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Jacques und sein Herr
 | von Milan Kundera
Kategorie:
Tschechien ISBN: 3446203699 | Kundera als Essayist und Theaterautor Denis Diderot, von Goethe ein unnachahmliches Genie genannt, war Enzyklopädist, Kunsttheoretiker und führte im 18. Jahrhundert das bürgerliche Trauerspiel in Frankreich ein. Den parodistischen, zu seinen Lebzeiten nie gedruckten, heute zur Weltliteratur zählenden Roman „Jacques der Fatalist", der in einer Abschrift nicht nur den Geheimrat begeisterte, schrieb er vor 230 Jahren. Kundera nennt das Werk ein „Fest der Intelligenz", um den Jacques gleich darauf neben Don Quichotte und Ulysses zu setzen. Kein Wunder also, dass der große Romancier sich in seiner Hommage an Diderot dessen ironischen Betrachtungen „in ständiger Nachbarschaft von freizügigen Geschichten und philosophischen Reflexionen" ausgiebig widmet. In der von Michael Krüger herausgegebenen Edition Akzente zieht seine geschickte Variation zu dem weitaus umfangreicheren Original erstaunliche Parallelen bis in die heutige Zeit. Das nach dem Verbot von Kunderas Büchern in der Tschechoslowakei als mutmaßlicher Abschied vom Schriftstellerdasein verfasste, 1981 in Paris erstmals veröffentlichte und nun in der deutschen Übertragung vorliegende Theaterstück (Übersetzung: Uli Aumüller) hat zahlreiche Inszenierungen erlebt. Die zierlich verschränkte, vergnüglich-melancholische Handlung in kunstfertigen Dialogen und sparsamer Kulisse ermuntert dazu, auch das Original (noch) einmal zur Hand zu nehmen. Der vorliegende Band bietet Gelegenheit, Kundera nach seinen Romanen „Die Unwissenheit" und „Die Identität" wieder von seiner essayistischen Seite schätzen zu lernen. Seine lesenswerte Einführung ist beiläufig eine Abhandlung über den Roman - darüber, was er sein könnte und welche Möglichkeiten er bisher verschenkt hat. Dieser Text wird ergänzt durch ein Kapitel seines Buches „Verratene Vermächtnisse" (1994), einen Essay von François Ricard und Anmerkungen zur Geschichte des Stückes. Gleichzeitig ist Kunderas Text eine Art Rückschau auf seine letzten Jahre im Heimatland, sein besonderes Verhältnis zu Diderot und zu einer sehr persönlichen Auffassung über unnötige Wahrheiten und glückliche Augenblicke auf der Welt als Bühne. Siehe auch: | |
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