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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 30. August 2014 

Stalin wollte ein anderes Europa


von Wladimir K. Wolkow

ISBN: 3360010469

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Erstaunliche Erkenntnisse und neue Dokumente
Wolkow, der im russischen Präsidentenarchiv bislang unbekannte Unterlagen entdeckte, und sein deutscher Historikerkollege Neubert analysierten die sowjetische, von Stalin geprägte Außenpolitik von 1940 bis 1968. Sie weisen präzise mindestens zwei Dinge nach: Daß Moskaus Weltrevolutionsgedöns seit spätestens Mitte der 30er Jahre nur noch ideologisches Wortgeklingel war - für eine nationalistische Hegemonialpolitik der UdSSR. Die Sektionen der Komintern, die kommunistischen Parteien des Auslands, wurden - als "Abteilungen" der KPdSU - in diesem Kontext als nützliche Idioten gebraucht. Und zweitens, das korrespondiert damit, lief die sowjetische Nachkriegspolitik in Europa auf die Schaffung eines cordon sanitaire hinaus. Dafür war Stalin 1952 sogar bereit, seine Truppen aus Deutschland abzuziehen. Die DDR, die man ja 1949 selbst aus der Taufe gehoben hatte, war man schon damals zu opfern bereit (1990 tat Moskau es dann wirklich). Man handelte eben wie eine echte Großmacht: Gut ist, was nur einem selber nützt. Was die anderen denken, ist dabei egal. Das kennt man ja auch von der anderen Großmacht.

Wolkow/Neubert haben eine hochinteressante, packend zu lesenden Lektüre vorgelegt. Wer die europäische Politik verstehen (und vielleicht auch gestalten) will, kommt an diesem Buch nicht vorbei.
Siehe auch:

> Stalin wollte ein anderes Europa
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