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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 7. Dezember 2019 

Schreiben, was ist


von Rudolf Augstein

Kategorie: Deutschland
ISBN: 3421057478

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Ein Chefredakteur, der ernst genommen werden will, muss seinen Redakteuren etwas vor-schreiben können. Dass Rudolf Augstein dies konnte, belegen die in diesem Band versammelten Texte des Spiegel-Gründers eindrucksvoll. In chronologischer Ordnung kann man hier die wichtigsten Kommentare nachlesen, die Augstein über die Jahrzehnte in dem von ihm seit 1947 bis zu seinem Tod im November 2002 herausgegebenen Nachrichtenmagazin veröffentlicht hat. Neben der ein oder anderen Rede und einigen Vorworten enthält das Buch außerdem Gespräche, die Augstein für den Spiegel geführt hat und von denen manche bis heute als Klassiker gelten -- so etwa die Interviews mit den Philosophen Karl Jaspers ("Für Völkermord gibt es keine Verjährung", 1965) und Martin Heidegger ("Nur noch ein Gott kann uns retten", 1966 gedruckt 1976).

Als Rudolf Augstein von den britischen Besatzungsbehörden die Genehmigung erhielt, ein Nachrichtenmagazin nach dem amerikanischen Vorbild Time zu publizieren, war er gerade einmal 23 Jahre alt. Und so lässt sich der Band als Lebensgeschichte ebenso lesen wie als deutsche Nachkriegsgeschichte. Diese Geschichte haben Augstein und der Spiegel nicht nur journalistisch begleitet. Das Magazin und sein Macher waren selbst ein Teil dieser Geschichte und haben diese nachhaltig geprägt. Wegen des Vorwurfs des Landesverrats saß Augstein 1962 mehr als drei Monate in Untersuchungshaft. Und Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß musste wegen der so genannten Spiegel-Affäre schließlich zurücktreten. Auch Auszüge aus der Bundestagsdebatte zu dieser Affäre und Auszüge aus Augsteins im Spiegel abgedruckten Berichte über seine Zeit in der Haft enthält das von Jochen Bölsche kundig arrangierte Zeitdokument, aus dem wir über diesen Ausnahmejournalisten vielleicht mehr erfahren als in den bislang vorliegenden Versuchen zu einer Biografie. --Andreas Vierecke

Keine Biografie - aber eine spannendes Lesebuch
Keine Biografie - aber eine spannende Auswahl von Kommentaren, Gesprächen und Vorträgen des im November verstorbenen "Spiegel"-Herausgebers Rudolf Augstein bietet der Band "Schreiben, was ist". Die Augstein-Beiträge in dem von "Spiegel"-Redakteur Jochen Bölsche herausgegebenen Buch sind chronologisch nach Dekaden sortiert. Kein wesentliches Ereignis der Nachkriegszeit, das nicht durch Augsteins Magazin und seine Artikel reflektiert worden wäre. Zu den Höhepunkten zählen u.a. die Begegnungen mit Adenauer, Heidegger, Jaspers. Und dazwischen immer wieder der "Spiegel": Umzug nach Hamburg, die Beteiligung der Mitarbeiter am Verlag, ein Gespräch mit Jung-Redakteuren. Einige Texte waren bereits in der "Spiegel"-Ausgabe zum Tod Augsteins abgedruckt - zum Noch-einmal-lesen ist das Buch dennoch lohnenswert.
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