Pearl Harbor. Der Tag der Schande. (Präsident Franklin d. Roosevelt). Das Weltereignis in Bildern
 | von Dan van der Vat
ISBN: 3453195256 | Man braucht nicht unbedingt Hollywoods Größenwahn, um Geschichte lebendig werden zu lassen. Dies kann auch einem Buch gelingen, besonders wenn es optisch so exzellent aufgemacht ist wie Dan van der Vats Pearl Harbor. Der Tag der Schande. Mit einer überwältigenden Flut an Originalfotografien, großformatigen Zeichnungen und übersichtlichen Landkarten zeichnet der Band die Ereignisse vom 7. Dezember 1941 nach, als der japanische Überfall auf Hawaii die USA in den Zweiten Weltkrieg trieb. Das Buch setzt jedoch nicht nur auf die Optik, ausführliche Texte erörtern Vorgeschichte, Durchführung sowie Nachwirkung des Angriffs (und bringen dabei sogar weitgehend Unbekanntes ans Tageslicht wie etwa den Einsatz japanischer Kleinst-U-Boote). Zusammen mit den vielen Augenzeugenberichten und Momentaufnahmen veranschaulicht dies den Überraschungsschlag und seine dramatischen Folgen auf hervorragende Weise. Letztere werden auf den letzten Buchseiten nochmals sehr deutlich, sind dort doch alle Opfer namentlich aufgeführt. Historiker werden trotzdem mit dem Band Schwierigkeiten haben: Strittige Aspekte wie etwa der Verdacht, Roosevelt könne Kenntnisse des bevorstehenden Angriffs verschwiegen haben, um den US-Kriegseintritt zu forcieren, bügelt der Band einfach ab, und auch wissenschaftlich klare Literaturzuweisungen fehlen. Andererseits, und das ist der klare Vorteil solcher Publikationen, handelt es sich eben nicht nur um ein trockenes Geschichtsbuch, sondern um einen kommentierten Bildband, der die Ereignisse plastisch macht. Und im Gegensatz zu den Bildern von Pearl Harbor im Kino sind hier die Aufnahmen echt. --Joachim Hohwieler
Pearl Harbor für Jedermann Wie schon in der Überschrift festgehalten, ist dies kein Werk für Historiker. Dazu ist der Aufbau und die Schilderung der Vorgeschichte viel zu oberflächlich. Aber van der Vat schafft es, die Stimmung einzufangen, die damals in Amerika, in Japan und vor allem auf Hawaii geherrscht hat, und zwar in Bildern und in Worten. Die Bedingungen, unter denen sich das tägliche Leben in Pearl Harbor abspielte und unter denen besonders die Mannschaftsdienstgrade litten, wird offenbar. Man fühlt sich an den Film "Verdammt in alle Ewigkeit" erinnert. Neben den üblichen Fotografien überzeugt das Buch durch die zusätzlichen Zeichnungen und insbesondere durch Abbildung zeitgenössischer Dokumente wie Postkarten, Plakate und anderer Propaganda-Artikel, die man im allgemeinen noch nicht kennt. Aktuelle Fotografien machen Lust, diesen geschichtsträchtigen Ort einmal aufzusuchen, auf den Spuren der Männer, die zum Auftakt eines sinnlosen Krieges ihr Leben verloren. Und so ist dieses Buch genau richtig als Einstieg für Leser, die die Vorgänge um Pearl Harbor noch nicht so genau kennen, bzw. für die, die nicht nur an den großen welthistorischen Fakten interessiert sind.
Sollten junge Leute lesen bevor sie in den Film gehen... Der Film "Pearl Harbour" hat deutlich gemacht, das gerade in der jüngeren Generation zu diesem Thema weitgehende Ahnungslosigkeit herrscht. Ich würde dieses Buch allen in die Hand drücken, die von der ganzen Geschichte nur die bereinigte, für Jugendliche ab 12 freigegebene Hollywood-Version der Ereignisse kennen. Momentaufnahmen vom Angriff, Geschichten, die mich mehr berührt haben, als der Film und eine sachliche Darstellung jenes 7. Dezember 1941, bei der auch die Japaner fair behandelt werden - das zeichnet dieses Buch aus. Für den Militärhistoriker fehlen zwar einige Details, aber das Buch ist ja auch nicht für sie, sondern die jungen, interessierten Leser geschrieben worden, die den "Tag der Schande" nicht in ihren Schul-Geschichtsbüchern gefunden haben, obwohl der 2. Weltkrieg erst an diesem 7. Dezember zum Weltkrieg wurde...
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