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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 2. September 2014 

Duden Deutsches Universalwörterbuch


von Duden

Kategorie: Duden
ISBN: 3411055049

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Das umfassende Bedeutungswörterbuch der deutschen Gegenwartssprache mit rund 140.000 Wörtern und Wendungen.
1892 Seiten stark, in der bekannten gelben Umschlaggestaltung: So präsentiert sich das deutsche Universalwörterbuch in der 4., neu bearbeiteten und erweiterten Auflage. Die ersten 72 Seiten widmen sich Hinweisen zur Wörterbuchbenutzung, dem Aufbau des Wörterbuchs sowie der Erklärung der verwendeten Abkürzungen; außerdem enthalten in dieser Einführung: eine kurze Grammatik der deutschen Sprache.

Den Löwenanteil des Werks nimmt natürlich das Bedeutungswörterbuch selbst ein. Zunächst fällt auf, dass Schreibungen in neuer Rechtschreibung nicht mehr rot hervorgehoben werden. Die neue deutsche Rechtschreibung wird durchgehend gebraucht, ohne dass die alte Schreibung erwähnt wird. Das Schriftbild ist übersichtlich dreispaltig gehalten, der Orientierung dient ein blaues Buchstabenregister am Buchrand. Bei rund 140.000 Wörtern und Wendungen dürfte eigentlich keine Suche ergebnislos bleiben, deshalb ist dieses Bedeutungswörterbuch ein zuverlässiger Begleiter für jeden Schreibtisch -- ob privat oder beruflich. Dieser Titel ist auch mit CD-ROM erhältlich. --Ines Heidrich

Orthographisch mangelhaft
Nach nur zwei Jahren wurde das Duden-Universalwörterbuch (DUW) neu aufgelegt. Optisch ist das Buch von seinem Vorgänger kaum zu unterscheiden. Die Entnestung der Stichwörter und der Flattersatz wurden bereits vor zwei Jahren eingeführt, was zu einem vermehrten Platzbedarf führte und die Lesbarkeit verschlechterte. Da aus Political correctness zusätzlich mehr als 5.000 weibliche Formen wie »Bausparerin« und »Vizeadmiralin«, weder orthographisch noch von ihrer Bedeutung her problematisch, aufgenommen wurden, war es unvermeidlich, viele tausend wichtigere Wörter zu streichen.

Neue Einträge wurden kaum aufgenommen - daher nach wie vor 1892 Seiten. Deshalb mußten erneut Wörter getilgt werden. Beispielshalber sei erwähnt, daß unter A, B und C 24 Neueinträgen (abdüsen, abschiffen, Account, After-Work-Party, Antiaging, Antragsgegner, Asset, Audit, Aufbauhilfe, aufbetten, aufbrezeln, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, auschillen, Barcode, Benefit, Bepreisung, Bildungsziel, Blowjob, Blutsaugerin, börsennotiert, Briefaktion, Brokerin, Caipirinha, Cheerleader, Cookie) 14 Streichungen (acherontisch, Aftervasall, Agamet, Antrinket, Audiphon, Bärme, bosselieren, Brittelmaß, Chemigraphie, chevaleresk, Chimborasso, Chinagras, Condylus und Consilium Abeundi) gegenüberstehen. Das letzte Beispiel zeigt übrigens, wie schwierig in solchen Fällen die neue Groß- und Kleinschreibung ist. Man schreibt nicht mehr einfach das erste Wort groß und die folgenden klein (also »Consilium abeundi«), sondern man muß auch bei Fremdwörtern der entlegensten Sprachen die Wortarten der Einzelbestandteile kennen, um im Sinne der Reform korrekt schreiben zu können. Die neuen Stichwörter reichen vom Fachsprachlichen über extrem kurzlebige Wortbildungen hin zu bisher schlicht Vergessenem (wie z. B. dem »Antragsgegner«). Ein kurzer Vergleich zeigt sofort, daß das Nachschlagen bei den nun nicht mehr vorhandenen Lemmata viel wichtiger gewesen wäre. Der Überschuß der Neuaufnahmen gegenüber den Tilgungen wurde im übrigen durch Kürzungen bei Erläuterungen und Beispielen - wie bei »abschinden« - ausgeglichen. Einige weibliche Formen hat man dennoch vergessen, so z. B. die »Antragsgegnerin« oder die »Bantamgewichtlerin«, in Zeiten des Frauenboxens im Gegensatz zu vielen anderen weiblichen Personenbezeichnungen, die sich das DUW ausgedacht hat, sogar belegbar: „Bantamgewichtlerin Daisy Lang".P>Im Vorwort wird die Neuauflage unter anderem mit den Veränderungen der deutschen Sprache durch die Ereignisse des 11. September und das Zusammenwachsen Europas begründet. Trotzdem bleibt der Benutzer weiterhin im unklaren, ob er nun »Osama bin Laden«, »Usama bin Ladin« bzw. »Al Qaida« oder »El Khaida« (hier ist auch die Aussprache nicht eindeutig) zu schreiben hat. Sind eventuell auch jeweils beide Schreibweisen falsch? Seltsamerweise fehlt auch »Anthrax«, orthographisch keinesfalls trivial. Mit dem Euro geht das DUW nicht besser um. Unter »ankrallen« steht noch immer »30 Mark«. Das »Starter-Kit« bzw. »Starterkit« - und hier wird der Nachschlagebedarf deutlich - wurde nicht aufgenommen, dabei hat die Neuregelung gerade bei englischen Begriffen ein Chaos ohnegleichen hinterlassen.

Auf dem Einband findet man nun nicht mehr, wie noch vor zwei Jahren, den Hinweis auf »mehrere Hunderttausend Angaben«, sondern wieder - wie in der bewährten Orthographie - »mehrere hunderttausend Angaben zur Rechtschreibung«, und auch unter dem Eintrag »hunderttausend« wird ausschließlich die traditionelle Regelung vorgestellt - durchaus zu begrüßen.

Leider läßt die Neuregelung der Rechtschreibung an anderen Stellen keine so großen Freiheiten, und auch vor dem Beispiel »Es tut mir sehr, schrecklich Leid« schrecken die Bearbeiter nicht zurück. Bekanntlich können Wortgruppen wie »Aufsehen erregend« oder »Kosten sparend« nicht prädikativ gebraucht werden. Da die neue Orthographie in solchen Fällen aber keine Zusammenschreibung mehr zuläßt, muß sich die Redaktion anders behelfen: Lesen wir 1989 noch den Satz »Die Bezahlung ist zufriedenstellend« und unter »Bürzeldrüse« »... um das Gefieder wasserabstoßend zu machen«, so finden wir 1996 tatsächlich die Ungeheuerlichkeiten »Die Bezahlung ist zufrieden stellend« und »Wasser abstoßend machen«. Inzwischen will das Universalwörterbuch zumindest davon nichts mehr wissen. »zufriedenstellend« wurde durch »erwartungsgemäß« ersetzt, und die unschuldige »Bürzeldrüse« mußte aus dem Buch völlig verschwinden, weil die Dudenredaktion auf die Schnelle kein Synonym für »wasserabstoßend« fand. Unter »stimmen« finden wir bei derselben Redewendung »zufrieden stellend«, unter »sauber« liest man wieder »zufriedenstellend«, und als Lemma wurde »zufriedenstellend« im DUW ohnehin nie getilgt - anders als im Rechtschreibduden. Wenn man gezielt danach sucht und vergleicht, entdeckt man viele weitere solche Beispiele.

Orthographisch findet man kaum Änderungen im Vergleich zur Vorauflage, von wenigen Ausnahmen wie »insonderheit« (1989), »in Sonderheit« (1996), »insonderheit« (2001) und »in Sonderheit« (2003) einmal abgesehen. Dabei wäre dies durchaus vonnöten gewesen, denn die Neuauflage verordnet weiterhin »Kosten sparend« (aber nur »raumsparend«), »Strom sparend« (aber nur »energiesparend«) und viele weitere solcher Auseinanderreißungen, während in all diesen Fällen der Rechtschreibduden bereits vor drei Jahren zur Zusammenschreibung zurückgekehrt ist - zwar gegen den Wortlaut der amtlichen Neuregelung, aber zu begrüßen. Wir finden nur »heilbringend«, aber nur »Unheil bringend« (aber wiederum »unheilverkündend«). Das Wort »furchterregend« ist wiederhergestellt, und zwar mit dem Beispiel »ein furchterregender Anblick«. Unter dem Stichwort »Furcht« finden wir jedoch nur »ein Furcht erregender Anblick«, ebenso bei »gewinnbrigend«, »platzsparend« usw. Obwohl diese Mißstände schon 2001 bekannt waren, bemühen sich die Bearbeiter nicht, sie zu beseitigen.

Das Durcheinander bei den Verbindungen mit »wohl-« ist nicht kleiner geworden, und so schreibt unser Wörterbuch weiterhin »wohl beraten« (aber nur »wohlbehalten«), aber »wohlerzogen« (aber nur »wohl behütet«), jedoch wiederum »wohl geordnet« (aber nur »wohlgeformt«) vor. Bei »wieder-« und »hoch-« sieht die Sache nicht viel besser aus. Hatte sich der Duden 1996 mit der Fehldeutung »wieder sehen« lächerlich gemacht, die in Tausende von Schulbüchern - im übrigen bis heute meist unkorrigiert - übernommen wurde, so bleibt es im Universalwörterbuch beispielsweise auch jetzt noch bei »wieder herrichten«, aber »wiederherstellen«, obwohl beide Konstruktionen exakt gleich gebaut sind. Wir finden bei »hochgefährlich« nur die Zusammenschreibung, »hoch empfindlich« ist nur getrennt zulässig. Es soll nur »hoch qualifizierte« Akademiker, aber nur »hochbegabte« Schüler geben, während die Duden-Rechtschreibung im letzteren Fall zusätzlich auch noch die Getrenntschreibung kennt. Die Beispiele könnte man unbegrenzt fortführen. Interessanterweise sind in sämtlichen Wörterlisten, die der Duden herausgegeben hat, um dem gemeinen Volk die Neuregelung näherzubringen, die Wörter mit »hoch-«, »wieder-« und »wohl-« grundsätzlich ausgespart - aus gutem Grund, wie wir sehen.

Mit Erstaunen sehen wir den Eintrag »Shooting-Star«, dabei ist das genau die durch die Reform abgeschaffte bisherige Schreibung. Die sogenannte neue Rechtschreibung will nur noch »Shootingstar« oder »Shooting Star« zulassen. Das im amtlichen Regelwerk ausschließlich zugelassene »nochmal« ist noch immer nicht berücksichtigt worden. Es heißt weiterhin »noch mal«. Diese Änderung hatte anfangs sogar der Rechtschreibduden übersehen und zudem bis heute nicht richtig umgesetzt.

Die Angaben zur Silbentrennung sind nicht überzeugend. Wir finden »De-odorant« (aber nur »Deo-roller«), »ge-ogen« (aber nur »Geo-logie«), »Hagi-ographie« (aber nur »Geo-graphie«), »Kry-olith« und »Kry-otron« (aber nur »Kryo-therapie«) und vieles mehr. Wenn schon nicht alle absurden Trennungen des Rechtschreibdudens angegeben werden, so sollte man bei der Auswahl der Trennstellen zumindest einigermaßen konsequent sein.

Davon, daß dies eine „überarbeitete" Auflage sein soll, ist nicht viel zu sehen. Die Dudenredaktion hat es nicht gewagt, im Vorgriff auf die im Jahr 2005 zu erwartende Totalrevision der Neuregelung eigenmächtig etwas zu ändern. Wer das DUW jetzt erwirbt, muß sich im klaren sein, daß das Buch bereits dann - zumindest orthographisch - wieder Makulatur sein wird.

Ein Bedeutungswörterbuch ohne die alte Rechtschreibung?
Ein Bedeutungswörterbuch ist eine sinnvolle Anschaffung, um sich der korrekten Nutzung der deutschen Sprache zu nähern. Leicht wird es einem durch diese neue Auflage allerdings nicht gemacht. Äußerst kritikwürdig finde ich, daß die alte deutsche Rechtschreibung nicht mehr erwähnt wird, obwohl sie ja zum Beispiel zum Verständnis älterer Literatur notwendig und sinnvoll wäre. Eine Reihe von Bedeutungen gehen damit ganz einfach verloren. Desweiteren ist aus dem Hause Duden bekannt, daß sich die neue Rechtschreibung immer mal wieder ändert, was an den Dudenauflagen der letzten Jahre klar erkennbar ist. Somit ist vorprogrammiert, daß dieses Bedeutungswörterbuch im wahrsten Sinne des Wortes an Bedeutung verlieren wird und eine neue Auflage in Bälde her muß. Armer Käufer!

das richtige Buch
Das ist ein richtiges Buch für Ausländer, die Deutsch lernen und beim Lernen immer besser werden möchten. Ich lerne Deutsch seit 5 Jahren, ohne dass ich mal länger in Deutschland war. Das Buch hilft mir immer etwas Neues an dieser Fremdsprache kennezulernen und die Fehler beim Sprachgebrauch zu vermeiden.

Ich finde das Buch echt gut.
Siehe auch:

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