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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 28. November 2014 

Verschlußsache BND


von Udo Ulfkotte

ISBN: 3453141431

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Verdecktes Wirken ist zwar immer noch wichtig in Pullach, aber die Geheimnistuerei des Bundesnachrichtendienstes hat nachgelassen im Vergleich zu den Tagen des Kalten Krieges. Heute regiert vielmehr eine -- wenngleich noch begrenzte -- neue Offenheit die Behörde. Davon profitierte der Autor Ulfkotte und konnte, erstmals unter Mitarbeit des BND, Fakten zu diesem Dienst zusammentragen.

Das Buch behandelt alle grundlegenden Aspekte des BND: Aufgaben, Aufbau, Einsätze. Nach einer Exkursion über die allgemeine Geschichte der Spionage, die zugunsten von noch mehr BND-Fakten kürzer hätte ausfallen können, erläutert Ulfkotte anhand der Gliederung der Behörde die Aufgabenfelder. Neben Agentenführung ist besonders die elektronische Aufklärung ein Schwerpunkt. Ulfkotte zeigt die Risiken einer massiven Überwachung unserer Telefonverbindungen ebenso wie die vielen kleinen alltäglichen Besonderheiten. Etwa die Frage, ob "freiberufliche" Agenten ihre Bezüge versteuern müssen. Bekannte und unbekannte Operationen des BND werden dargestellt, wobei deutlich wird, daß der BND entgegen seinem Ruf auch Erfolge aufzuweisen hat. So hat er der Bundesregierung ausgezeichnete Informationen über verdeckte Rüstungsvorhaben des Iran geliefert.

Ulfkotte zeichnet das Bild eines Dienstes, der unter dem Verlust seines alten Feindbildes zu leiden hat. Immer noch behindern längst überholte Regeln wie die überzogene Geheimhaltung eine effektive Arbeit -- die Waschordnung für Dienstwagen ist weiterhin Verschlußsache! Dabei sollte sich der BND neuen Betätigungsfeldern wie Rüstungskontrolle oder internationale Kriminalität zuwenden. Die Notwendigkeit für einen Nachrichtendienst bestreitet Ulfkotte keineswegs, was sein Buch in der Grundlinie von anderen BND-Büchern unterscheidet. Zwar kann man ihm vorwerfen, den ihm erstmals gewährten Akteneinblick zuwenig für grundlegend neue Erkenntnisse genutzt zu haben, trotzdem ist ihm aber ein informatives Buch gelungen. --Joachim Hohwieler

Interessant aber nicht fesselnd
Das Buch vermag nicht mit den Büchern Ostrovsky mit zu halten. Es beschreibt zwar in epischer Länge sämtliche Abteilungen des BND, verstrickt sich aber hierbei durch vielmalige Wiederholungen derart, daß man gewillt ist reihenweise Seiten zu überschlagen.
Der Autor ist durchgängig damit beschäftigt den BND lächerlich dastehen zu lassen. Ein wenig Heroismus hätte dem Buch gut getan. Die dauernden Nörgeleien langweilen!
So bemängelt der Autor z.B. den deutschen Geheimdienst hinsichtlich seiner sich aus dem übertriebenen Bürokratismus ergebenden Schwerfälligkeit. Aber das umfangreiche Beschreiben dieses Bürokratismus macht diesen nicht spannender.
Wer dieses Buch kauft und erwartet, daß es in ihm ein Aha-Gefühl hervorruft, der irrt:
Der Autor beschreibt auf unzähligen Seiten die Struktur des BND, so daß man sich auf Seite 150 fragt, wann es denn endlich losgeht mit der "Verschlußakte BND".
Das Buch schneidet einige Themenbereiche aus der deutschen Spionagegeschichte an, löst sie aber nicht auf -obwohl der Autor zu verstehen gibt, daß ihm die Hintergründe bekannt sind -, sondern läßt den Leser im Unwissen, was spätestens ab der Mitte des Buches zu großer Unbefriedigung führt.
Auch sind die Beschreibungen der technischen Mittel, die dem BND zur Verfügung stehen interessant, aber keiner kann behaupten, daß er das meiste nicht sowieso schon wußte. Dies kommt vor allem daher, daß jegliche technische "Besonderheiten" durch Zitate aus der Computer- und Telefonfachpresse stammen, die ja auch schließlich jeder kaufen kann.
Also zusammenfassend gesagt, eignet sich das Buch gut dazu die ersten 100 Seiten zu lesen, sich an der Kopf zu fassen, im Anschluß selbigen zu schütteln und sich zu fragen, ob der deutsche Geheimdienst wirklich soviel Geheimnistuerei benötigt und dann das Buch zu schließen, den Computer einzuschalten amazon.de aufzurufen und Ostrovskys Werke zu bestellen.

Alles über unseren Geheimdienst - hochbrisant und topaktuell
Wollten Sie nicht schon immer mal wissen, was unsere Geheimagenten machen, wie sie vorgehen, was sie dürfen und wen sie beschatten? Oder aber auch, wie sich die anderen verhalten, die Gegner wie die Freunde? Man lernt nicht nur anschaulich den Alltag eines Spions kennen, sondern auch den Weg dahin. Wie werde ich Agent?
Aber v.a. auch die Hintergründe kommen nicht zu kurz; die Verflechtung von Geschichte, Politik, Korruption, Ängste, Macht, Abhängigkeiten, etc. Das Buch berichtet über Waffenhandel, finanzierte Trainingscamps von Terroristen und die Kunst des Tötens. Damit ist es gerade in der heutigen Diskussion wieder brandaktuell geworden. (Es stammt von 1997.) Udo Ulfkotte, Redakteur der FAZ, erzählt dabei äußerst spannend. Er durfte hinter die Kulissen des BND blicken und lüftet deren bisher unveröffentlichte Pannen und Triumphe.
Beispiel (S. 296): „Nach hiesigen Erkenntnissen sind alle nordkoreanischen Botschaften verpflichtet, bestimmte Mindestbeträge zu erwirtschaften ... Es muß davon ausgegangen werden, daß die geforderten Devisenbeträge in den meisten Fällen unter Missbrauch der diplomatischen Immunität durch illegale Aktivitäten wie Schmuggel, Rauschgift- und auch Waffenhandel beschafft werden."

Schade nur, daß sich Ulfkotte die etwa letzten 100 - 150 Seiten zu häufig wiederholt. Aber bei 440 Seiten reicht es ja auch, nur 300 zu lesen. (Es handelt sich schließlich um ein Sachbuch.) Und die haben es in sich - Spannung pur!

Fazit: ein Muß für jeden, den das Weltgeschehen auch nur ansatzweise interessiert !!

Nicht umsonst "Sachbuch des Monats"! (Des Jahres für mich!)
Was sagten mir die Wörter wie BND, CIA, Mossad KGB usw.? Nichts ausser das Wort "Spionage". Nachdem man sich das Buch von Udo Ulfkotte ("BND - Verschußsache") durchgelesen hat wird einem erst richtig klar wozu Geheimdienste eigentlich da sind. z.B. das Amerika Kampflugzeuge, wie die F-16, usw. in Polen anbietet, oder besser gesagt "andreht", hört sich zu nächst harmlos und normal an und für den Bürger total unbedeutend. Recherchiert man in diesem Gebiet genauer, wie es Udo Ulfkotte mehrere male prima getan hat, kommt man zu einem dreißtem Ergebnis das ich hier nicht erläutern möchte, da ich den Lesern meiner Rezension ansonsten die Spannung wegnehme. Nur eins sage ich schonmal jetzt: Man steht den Nachrichten jetzt 10mal kritischer/mißtrauischer gegenüber als davor.

Dieses Buch beschränkt sich nicht nur mit Infos über dem Bundesnachrichtendienst (BND), sondern auch mit Auslandsnachrichtendiensten anderer Länder wie z.B. dem amerikanischem NSA, dem britischem M.I.6 oder dem früheren russischen KGB. Sehr viele Fälle, die von dem Autor aufgedeckt, mal mit Personen mal ohne, wurden, werden hier sehr genau beschrieben und nochmal für den Leser aufgedeckt wo man ins staunen kommt wieviele Jahre man, z.B. an einem Ereigniss in den letzten Jahren, an das geglaubt hatte was man von den "hohen Leuten" in den Nachrichten zu hören bekommen hat. Man könnte meinen das fast hinter jeder Nachricht eine Lüge steckt wie z.B. eine schlecht veränderte Lüge der Amerikander, wo ein Kampfjet der US Air Force mit Uran-Munition beladen war und in ein Deutsches Wohngebiet stürtzte, das man sich keine Sorgen machen sollte: "Wozu dann der grosse US-Militär Aufwand um dieses Gebiet?" Der Autor hat bei fast jedem, oder wirklich jedem, Fall Quellenangaben angegeben damit der Leser sich nicht denkt das alles ausgedacht wurde. Es macht alles wirklich Sinn und alles passt einfach zusammen weil ich selber im Internet recherchiert habe und zum selben "aufgedecktem" Ergebnis eines Falles kommen würde.

Hier wird aber auch sachlich und verständlich über den BND, was das Hauptthema dieses Buches ist, berichtet sowie Pannen und Erfolge, die Struktur, die Abteilungen, Tätigkeiten und vieles mehr, des Deutschen Auslandsnachrichtendienstes. Auch werden hier Probleme geschildert, die der Autor bei der Veröffentlichung des Buches mit manchen Geheimdiensten hatte.

Kritik gibt es von mir keine da dieses Buch ein richtiger Volltreffer war was den BND und die Geheimdienste "allgemein" angeht. Es macht einfach Spass dieses Buch zu lesen, was selten bei mir vorkommt.

Für alle die sich für Geheimdienste interessieren, insbosondere aber für den Bundesnachrichtendienst, sollten sich dieses Buch nicht entgehen lassen da es selten vorkommt einen richtigen Volltreffer in diesem Gebiet zu landen.

Mit freundlichen Grüßen,
Hawkeye
Siehe auch:

> Verschlußsache BND
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