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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 30. Oktober 2014 

Ich jagte Hannibal Lecter


von Robert K. Ressler

Kategorie: Großbritannien
ISBN: 3453064321

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interessant & spannend
Dieses Buch ist eines der besten, das ich zu dieser Thematik gelesen habe. Die Vorgehensweise zur Erfassung von Serientätern ist eindrucksvoll und anhand vieler Beispiele beschrieben.
Vor allem interessant sind die von Ressler & Shachtman gezogenen Schlüsse aus dem Verhalten der Serienmörder, sowie die in Auszügen beschriebenen Interviews mit Tätern.
Das einzige, was mir an diesem Buch nicht so sehr gefiel ist die Geschichte von Resslers beruflicher Laufbahn und seine ständigen Hinweise darauf hin, dass er dazu beitrug den einen oder anderen Mord oder dergleichen aufzuklären. Ich denke schon, dass er Großes auf dem Gebiet der Verbrechensbekämpfung geleistet hat, aber dennoch halte ich es nicht für nötig dieses immer wieder zu betonen.
Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich dieses Buch jedem empfehle, der sich näher mit der Psyche von Verbrechern auseinandersetzen möchte.

Reißerischer Etikettenschwindel
Dieses Buch ist reißerisch geschrieben und (soweit dies beurteilt werden kann) schlecht übersetzt. Es spielt auf durchschaubare Art mit der Neugier der Leser/innen an Tabubrüchen aller Art, die anekdotisch eingestreut sind. Der Autor beantwortet die Frage danach, warum manche Täter zu Serienmördern werden, andere nicht, ansatzweise, jedoch völlig unsystematisch. Psychologische Erklärungen kommen zu kurz, ein gewisser naiver Wettstreit zwischen Kriminalbeamtem Ressler und den Psychologen/Psychiatern ist unübersehbar. Zudem ist der Autor eitel und klopft sich zu oft auf die eigene Schulter. Andererseits bietet das Buch interessante Einblicke in das Geschäft der Profiler und gibt einen Überblick über die Entstehung und einige wesentliche systematische Erkenntnisse zur Typologie des Serienmörders. Kurz: Lesenswert doch mit Vorsicht zu genießen.

Tata ihr Hannibal...
Hm, nachdem dieses Buch einen hohen Bekanntheitsgrad aufweist, wollte auch ich mich diesem wittmen, in der Hoffnung ein wirklich gutes und wichtiges Werk zu 'erleben'. Leider wurde ich mit meiner Erwartung bitter enttäuscht. Nach vielen Bücher über Serienkiller mußte ich feststellen das dieses Buch völlig überbewertet ist. Hat es mit dem verkaufssicheren Namen 'Hannibal Lecter' zu tun (?) Das große Problem dieses Buches ist das Robert Ressler, welcher mit Sicherheit sehr viel für die 'Aufklärung und positiven Entwicklung' beim F.B.I. gesorgt hat, leider viel zu sehr in sich selbst aufgeht. Nach kurzer Zeit wird dem Leser eines deutlich klar, Ressler redet gerne und am liebsten über 'sich' und 'seine' Leistungen. Leider geht das auf Kosten des Wesentlichen, nämlich die der Täter (!) Es wäre wirklich wichtiger über seine Erfahrungen mit den Tätern zu sprechen als darüber wie er als Beamter versucht zum F.B.I zu kommen oder sein Eigenlob welches leider ein ständiger Begleiter durch das gesammte Buch ist. Ressler ist in seinen Augen der Größte, und er läßt es dem Leser so oft wie möglich wissen. Trotzdem ist das Buch kein Reinfall, die stärksten Momente des Buches sind dann die wenn endlich auf Täter und auf Tätereigenarten eingegangen wird. Ein richtiges Highlight ist dabei das Erlebniss mit Edmund Kemper, welcher es versteht Ressler bei einem Interview in einer Zelle richtig Angst einzujagen, das ist einer dieser sensiblen Momente welche man sonst nicht in anderen Büchern findet. Genauso ist die Studie über die Vorgehensweise von 'Lußt und Frust Tätern' recht spannend, es gibt also tatsächlich ein Profil welches man anhand von Details erstellen kann. Ich empfehle die Kapitel 'Interviews mit Mördern' und 'Methodisch und planlos vorgehende Verbrecher', da man in diesen wirklich etwas neues lernen kann, der Rest ist leider nicht von Bedeutung. Und wie kommt es zu dem Namen des Buches (?) Nun Tom Harris (Autor von Das Schweigen der Lämmer), besuchte Ressler und seine Sondereinheit in Quantico, und aufgrund der Gespräche kam ihm die Idee zu der Roman Figur des 'Hannibal Lecter'. Einen echten Täter wie Hannibal gibt es allerdings nicht, und wird es in dieser Form wohl auch nie geben...
Siehe auch:
Großbritannien > Ich jagte Hannibal Lecter
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