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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMittwoch, 1. Oktober 2014 

Die bösen Frauen.


von Joseph von Westphalen

Kategorie: Westphalen, Joseph von
ISBN: 3423208120

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Tendenz: Nachlassend
Da ist er nun, der dritte Band der Duckwitz-Triologie. Die ersten beiden Bände waren in hoechstem Maße geeignet, hohe Erwartungen zu stellen. Doch sieht man sich ein wenig enttäuscht nach der Lektüre des dritten Bandes. Natürlich, Duckwitz ist wie eh und je, kritisch allen Erscheinungen des Zeitgeistes gegenüber und den Frauen stets zugetan. Aber da faengt es auch schon an. Duckwitz, Polygamist aus Überzeugung, treibts dann doch zu weit in diesem Band. Nicht weniger als acht Frauen sind es, die er begehrt. Natuerlich nicht nacheinander, sondern alle gleichzeitig, also nebeneinander. Aber es ist nicht so, daß er nur mit ihnen ins Bett will. Nein, in jede Einzelne ist er verliebt. Dass alles ist ein bisschen viel fuer den Polygamisten Duckwitz, der bislang mit drei Frauen (von Episoden abgesehen) lebte. Hier verliert der Leser ein wenig den Glauben an den aus den ersten beiden Baenden so geliebten und geschaetzen Duckwitz. Verliebt in acht Frauen, die alle geeignet sind, in ungluecklich zu machen? Das mag man noch hinnehmen, ist Duckwitz doch in diesem Bereich alles zuzutrauen. Aber sein wirtschaftlicher Erfolg geht zu weit. Duckwitz kauft wie wild Moebel in Indonesien ein, um sie gleich containerweise mit hoechster Gewinnmarge zu verscherbeln. Das entspricht nicht dem Duckwitz, denn wir kennen, der allem Kommerz eher kritisch gegenueberstand. Und es liest sich allzu maerchenhaft, zu unglaubwürdig. Fazit: Ein typischer Duckwitz, mit vielen seiner geliebten Eigenschaften. Doch es bleibt ein etwas schaler Geschmack. Duckwitz wird im Alter zum Mann, der vielfach verliebt ist, bei allen seinen Frauen kaum Erfolge verbuchen kann und sich stattdessen dem Geldverdienen im grossen Stile verschrieben hat. Sicher, auch dem steht er mit der ihm typischen Distanz gegenüber, aber das ist nicht mehr der bekannte Alt-68er, der sich im ersten Band mit der Bundesflagge nicht mal den Hintern abwischen wollte und der im zweiten Band ein Mensch voller beachtlicher Schrullen ist, die ihn hoechst liebenswert machen. Und dann das Ende: Duckwitz trifft drei seiner acht Frauen wieder, aber welche es sind ... es bleibt der Phantasie des Lesers ueberlassen. Oder ist das unbestimmte Ende der Anfang fuer einen vierten Band? Als Duckwitz-Fan bleibt dies, trotz der Schwaechen des dritten Bandes, zu hoffen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

Der letzte Duckwitz - schade!
Es ist - leider - der letzte Band der Trilogie über das Leben und das vor allem verbale Schaffen des Harry von Duckwitz. Das Untätigsein des Pensionärs, die bösen Frauen und andere Umstände haben Harry veranlaßt, die Gemütlichkeit des Eifelhauses respektive der Bonner Wohnung zu verlassen und sich in fremde Gefilde aufzumachen: Harry wird Geschäftsmann. Zunächst verdingt er sich - eine logische Konsequenz seiner Leidenschaft für die kleinen silbernen Scheiben - als CD-Produzent, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Den hat Harry dann aber reichlich, als er beginnt, Lager mit mehr oder weniger alten oder schönen Möbeln in Asien leerzuräumen und nach Deutschland zu verschiffen. Harry wird ganz plötzlich ziemlich reich, fast ein bißchen zu schnell und zu einfach, so daß seine sonst charakteristische, ihn so sympathisch machende realistisch-ironische Glaubwürdigkeit etwas leidet. Das ist etwas schade. Nichtsdestotrotz ist aber auch dieser Duckwitz-Roman voll von zynischen, amüsanten und nicht unwahren Aussagen und Beobachtungen zum Geschäftemachen, zum Leben an sich und - natürlich - zu den Frauen, die nun sogar angereichert sind durch ganz neue Erfahrungen aus dem asiatischen Raum. Zwar werden die Frauen vorübergehend vernachlässigt, aber Harry wäre nicht Harry, würden sie nicht schließlich wieder den absoluten Mittelpunkt in seinem Denken und Tun einnehmen. Am Ende des Romans bleibt neben der Gewißheit, einmal mehr amüsante Stunden mit Herrn von Duckwitz verlebt zu haben, diesmal der unfreiwillige Zwang, sich den weiteren Lebensweg vom unangepaßten Harry selbst auszumalen. Oder wird es doch noch irgendwann einen neuen Duckwitz-Roman geben? Vielleicht über Harry von Duckwitz, der nicht nur drei Frauen im Arm hält, sondern auch noch diverse (Enkel)Kinder auf dem Schoß hat? Eine köstliche Vorstellung - vielleicht schreibt uns der Autor sie ja auf... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

Gute Unterhaltungslektüre
Harry von Duckwitz setzt sein schillerndes Leben fort. Im Mittelpunkt wieder die Frauen. Es macht Spaß den "Duckwitz" zu lesen. Für den, der die vorherigen Bände der Trilogie kennt, ist der Ablauf der Dinge aber ziemlich vorhersehbar. Trotzdem sehr unterhaltsam, da leicht.
Siehe auch:
Westphalen, Joseph von > Die bösen Frauen.
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