
ISBN: 3205993640

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Neue Zürcher Zeitung Rebellakatzenthier und Artilleriehund

bfz. Sie will seine Raubkatze sein, er gilt als wilder Hund; liess er sich doch etwa in voller Uniform stehend auf seinem Pferd ablichten. Die Schauspielerin Adele Sandrock , erste Tragödin des Wiener Burgtheaters in den Jahren 1894 bis 1898, und der in der slawonischen Garnisonstadt Essegg stationierte exzentrische k. k, Offizier Roda Roda führten zwischen Dezember 1900 und Herbst 1901 einen leidenschaftlichen Liebeskampf. Der Band bringt die fast vollständig erhaltenen Briefe Sandrocks an Roda, seine sind leider grösstenteils verloren gegangen, aber ihr Widerhall ist in den Briefen der Geliebten ständig präsent. Etwas zu penibel, weil manchmal redundant und dem Lesefluss nicht unbedingt förderlich, listet der Herausgeber sämtliche Details dieser amour fou auf. Die wechselseitige sexuelle Attraktion sowie die häufigen Trennungen diktieren den atemlos zerhackten Sprachfluss der Briefe: «-Schnauzi- du bist das geliebteste Bimserthier dass lebt». Zusammen mit den beigefügten Briefen von Verwandten, Verehrern und Freunden sowie den schönen Fotos und Faksimiles ist das Buch auch kulturhistorisch interessant. Die von Agenten und ihrem nachlassenden Ruhm gehetzte Schauspielerin tingelt unter unvorstellbaren Strapazen durch ganz Europa. Erst in den zwanziger Jahren sollte sie in Berlin im Rollenfach der «komischen Alten» an alte Erfolge anknüpfen. Aus der traumatischen Trennung, die aus dem Angebeteten wieder einen «Kerl» unter anderen macht, geht Roda Roda als erfolgreicher Schriftsteller und satirischer Chronist Altösterreichs hervor. Sein letzter verzweifelter Liebesbrief und ein die Affäre verarbeitendes Drama fügen dem Kapitel «Schreiben als Therapie» eine schillernde Facette hinzu.

Kurzbeschreibung Während der Briefwechsel der Sandrock mit Arthur Schnitzler im allgemeinen Bewusstsein verankert ist, sind die mehr als 200 Korrespondenzen mit Roda bis jetzt praktisch unbekannt geblieben. Sie datieren zum größten Teil aus der Verlobungszeit im Jahr 1901 und enthalten das Exzessivste, das sich von der Schauspielerin erhalten hat. Sicher hat die berühmte Künstlerin den kleinen Leutnant aus Essegg zunächst stürmisch geliebt, vielleicht sollte er auch ihrer...

Über den Autor Oskar Pausch, geb. 1937 in St. Pölten. Ausbildung in Siebdruck, 1974 Habilitation (Altgermanistik) in Wien. 1969 bis 1971 Leiter der Bibliothek im Institut für Österreichische Geschichtsforschung, danach bis 1997 Direktor des Österreichischen Theatermuseums. 1988 bis 1992 Präsident der SIBMAS (Société internationale des Bibliothèques et des Musées des Arts du Spectacle).


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