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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMittwoch, 3. September 2014 

Schatten der Macht


von Sidney Sheldon

Kategorie: USA
ISBN: 3442451981

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Ein typischer amerikanischer Bestseller
Daß sich das Buch trotz 320 Seiten sehr flott und schnell liest, hat mich nicht überrascht. Nicht umsonst gilt Sheldon als Bestsellerautor. Sein Schreibstil ist dabei sehr einfach und anspruchslos. Durch sehr viel direkte Rede fliegt man gelegentlich geradezu über den Text hinweg. Auch die oft sehr kurzen Szenen, teilweise recht unmotiviert und oft nur über wenige Absätze oder sogar nur über einen einzigen sorgen dafür, daß man immer noch ein Stückchen weiter liest als man beabsichtigt und noch eines und noch eines, bevor man das Buch aus der Hand legt.

Was mich sehr positiv überrascht hat, sind die mitunter sehr detaillierten oft etwa 20 Seiten langen Episoden, die mit der Rahmenhandlung nicht direkt etwas zu tun haben. So wird zum Beispiel in allen Einzelheiten geschildert, wie ein Drogenhändler durch ein fingiertes Pokerspiel einen Mann reinlegt, um dessen Fähigkeiten für seine Verbrechen ausnutzen zu können. Dies hätte man zugunsten des Hauptplots auch in einem kurzen Abschnitt erzählen können oder sogar nur kurz erwähnen können. Ich sehe diese Abschweifungen jedoch nicht als Seitenschinderei, sondern als nette Anekdoten im Kontrast zur eigentlichen Handlung.

Auch die Figur des Strafverteidigers Napoleon Chotas wird durch ein langes Kapitel eingeführt, in dem eine Gerichtsverhandlung geschildert wird, bei der Chotas durch einen tollen Trick in einem sicher als verloren geglaubten Verfahren noch als Sieger hervorgeht. Diese Episode ist zwar, wie einiges andere in dem Roman sehr konstruiert und nicht überaus glaubhaft, doch vom Ansatz ausgehend durchaus logisch durchdacht und unterhaltsam.

Überhaupt lebt die Handlung von Sheldons ausgeklügelten Schachzügen seiner Figuren. Immer, wenn man als Leser meint, jetzt wird die Handlung unlogisch, nimmt das ganze eine überraschende Wende, mit der man nicht gerechnet hat. Dabei bleibt alles in sich schlüssig. Selbst der Schluß bietet noch mal eine grandiose und ebenso gut durchdachte Überraschung, obwohl man als Leser bereits mit dem Buch abgeschlossen hat.

Die Charaktere werden von Sidney Sheldon zwar überaus genau dargestellt und meist sehr ausführlich eingeführt, dennoch wirken sie konturlos, sehr oberflächlich und klischeehaft. Man wird als Leser nie wirklich in die Handlung hineinversetzt, sondern betrachtet quasi das Geschehen eher aus der Ferne.

"Schatten der Macht" ist ein typischer amerikanischer Bestseller. Er bietet dem Leser zwar spannende, doch weitgehend anspruchslose Unterhaltung. Die klischeehafte Handlung ist zwar nicht besonders realististisch, doch in sich schlüssig dargestellt.

Wirklich spannend, aber ...
Ich habe dieses Buch (übrigens mein erster Sheldon) soeben zu Ende gelesen. Es war wirklich richtig, richtig spannend, ich hätte nicht vor dem Ende aufhören können. Aber etwa eine Minute nach der Lektüre fällt man leider in ein tiefes Loch, denn eigentlich war das Buch doch ziemlich flach. Spannend, aber ohne WIRKLICHE Menschen und nicht sonderlich tiefgehend. Als Lesefutter Fast Food, gut als Reiselektüre der im Wartezimmer.

Einfach gut!!!
Ich bin absoluter Sheldon Fan und ich muß sagen, daß dieses Buch bei weitem eines der Besten von ihm ist. Ich habe es an einem Tag fertig gelesen. Es ist spannend geschrieben und man weiß nicht wie es auf der nächsten Seite weitergeht. Kurz und bündig gesagt: Es ist sehr zu empfehlen!
Siehe auch:

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