Ein unheimlicher Gast
 | von Gillian White
ISBN: 3442452368 | Gute Idee, weniger gut umgesetzt Die Idee des Buches ist gut - die Ehefrau, die das Unmögliche tut, nur um nicht verlassen zu werden; die geheimnisvolle "Unbekannte", die noch mehr Unbehagen in die Familie bringt. Leider wurde die Geschichte - für meinen Geschmack - so langweilig umgesetzt, daß ich zum Ende hin nur noch die Seiten überflogen habe. Der Großteil des Buches ist eine Erzählung ohne Dialoge, eine Wiederspiegelung der Gedankenwelt der Charaktere und den Berichten über das, was geschicht. An sich ist es nützlich, zu erfahren wie die vermeintlich betrogene Ehefrau denkt und die Erzählung der Eindrücke und Gedanken des Ehemannes ist eine hervorragende Idee. Allerdings nimmt es dem Buch und den Charakteren an Lebendigkeit, wenn diese Gedanken 90 % des Buches ausmachen und Dialoge so gut wie gar nicht vorkommen. Dadurch bleiben die Personen über lange Zeit hinweg sehr distanziert, werden nicht mit Leben gefühlt und können so das Interesse des Lesers nicht erwecken. Hinzu kommt, daß fast alle - abgesehen vom Ehemann - ziemlich unsympathisch und/oder unrealistisch dämlich wirken. Eine Geschichte, die wie eine spröde Nacherzählung der Geschehnisse wirkt, vermag nicht zu fesseln. Hinzu kommt, daß die Geschichte sich zur Mitte des Buches hin ziemlich zieht. Die ganzen Stalking-Aspekte waren mir außerdem zu plump dargestellt, geschahen nach dem typischen Stalker-Film Muster, so daß das Gefühl von "Kenne ich schon, habe ich schon unzählige Male gesehen/gelesen" schnell einstellt. Einige der Geschehnisse um die Familie waren schlichtweg nicht nachvollziehbar, andere wurden so oft hervorgezerrt (man denke an den toten Bruder und Vater der Ehefrau), daß auch die "Enthüllungen" zu Ende des Buches nicht mehr interessant wirkten. Auch war meines Erachtens die Auflösung der Stalker-Geschichte unglaubwürdig und deshalb unbefriedigend. Es mag sein, daß der Schreibstil der Autorin durchaus seine positiven Seiten und Anhänger hat und man kann ihr auch unbeschränkt zugestehen, daß die Geschichte und Entwicklung sorgfältig aufgebaut sind. Wer sich also nicht daran stört, daß die Lebendigkeit von Dialogen und Charakteren den unendlichen Einblicken in die Psyche weichen muß, mag dieses Buch genießen. Ich schwankte beim Lesen allerdings nur zwischen Langeweile und "Na, das ist aber ziemlich abwegig".
Unerwartet gut Ich habe dieses Buch gekauft, weil es als Restexemplar so günstig war. Ich musste allerdings feststellen, dass das Buch von Anfang an spannend war. Die Autorin lässt bis zum Schluss die Identität des "unheimlichen Gastes" offen und ab der Mitte wird es teilweise sogar richtig gruselig. "Ein unheimlicher Gast" ist wieder so ein Buch, wo man das Ende nicht abwarten kann und dann traurig ist, weil man schon am Ende angelangt ist.
Eine nette Familie Rose und Michael führen eine ausgesprochen harmonische Ehe, um die sie ihr ganzer Bekanntenkreis beneidet. Michael ist immer darauf bedacht seine Frau, die unter starken Verlustängsten leidet, vor unangenehmen Wahrheiten zu schützen.Und hier setzt Gillian White ihre Story an. Plötzlich bricht Roses heile Welt zusammen, als sie von Michaels angeblichem Seitensprung erfährt. Sie beschließt, ihn 'außer Gefecht' zu setzen. Die Story beruht größtenteils auf den Missverständnissen innerhalb der Familie, die entstehen, weil jeder darauf bedacht ist, die anderen Mitglieder vor den unangenehmen Dingen des Lebens zu schützen. Rose, die 'Übermutter', kann ihr Spiel durchziehen, da ihre Familie sie zu schwach hält sich der Wahrheit zu stellen. Obwohl die Geschichte ein wenig zu konstruiert ist, vor allem Michaels Gedankengänge, hält Gillian White die Spannung doch bis zum Ende, die Story nimmt mehere unerwartete Wendungen, und der Schluss, ein Meisterstück. Genau die richtige Lektüre für die lauen Sommenabende, fröstlen ist angesagt Siehe auch: |