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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 26. Oktober 2014 

Die Suppe lügt


von Hans-Ulrich Grimm

Kategorie: Allgemeines & Grundwissen
ISBN: 342677402X

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"Da dro'm auf dem Berge, da steht ein Karton/da machen die Zwerge aus Scheiße Bonbon", sangen wir Kinder, wenn die Erziehungsberechtigten gerade mal nicht zuhörten, das klang so schön eklig und verboten. Was wir nicht wußten: Es war gar nicht verboten, der Karton eine Fabrik und der Zwerg ein Wissenschaftler, Mitsuyuki Ikeda mit Namen. Der hat Klärschlamm (ausdrücklich: inkl. Klopapier!) gekocht und zu Granulat vermalen, mit Proteinen angereichert und... Wenn Sie dieses Buch gelesen haben, wissen Sie: Man kann alles aus allem machen, Wurst aus Fisch und umgedreht Fisch aus Fleisch. Und: Man tut es auch. Weltweit. In riesigen Mengen. Tagtäglich.

Na, denkt man, ich muß das ja nicht essen, ich ernähre mich natürlich und gesund: von wegen. Künstliche Aromen und Süßstoffe sind allgegenwärtig. Besonders ist Vorsicht überall geboten, wo in Deutschland "Natur" draufsteht: Die Ausscheidungen eines Bakteriums sind schließlich auch "Natur", sagt der Gesetzgeber, und zwinkert der Industrie zu. Der deutsche Gesetzgeber. Die USA sind da weniger industriefreundlich. Das kann doch nicht gesund sein, denkt man und hat ausnahmsweise mal recht. Gesund ist das nicht. Es macht zum Beispiel Allergien. Und es macht Krebs. Und -- das dürfte am meisten schocken: Es macht dick! Hans-Ulrich Grimm geht es nicht um Sensationen, sondern um Aufklärung. Er zeigt, worauf man achten, was man vermeiden sollte, was hinter "harmlosen" Wörtern im Kleingedruckten steckt. --Michael Winteroll

Hoffentlich schmeckts
Mit dem Titel „Die Suppe lügt" gelingt es Hans-Ulrich Grimm bereits den Leser auf eine Thematik aufmerksam zu machen, die einen täglich betrifft. Das Buch schildert einen tollen Einblick in die Blendungsmache der Lebensmittelindustrie. Natürlich ist das Buch auch etwas spitzig, aber sehr unterhaltsam geschrieben. Und gerade bei dem Thema „Ernährung/Lebensmittel" finde ich dies sehr wichtig. Doch am besten muss man das Buch schon selbst lesen, um am Zauber der Lebensmittelbrache teilhaben zu können, aber lassen Sie sich nicht den Appetit verderben.

Prost Mahlzeit!
"Noch ein Buch über die Zusammensetzung unserer Lebensmittel. Kann mir das Neues mitteilen?" waren meine ersten Gedanken, als ich auf das Buch aufmerksam wurde. Hatte ich doch Anfang der Neunziger Jahre "Iß und stirb. Chemie in unserer Nahrung. Mit Ratschlägen für den Verbraucher." von Kapfelsperger und Pollmer gelesen.

Es kann. Die Gewinnsucht und Profitgier von Unternehmen kennt anscheinend keine Grenzen, wenn es darum geht, innerhalb geltenden Rechts (!) aus Material, das Menschen unter normalen Umständen nicht verzehren, Lebensmittelzusatzstoffe entstehen zu lassen, die uns dann potentiell in jedem verarbeiteten Lebensmittel zur Verfügung stehen. Und sogenannte convenience-Produkte sind heute weit verbreitet - oder kochen Sie Ihre Fleischbrühe regelmäßig selbst, bereiten Ihren Erdbeerjoghurt aus Bio-Milch und eigenen Erdbeeren zu? Dazu kommt erlaubter Etikettenschwindel. Was sind die Kriterien eines "natürlichen Aromas"?

Grimm hat sorgfältig recherchiert und klärt die Lesenden schonungslos auf, nennt Roß und Reiter in der Branche.Dabei gestaltet sich die Lektüre äußerst kurzweilig.

Für mich Anlaß genug, durch mein Kauf- und Eßverhalten diesen Machenschaften weitgehend zu entgehen und den betreffenden Konzernen hiermit zumindest ein implizites Feedback zu geben.

Dieses Buch ist für jede Person, die sich selbst wertschätzt, ein unbedingtes Muß. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

Dreck und andere Leckereien...
Wenn Sie gerne an der Illusion festhalten möchten, dass mit unserer Nahrung alles in Ordnung ist, sollten Sie dieses Buch unter keinen Umständen lesen.


Ein noch relativ harmloses Beispiel: "Die gesamte Welt-Erdbeerernte würde grade reichen, um fünf Prozent des US-amerikanischen Bedarfs für Erdbeerprodukte (Erdbeereis, Erdbeerjoghurt, Erdbeerdesserts...) zu decken" (S. 17). Ja, wundert sich der Leser, wo kommen dann die restlichen 95 % her - und den Rest der Welt gibt es auch noch. Ganz einfach: Das sind Sägespäne einer australischen Holzart. Lecker! Und da Holz ein Naturprodukt ist, kann auf der Verpackung ganz unverfänglich "natürliche Aromastoffe" stehen. Wie gesagt - ein harmloses Beispiel.


Wir essen Dreck. Minderwertige, ja verdorbene "Nahrungsmittel", die trickreich mit Chemikalien aufgepeppt werden. Unser körpereigenes Alarmsystem - es würde durch ekliges Aussehen, üblen Geruch oder Fehlgeschmack der "Speisen" sofort aktiviert und uns von ihrem Verzehr abhalten - wird übertölpelt. Wir erwarten Fleisch und erhalten Aromen. Geräuchert? Nein, mit "Flüssigrauch" geduscht.


Für die Lebensmittelindustrie bringt das satte Profite. Wir Verbraucher hingegen tappen im Dunkeln, weil die tatsächlichen Inhaltsstoffe nicht deklariert werden müssen. Darauf ein dreifaches Würg!


Ein sehr verdienstvolles Buch, mit dem wir über derlei Praktiken aufgeklärt werden! Seine Lektüre wäre eine bittere Pille, wäre es nicht so ironisch bis sarkastisch geschrieben. Nur so lässt es sich aushalten. Man schmunzelt sogar bei diesem unterhaltsamen Stil. Und so schafft Hans-Ulrich Grimm es, den entsetzten Leser bis zum Schluss bei Laune zu halten. Aber eins ist klar: Fertignahrung, Fixprodukte und so'n Zeug gibt es nur noch in Notfällen.
Siehe auch:

Allgemeines & Grundwissen > Die Suppe lügt
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