Sarajewo, 28. Juni 1914
 | von Volker R. Berghahn
ISBN: 3423306017 | Im Geschichtsverständnis vieler war das tödliche Attentat auf den österreichischen Prinzen Franz Ferdinand in Sarajewo am 28. Juni 1914 der Auslöser des Ersten Weltkrieges. Tatsächlich jedoch sind Ursachen wie Ergebnisse dieses Krieges weit vielschichtiger. Der Historiker Volker R. Berghahn nimmt diesen Tag zum Anlaß, die Hintergründe des Ersten Weltkrieges sowie seine Folgen darzulegen. Veränderte nationale Interessen und ein intensives Wettrüsten, begleitet von einer pessimistischen Grundstimmung der Menschen, mündeten schließlich in den ersten Krieg moderner Prägung. Bis hin zur Weltwirtschaftskrise 1929 zeigt Berghahn dann die ökonomischen, sozialen und politischen Folgen einer Auseinandersetzung, die die Weltordnung und das gesellschaftliche Gefüge vieler Staaten nachhaltig veränderte und letztlich Vorbote des nächsten Krieges war. Ein weiteres Buch aus der DTV-Reihe über die 20 wichtigsten Tage unseres Jahrhunderts und deren politisches, soziales und kulturelles Umfeld. --Joachim Hohwieler
Das Attentat von Sarajewo und Europas Niedergang Der 28. Juni 1914, der Tag, an dem das Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand, den Thronfolger der österreichisch-ungarischen Donaumonarchie, geschah, wird in diesem Buch als der Tag gesehen, an dem eine Kettenreaktion begann, die über die beiden Weltkriege zu Europas Ende als Zentrum der Weltpolitik und -wirtschaft führte. Volker Berghahn erzählt, ausgehend von diesem Ereignis, die Geschichte Europas der Jahre 1900 bis 1930. Jede der fünf Phasen, in die er diesen Zeitraum unterteilt, wird unter drei Apekten analysiert: der politischen, der wirtschaftlichen und der kulturellen Entwicklung. Das Buch beeindruckt durch die Darstellung vieler Details und ihrer Beziehungen untereinander. Als Beispiel sei hier auf die Schilderung der Entwicklung der Stellung der Frauen in der Gesellschaft genannt, die Berghahn unter Wahlrechtsfragen, wirtschaftlichen Gesichtspunkten und in der Rezeption in Literatur und Film untersucht. Leider ist der Stil der Darstellung manchmal recht schwerfällig, was an der Vorliebe des Autors für Zahlenmaterial liegen mag. Zahlreiche Passagen, denen schwer zu folgen ist, bestehen in einer Auflistung von Wahlergebnissen, oder der Entwicklung von Besucherzahlen in den Kinos, oder der Aufzählung von Rüstungs- oder Wirtschaftsdaten. Doch dies beeinträchtigt kaum, daß man nach Lektüre dieses Buchs den Eindruck hat, viele neue Aspekte der Geschichte der ersten dreißig Jahre des 20. Jahrhunderts präsentiert bekommen hat. Siehe auch: | > Sarajewo, 28. Juni 1914 |
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