So sitze ich denn zwischen allen Stühlen. Tagebücher 1945 - 1959.(2 Bde.)
 | von Victor Klemperer
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Werke ISBN: 3351023936 |
Amazon.de Die letzten Bände der Tagebücher von Victor Klemperer schließen sein Jahrhundertwerk: sein Leben, minutiös, Tag für Tag. Geboren 1881, gestorben 1960, umfassen seine Tagebücher die gesamte Zeitgeschichte, die gerade für ihn, den Sohn eines Rabbiners, den Wissenschaftler, den Dresdner Professor, eine besonders schmerzhafte war. Wie bereits der zweite Band seiner Tagebücher, Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, ist auch der dritte geschichtlich äußerst bedeutend und literarisch erschütternd. Nach Kriegsende leben Klemperer und seine Frau in der DDR. Er lehrt in Dresden, Greifswald, Halle und Berlin. Klemperer, überzeugter Tagebuchschreiber, der minutiös und aufrichtig schildert, was sich um ihn herum zuträgt, ist wie viele zunehmend enttäuscht von dem Staat, in dem er lebt. Er, der den Grauen des Naziregimes entkommen war, sieht Schritt für Schritt die Chance für ein neues, besseres Deutschland verspielt. Dabei ist er selbst eine Figur des öffentlichen Lebens und setzt sich für Bildung und Versöhnung ein. Doch allzu oft stoßen seine Anregungen auf taube Ohren. Klemperer schreibt: "Nicht ein einziges Gefühl in mir, das nicht zwiespältig wäre." Er sitzt nicht nur zwischen den Stühlen seiner Mitmenschen, auch zwischen den beiden Teilen Deutschlands. Dennoch wählte er, so Klemperer mit der Sicht auf Adenauers BRD, nur das kleinere Übel. "Deutschland ist ein in zwei Stücke zerfahrener Regenwurm; beide Teile krümmen sich, beide vom gleichen Faschismus verseucht, jeder auf seine Weise." Allzuviel an der DDR erinnert ihn an vergangene Zeiten, vor allem die Sprache, auf die er als Philologe besonders empfindlich reagiert. Er fügt der Lingua Tertii Imperii, der "Sprache des Dritten Reiches" eine Lingua Quarti Imperii, kurz LQI, eine "Sprache des Vierten Reiches" an. Doch Klemperers Lebensabschnitt DDR ist nicht nur ein trauriger Epilog, es ist auch die Liebesgeschichte zwischen ihm und seiner zweiten Frau Hadwig. "Mit Hadwig jeden Tag von neuem sehr glücklich, und jeden Tag im Zusammenhang mit ihr die gleichen schweren Gedanken." --Bettina Albert Neue Zürcher Zeitung Kritik des reinen Elends Victor Klemperers Protokolle der Jahre 19451959 Von Ursula Pia Jauch «Zwischen allen Stühlen», so lautet die Überschrift der letzten zwei Tagebuchbände des Philologen und Romanisten Victor Klemperer (18811960). Nur mit grossem Glück hatte das Ehepaar Klemperer die Nazizeit überlebt. Doch das Leben wendet sich nicht zum Besseren. Der 17. Juni 1945 hebt an, als ob die Welt wieder in Ordnung wäre: Victor und Eva... Kurzbeschreibung Die Tagebuchaufzeichnungen Viktor Klemperers aus den Jahren 1933-1945 waren von einer Eindringlichkeit, wie selten zeitgenössische Berichte über das Leben in Deutschland unter den Nazis. Die jetzt veröffentlichten Tagebücher dokumentieren den Zeitraum von 1945-1959. Sie zeigen einen verletzten, psychisch angeschlagenen Menschen, der aber bereit ist, einen radikalen Neubeginn zu wagen.
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