Vom Wissen und Fühlen
 | von Jeanne Rubner
Kategorie:
Gehirn ISBN: 3423330422 | In mindestens 170 Stückchen hat man Albert Einsteins Gehirn nach dessen Ableben 1955 zerschnippelt. Dem Sitz seiner Genialität ist man dennoch nicht auf die Spur gekommen. Seit damals hat die Erforschung des menschlichen Gehirns allerdings enorme Fortschritte gemacht. Man muß heute nicht mehr warten, bis der letzte Nervenimpuls verebbt ist und die menschlichen Überreste auf dem Seziertisch liegen, sondern kann durch moderne, sogenannte bildgebende Verfahren (z.B. Kernspintomographie) dem Gehirn quasi bei der Arbeit zuschauen. Deshalb haben wir inzwischen eine recht genaue Vorstellung, wie beispielsweise das Gedächtnis arbeitet oder in den verschiedenen Hirnarealen die Nervenimpulse der Sinnesorgane in Bilder, Töne, Gerüche etc. umgewandelt werden. Unhaltbar wurde auch die traditionelle Abgrenzung von Denken und Fühlen, weil sich zeigte, daß beides -- wenn schon nicht eine Einheit bildet -- so doch zumindest stark verwoben ist. Aber die Frage, wie unser Gehirn funktioniert, ist auch deshalb eine der spannendsten in der Wissenschaft, weil die komplexeren Phänomene wie Intelligenz oder Bewußtsein noch alles andere als hinreichend verstanden und erforscht sind. "Science in progress" also, und wir können später mal sagen, wir wären dabeigewesen -- zumindest lesenderweise. Jeanne Rubner fängt für diejenigen, die damals im Biologieunterricht lieber aus dem Fenster geschaut haben, noch einmal von vorne an und erklärt auch den Aufbau der Nervenzellen, die Impulsübermittlung durch das Zusammenspiel von physikalischen und chemischen Faktoren, die Funktionsweise der Sinnesorgane. Ihr Streifzug reicht dann aber bis zu den Bemühungen der Neuroprothetik (z.B. künstliche Implantate für Blinde und Taube) und der "Künstlichen Intelligenz" und ihrem Versuch, Strukturen und Arbeitsweise des Gehirns in Computerprogrammen nachzubilden. Alles in allem eine sehr verständliche und übersichtlich-knappe Einführung in die moderne Hirnforschung, die Lust auf mehr macht. --Christian Stahl
Guter Einstieg für Erstleser Das Buch kann man an einem ruhigen Sonntagnachmittag entspannt lesen. Die Einführung in die wesentlichen Gehirnareale ist mir etwas zu kurz geraten, aber sonst gut gemacht. Überflüssig, ermüdend und teilweise sogar ärgerlich sind die häufigen Wiederholungen der Krankheitsbilder. Wer die Bücher von Sacks oder Damasio kennt, sollte von diesem Buch Abstand nehmen, er hat die meisten Beispiele über Defekte im Gehirn schon einmal gelesen. Alles in allem kann ich das Buch aber dem Leser empfehlen, der sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigt und einen kurzen Überblick haben möchte.
Glückstreffer Ich kann mich nicht mehr erinnern warum ich dieses Buch eigentlich gekauft habe, aber es ist sicherlich ein Glückstreffer gewesen. Leicht zu lesen, informativ und "spannend". Eine wunderbare Einführung in eine Materie mit der ich bislang überhaupt nichts zu tun gehabt habe. Das Buch ist absolut empfehlenswert für jemanden der sich mal schnell in einem Nachmittag informieren will wie wir (und unser Gehirn) eingentlich so funktionieren. Und dank der kommentierten Literaturliste steht die Tür offen sich weiter mit dem Thema Gehirn und Denken zu beschäftigen.
|
Gehirn > Vom Wissen und Fühlen |
|