Victoria
Eine unglückliche Liebe(sgeschichte) Schlecht gelaufen, würde man heute sagen! Da erfährt der Liebende, daß sein Widersacher tot ist, gerade an dem Tag, an dem er seine große Liebe vergessen will und einem anderen Mädchen Treue und Ehe verspricht. Wie verhält er sich wohl? Nun, er hält sich an sein Versprechen, aber leider findet die Auserwählte einen anderen (jüngeren) Mann attraktiver und anziehender und so lebt sie zwischen zwei Männern und alle Betroffenen sind damit recht unzufrieden . So ist die Lage in dem Roman "Victoria". Hamsun beschreibt die Situation eher distanziert und wie aus der Ferne beobachtend. Beim Lesen hatte ich immer das Gefühl, die ganze Geschichte durch einen Schleier zu erleben. Das ist nicht unangenehm, sozusagen indirekt an der Geschichte teilzuhaben, aber der Gedanke, was wäre gewesen, wenn, läßt sich dadurch nicht unterdrücken!
...und konnten zusammen nicht kommen... Victoria ist schön, jung, reich und verliebt in den Müllerssohn Johannes. Johannes ist schön, jung, intelligent, arm und verliebt in die reiche Victoria. Und wie heisst es so schön im Lied „Die zwei Königskinder" ...und konnten zusammen nicht kommen...! Auch in dieser bittersüssen Geschichte ist das Schicksal so! Victoria muss, um den Reichtum zu erhalten, den ungeliebten Otto ehelichen. Aus Wut darüber verspricht der enttäuschte Müllerssohn dem Mädchen Camilla, der er schon das Leben gerettet hat, seine Liebe. Johannes ist inzwischen, seine enttäuschte Liebe sublimierend, zum erfolgreichen Schriftsteller herangereift. Klar, die ganze Geschichte muss tragisch enden. Kitsch auf höchstem Niveau.
Ein Buch über die Liebe Ich habe dieses Buch seit dem ich es mit 17 zum ersten Mal zur Hand genommen habe, immer und immer wieder gelesen. Es mag in Bezug auf die gesellschaftlichen Umstände an Aktualität verloren haben, nicht aber in Bezug auf Innenleben und Gefühle. Es ist ein Buch über das Wesen der Liebe und beschreibt eine Liebe, die an den gesellschaftlichen Umständen scheitern muß. Gut, die Story mag alt und banal wirken. Ganz und gar nicht sind es aber die Charaktere! Ganz und gar nicht ist es auch die Sprache oder die gewaltigen und überzeugenden Bilder, die Hamsun verwendet und mit denen er den empfindlichsten und ursprünglichsten Nerv der Welt zu treffen scheint. Siehe auch: |